Rise of the Tomb Raider Features

FeatureLara kommt nach Hause: Rise of the Tomb Raider ist auf der PS4 immer noch toll

Die definitive Version eines definierenden Spiels - trotz Zombies.

Wer wartet, hat manchmal die besseren Karten. Zwar fühlten sich Tomb-Raider-Fans mit PS4 im letzten Herbst ein wenig verprellt, als Microsoft das Spiel vorläufig zum Xbox-One-Exklusivtitel erklärte. Ihr Verlust sollte nicht allzu lange währen. Keine elf Monate später bekommen sie eben die von Square Enix zur 20-jährigen Jubiläumsausgabe ausgelobte Version für die Sony-Konsole. Mit allem Drum, Dran und sogar noch ein bisschen mehr, das Xbox-One- und PC-User nur dann nachgereicht bekommen, wenn sie den Season-Pass besitzen. Man fragt sich schon ein bisschen, für wen dieser Exklusiv-Deal am Ende besser war.

In dieser Woche erscheint Rise of the Tomb Raider für die Xbox One und damit ein Jahr vor dem 20. Geburtstag der Reihe. Es ist ein Franchise mit turbulenter Vergangenheit, aber mit dem Reboot aus dem Jahr 2013 konnte Crystal Dynamics das Franchise im großen Stil zurück ins Rampenlicht rücken. In seiner langen Geschichte war aber nahezu jedes von Lara Crofts Abenteuern auch auf einer PlayStation-Plattform erhältlich. Es war nie exklusiv, aber Millionen von Spielern verbinden Croft und ihre Freunde mit Sonys Plattformen. Nachdem Microsoft im letzten Jahr die Zeitexklusivität für Rise of the Tomb Raider ankündigte, waren die Reaktion darauf nicht gänzlich positiv, um es mal freundlich auszudrücken.

Nach zahllosen Höhen, Tiefen und einer ausgedehnten Talfahrt hat sich Tomb Raider als die Jahre überdauernde Größe dieses Mediums bewiesen. Core Design erweckte einst das Interesse für Archäologie erneut und vereinte Eltern und Kinder vor der Konsole. Folglich symbolisieren wenige andere Titel das Erwachsenwerden der Videospiele so punktgenau wie Lara Crofts Abenteuer - mit all den Pickeln, Einfältigkeiten und den wunderbaren, wichtigen Momenten, die zur Adoleszenz eben dazu gehören. Im Hier und Jetzt findet der eine oder andere am Rand der Zielgruppe "sein" Tomb Raider in den neuen Inkarnationen vielleicht noch nicht wieder. Doch man muss zugeben, auch wenn der Kern im Grunde unverändert ist, Ton und Rhythmus haben sich seit den PlayStation-1-Tagen nicht nur zuletzt, sondern auch zwischendrin immer wieder verändert. Es würde mich wundern, wenn es nicht in den kommenden Jahren so weiterginge.

Lara hat das mit der Vermenschlichung aufgegeben. Oder vielmehr: Es wurde für sie aufgegeben, schließlich ist es ja nicht so, dass sie als fiktive Figur dabei viel mitzureden hätte. Und das ist auch völlig okay. Ja, sie war eine der ersten irgendwie und zumindest theoretisch weiblichen Figuren in Videospielen mit einem großen öffentlichen Auftreten, wobei viele dieses Ereignis eher als frühzeitlichen 90er-Jahre-Einschlagskrater im Gender-Wesen des Videospiels betrachten. Verständlich, denn will man Lara Croft als weibliche Rolle sehen, kommt man schnell in alle Richtungen, die man nur einschlagen will. Sexismus (hat(te) (große) Brüste), Gewaltverherrlichung (erst mit zwei Knarren schießen, dann nicht mehr reden), Gentrifizierung (wohnt in größerem Haus als ich) und sicher auch noch ein paar mehr. Nein, als weibliches Rollenvorbild im Zeitalter der Post-69er-Spät-und-Wiederaufklärung eignet sich Lara ungefähr so gut wie die gerade erst mit minimalem Feuilleton-Trara verabschiedete Sat-1-Mila - nicht, dass ich eine Folge davon sah, aber das tat anscheinend auch kein anderer.

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Zu. Viele. Spiele! Und diese hier waren die besten.

Was für eine gamescom! Es war die erwartete Show nach der zuvor herausragenden E3, auf der das Allermeiste bereits gezeigt wurde, aber vieles war nun zumindest ein wenig anspielbar, man sah hier und da mal etwas mehr, und vor allem: Schon auf der E3 zeichnete sich ab, dass ein sehr, sehr volles Gaming-Jahr auf uns zukommt.

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Was ihr im Jahr von Mr. Fusion spielen werdet.

Vielleicht war 2014 wirklich ein wenig das Jahr der Verschiebungen, aber wenn das so ist, dann hat das ja auch was Gutes: 2015 wird super! Und ja, vieles sieht genau danach aus, eine Masse an Spielen, die einen guten Eindruck machen, kommt auf uns zu. Altbekanntes (Kein Jahr ohne ein Assassin's Creed), Altbewährtes (Battlefield mag dieses Jahr Räuber und Gendarm spielen, aber mit Fadenkreuzen herumhantieren hat sich inzwischen als Konzept bewährt) und Altgedientes (Mega Man kommt zurück! Heißt jetzt aber anders). Dazwischen auch ein paar neue Gedanken und vor allem viel technischer Bombast, schließlich muss die Current Gen eigentlich immer noch zeigen, dass sie die Last Gen weit hinter sich lassen kann und wir noch keine Next Gen brauchen.