Owlboy

Preiset die Indie-Spielewelt: Eines der besten Metroidvania-Zeldas war etwas länger in der Entwicklung, aber das Warten hat sich gelohnt.

Owlboy (PS4, Xbox One, Switch) - Test

HerausragendOwlboy (PS4, Xbox One, Switch) - Test

Es ist halt das gleiche Spiel. Das gleiche kleine, perfekte, zeitlose Spiel.

Owlboy ist einfach der perfekte Mix aus alt und neu. Die Grafik ist nostalgisch genug gehalten, um diese wohlige 16/32-Bit-Nestwäreme zu erzeugen, aber nicht zu pixelig oder minimalistisch, um zu verschrecken. Es ist farbenfroh, hat aber einen ganz eigenen, erkennbaren Stil. Die Spielelemente sind zu einem guten Teil seit grauer Vorzeit bekannt, haben aber einige eigene Kniffe mit in den Mix geworfen. Diese fügen sich nahtlos in die tadellose Spielbarkeit ein und schon nach wenigen Minuten mit der Steuerung fühlt sie sich an, als gäbe es gar keinen anderen oder besseren Weg, dies umzusetzen. Ob das der Fall ist oder nicht, spielt dann nur noch ein sehr sekundäre Rolle, denn ihr spielt Owlboy und seid glücklich.

Von all den zig Metroidvanias der letzten Jahre trifft Owlboy in praktisch jeder Disziplin exakt diesen berühmten Sweetspot, den idealen Punkt, an dem alles passt. Das dürfte kein Zufall sein, sondern das Ergebnis einer inzwischen mehr als zehnjährigen Entwicklungszeit, in der das Spiel mehr als nur ein wenig poliert wurde, bevor es vor anderthalb Jahren das erste Mal auf dem PC von der Leine gelassen wurde. Von der ersten Sekunde bis zum letzten Flügelschlag fühlt sich hier kein Pixel fehl am Platz an, alles ist genau da, wo seine sehr übersichtliche Zahl an Entwicklern sie sehen wollten. Man kann über ein paar der späteren Gegnerplatzierungen streiten, aber hey, das wäre schon ein ziemlich hoher Grad an Detailkritik.

Ihr spielt in dieser Kreuzung aus Mario 3 - vor allem seinem Waschbäranzug -, Zeldas Dungeons und Metroids Ansicht und grobem Ablauf einen stummen Jungen, der einen Eulenmantel trägt. Der gibt ihm die Fertigkeit, beliebig lange zu fliegen und so verbringt ihr den Großteil des Spiels auch in der Luft, sofern euch das eine oder andere Hindernis nicht zu kurzen, traditionelleren Hüpfpassagen zwingt. Eulen sind in dieser Welt gleichzeitig die dominierende Spezies und die ausgestorbene Zivilisation aus der Vorzeit. Warum die ursprüngliche Eulenwelt nun nicht mehr ist und was es mit den mechanischen Piraten und alten Artefakten auf sich hat, ist in eine solide und in unaufdringlichem Tempo erzählte, kleine Geschichte, bei der vor allem die Nebenakteure glänzen. Die Figuren wurden mit Charme und Persönlichkeit gestaltet und da ihre Auftritte auch meist so kurz wie prägnant sind, kommen sie gut zu Geltung.

Weiterlesen...

Als Owlboy im November 2016 erschien, war es nahezu zehn Jahre in Arbeit. 2007 angekündigt, zogen neun Jahre ins Land, bis die Spieler in den Genuss dieses Titels kamen. Es brauchte Zeit, um zu reifen. Und es ist gut gereift, wie ihr bei einem Blick in Martins Owlboy-Test feststellt. Es war eine lange, erschöpfende Reise für die Entwickler von D-Pad Studio. Und eine, die sich gelohnt hat.

Owlboy - Test

HerausragendOwlboy - Test

Gut Ding braucht wohl wirklich Weile.

Wo waren diese Leute damals? Owlboy ist eines dieser Spiele, die zu 16-Bit-Zeiten zu Legenden geworden wären und zu 32-Bit-Zeiten ganz große Klassiker. Heute? Eines dieser zahllosen Indie-Projekte, in der besten aller möglichen Videospielwelten, in der wir leben. Wobei... Owlboy ist etwas mehr als das.

Auf den ersten Blick nicht so viel mehr. Es bedient sich bei Zelda und Metroid zu gleichen Teilen. Dass es die Vertikale mit der Tatsache, dass ihr den namensgebenden Eulenjungen spielt, erobert, ist am Ende weniger innovativ als es den Anschein hat. Owlboy ist mehr, weil in jedem einzelnen Screen ein Hang zum Perfektionismus steckt. Nichts ist zufällig und mal eben irgendwie verteilt. Die durchgehend wundervoll präzise und aussagekräftige Mimik der Figuren kann es mit den besten im Niedrig-Pixel-Vergleich aufnehmen, jederzeit. Selbst die Dialoge haben einen gewissen Witz und Charme, den man nicht in jeden Tag findet. Das Spiel wirkt geschliffen. Und poliert. Und geprüft. Nachpoliert. Und dann erst in die Welt entlassen. Hat ja auch nur fast zehn Jahre gedauert.

Kein Witz, Owlboy schwirrt seit 2006 durch die Ankündigungswelt, poppte hier und da alle Jahre mal wieder auf, sammelte zwischendurch auf Messen den einen oder anderen Preis ein, verschwand wieder und dass das wirklich mal einer als fertiges Spiel erleben würde, damit hat keiner mehr gerechnet. Wenn D-Pad Studios mit dem Release des Super Nintendo die Entwicklung gestartet hätte, wären sie zum Erscheinen der PS2 fertig gewesen. Zehn Jahre sind eine Ewigkeit, nicht nur in der Branche. Wenn ein Spiel so dermaßen lange dauert, dann endet es entweder als Duke Nukem: Forever oder als etwas geradezu Magisches. Owlboy gehört zu den wenigen Glücklichen, die letzteres von sich behaupten können.

Weiterlesen...

Eg.de Frühstart - DmC, Retro City Rampage, Xbox 360

Kostenloser Bloody-Palace-Modus für DmC, EU-Termin für Retro City Rampage im PSN und Microsoft stellt IllumiRoom vor.

Der Eurogamer.de Frühstart erscheint jeden Morgen um ca. 9:30 Uhr und fasst die wichtigsten aktuellen News kompakt zusammen, ideal auch für unterwegs auf mobilen Endgeräten.