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Ich finde, Jackbox Party Pack 9 hätten sie gleich Junktopia nennen können, der Rest kann da nicht mithalten

Ein Killer, der Rest dann Filler

Das Jackbox Party Pack 9 kommt gleich mit fünf Minispielen daher, die aber nicht alle gleich unterhaltsam sind. Neben mehreren schwachen Kandidaten sticht ein Spiel besonders hervor, das ich seit dem Relase am 19. Oktober 2022 schon mehrmals mit meinen Freunden gespielt habe und wirklich jedes Mal für lautes Gelächter gesorgt hat. Der Rest blieb bisher auf der Strecke.

Eines der genialsten Jackbox-Minigames, die ich bisher gespielt habe

Junktopia heißt das Spiel, das uns so sehr in seinen Bann gerissen hat. Hier ist viel Kreativität gefragt, denn ihr müsst euch genug Verkaufsargumente für einen Müllgegenstand überlegen, der die Mitspieler überzeugt. Ein seniler Zauberer hat nämlich alle Spieler in Frösche verwandelt und er hebt diesen Fluch nur bei dem Spieler auf, der am meisten mit seinen Gegenständen verdient.

Zu Anfang wählt ihr einen Gegenstand im Laden aus. Diese haben unterschiedliche Preise - teurere Gegenstände sehen bereits lustiger aus - und sind so mit unterschiedlichen Risiken verbunden. Danach müsst ihr eurem Verkaufsgegenstand einen Namen geben und ihm zwei Beschreibungen geben. Das können lustige Hintergrundgeschichten, interessante Anwendungsbereiche oder magische Kräfte sein. Spinnt euch einfach etwas zusammen, das eure Freunde wahnsinnig witzig finden. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Es gibt auf jedenfall das Potenzial für Beschreibungen, die gut und gerne als FSK 18 durchgehen oder einen der Mitspieler aufs Korn nehmen. Von verrückten Gemälden über verstörende Babypuppen bis hin zu defekten Geräten ist wirklich alles dabei, was man auf einem Garagenflohmarkt oder der Müllhalde um die Ecke finden könnte. Natürlich kann auch hier wieder die "Family Friendly"-Option ausgewählt werden. Ein harmloses Beispiel ist etwa ein Aluhut, bei dem ein Kumpel behauptete, er schütze die Frösche vor einer Rückverwandlung in einen Menschen. Das passte extrem gut, denn direkt zu Beginn des Spiels maulten einige aus Spaß herum, dass sie doch lieber Frösche bleiben wollen. Marktlücke erkannt und sofort ein Produkt geliefert!

Einen unserer Kumpel ärgern wir manchmal mit seiner großen Stirn - ganz liebevoll natürlich. Das bringt dieser seltsame Silvester-Hut gut zum Ausdruck und macht ihm gleichzeitig noch ein freundliches Kompliment.

Nicht nur das Produkt, sondern auch die Präsentation ist unheimlich wichtig. Ihr müsst verkaufen und jegliche Vorteile nicht einfach nur aufzählen sondern euren Mitspielern richtig schmackhaft machen - immerhin hängt euer Leben als Mensch davon ab. Zwei Runden werden gespielt und von den anderen Fröschen bewertet, danach gebt ihr eurer Sammlung bestehend aus zwei Gegenständen einen gemeinsamen Namen. Mit gefällt besonders das freie Sprechen während der Präsentation der Items, hier ist man nicht großartig limitiert und kann einfach jeden Schwachsinn erzählen auf den man Lust hat. Der absolute Gewinner im Jackbox Party Pack 9.

Der Rest kann da einfach nicht mithalten

In so hohen Tönen kann ich von den anderen Minispielen nicht berichten. Fibbage 4 gibt euch einen komplett zufälligen Fakt, dessen Lücke ihr ausfüllen müsst. Eure Mitspieler sollen eure erfundene Geschichte für wahr halten, kennt man. In Roomerang werden alle Spieler zu Teilnehmern einer Relality-Show. Jeder bekommt einen Charakter mit einer speziellen Eigenschaft und soll entsprechend dieser alle Fragen beanworten und Aufgaben erledigen. Leider sind nicht alle Eigenschaften gleich lustig und das macht das Spiel für einige Spieler hin und wieder etwas frustrierend. Bisher sind deshalb nur selten alle Spieler in ihrer Rolle geblieben, was den Sinn des Minigames verfehlt.

Nonsensory ist eigentlich ganz spaßig. Im Grunde geht es darum, dass ihr eine Prozentangabe vom Spiel erhaltet und einen Satz oder eine Zeichnung in einem bestimmten Kontext dazu erstellen sollt. So, dass eure Mitspieler den geheimen Prozentwert erraten können. Euer Satz könnte lauten: "Essen, das zu 60 Prozent auf einer Hochzeit serviert wird". Ihr zeichnet etwas. Die Frage an die Mitspieler lautet: "Wie wahrscheinlich ist es, dass dieses Essen auf einer Hochzeit serviert wird. Ihr versteht inzwischen sicher worauf es hinausläuft. Je dichter ihr an der Wahrheit dran seid, desto mehr Punkte gibt es. Leider ist das nicht immer ganz einfach oder eindeutig und gerade am Anfang kann das System ein wenig verwirrend sein. Trotzdem ein solides Spielchen.

Und dann gibt es da noch Quixort - ein Spiel mit einer lustigen Idee aber einer unpraktischen Umsetzung. Passend zu einem bestimmten Überthema sortiert ihr Balken mit Begriffen nach Größe, Reihenfolge und mehr. Einfach ist es zum Beispiel Bauwerke nach ihrer Größe zu sortieren. Von den meisten hat man schonmal gehört. Fetzen aus Songtexten in die richtige Reihenfolge zu bringen ist schon schwieriger, denn Musikgeschmäcker sind verschieden und nur weil ich jedes Lied von Parkaway Drive mitsingen kann, heißt das nicht, dass es mir bei einem Lady-Gaga-Hit hilft.

Dieses Problem zog sich durch das gesamte Spiel. Geburtstsdaten von Wissenschaftlern gingen noch klar, die Stationen im Leben von Oprah Winfrey chronologisch anzuordnen war ein blindes raten ohne auch nur einen Anhaltspunkt - mit Ausnahme ihrer Geburt. Gesehen haben wir noch die zeitliche Anordnung von Frisuren-Trends oder die Aufreihung spezieller Zahlen - Pi und Ähnliche - nach Größe. Trotz der Funktion statt des vorgeschlagenen Themas ein zufälliges zu wählen, war trotzdem nur jedes fünfte für unsere Gruppe brauchbar.

Möglichwerweise macht dieses Spiel mehr Spaß, wenn es endlich auf Deutsch übersetzt ist. Gut, bei "Atemlos durch die Nacht" wüsste ich auch nicht, wie den Songtext ordentlich aufreihen soll und Dieter Bohlens Leben interessiert mich ebensowenig, aber immerhin müsste ich mich nicht mehr mit Oprah, dem Schienensystem in den Staaten oder sonstigen geografisch fernen Themen herumschlagen. Vielleicht insgesamt etwas weniger Gossip und mehr wissenschaftliche Allgemeinbildung?

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Melanie Weißmann

News-Redakteurin

Melanie ist meist online am PC zu finden. Neben Multiplayern und Meer mag sie Alliterationen und dumme Wortspiele. Gelegentliches Lego-Bauen hilft ihr beim Abschalten.

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