Fortnite Features

Fortnites Battle-Royale-Konzept ist gewissermaßen Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite hat es den kometenhaften Aufstieg der Comic-Ballerbude überhaupt erst ermöglicht. Andererseits engt es Epics Shooter und das, was er theoretisch an kreativen Potential bereithält, stark ein. Aus diesem Grund forderten Fans bereits seit geraumer Zeit einen Custom-Spielmodus, in dem sie sich ohne jedwede BR-Zwänge ausleben können.

Kein Wunder, dass Easter-Eggs einen solchen Reiz auf uns ausüben: Sie zeugen nicht nur vom Einfallsreichtum und der Kreativität der Entwickler, sondern lassen uns auch dem erlesenen Kreis jener Spieler beitreten, die über diese Geheimnisse überhaupt Bescheid wissen. Je populärer ein Spiel, desto größer die Verlockung, ihm seine Mysterien zu entlocken - und auf absehbare Zeit dürfte es wohl keinen größeren Straßenfeger als Fortnite geben.

Dieses Spiel sollte einem eigentlich immens unsympathisch sein. Dickster Trend seitdem auf einmal absolut niemand mehr sein Brot schneiden lässt, klarer Trittbrettfahrer eines Titels, der vor ihm kam und ein Personalmagnet, der dafür sorgt, dass bei Epic alle Mann für Fortnite an Deck sind und alles andere stehen und liegen lassen. Einschließlich des "echten", eigentlichen Fortnite, Save the World (für das einige Leute Geld bezahlt haben), und Unreal Tournament, das eigentlich nach Spaß aussah. Aber nein, ich bringe für dieses Spiel einfach keinen Hass auf. Im Gegenteil: Es ist sonnenklar, warum Fortnite steht, wo es gerade ist.

FeatureFortnite - mehr Mut zur Lücke, bitte!

Nicht jedes Spiel muss alles können.

Nein. Eigentlich ist das nicht ok. Bis man erkennt, dass es sich bei der zum Vollpreis angebotenen PS4-Ladenversion von Fortnight um ein Early-Access-Spiel handelt, müssen Uneingeweihte einiges an Recherchearbeit leisten. Und wenn die dann noch ergibt, dass der Titel gegen Ende des Jahres, oder wann immer er fertiggestellt ist, "free-to-play" sein wird, dürfte dem einen oder anderen die Hutschnur gehen. Klar, wer jetzt einsteigt und das günstigste Ticket stempelt - die digitale Founder's Edition für 39,99 Euro -, kommt noch etwas günstiger weg und dürfte den Rest des Nachmittages nach der Installation mit dem Weichklopfen der charmant als Pinata aufgemachten Lootboxen voller gewöhnlicher bis epischer Spielgegenstände beschäftigt sein. Aber eigentlich sollte es doch umgekehrt laufen. Man probiert einen Free-to-play-Titel aus, und wenn er einem gefällt, legt man Geld für Mikrotransaktionen hin.

Sehr viel Geduld war erforderlich, wenn ihr auf Fortnite gewartet habt. Der Titel, der in diesen Tagen nach langer Entwicklungszeit in seine Early-Access-Phase startet, wurde einst Ende 2011 angekündigt. Das sind fast sechs Jahre, in denen Entwickler Epic Games viel Zeit hatte, um Dinge am Spiel zu ändern, zu verwerfen oder hinzuzufügen.