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Command & Conquer 3: Tiberium Wars

Kane kann's noch immer.

Jedes Kind hat seine Idole. Bei vielen meiner Freunde war es damals Boris Becker oder Michael Schumacher. Wer es böser mochte, der fand Darth Vader mal eine Weile ganz toll. Bei mir war es Kane. Ja, genau, DER Kane. Der Anführer der Bruderschaft von Nod. Ein kaltblütiger, herzloser Killer – und doch irgendwie eine verdammt coole Sau. Okay, Idol ist vielleicht übertrieben und so richtig ein Kind war ich auch nicht mehr, als Command and Conquer seinerzeit rauskam... aber kein anderer Charakter aus einem Spiel ist mir so im Gedächtnis geblieben, hat mich immer wieder aufs Neue so fasziniert, wie dieser geheimnisvolle Mann mit der Glatze, der stets von den Toten aufersteht.

Einmal aber, da hätte es doch fast jemand geschafft, ihn endgültig zu begraben: Electronic Arts gelang beinahe das, wozu die Soldaten und Panzer der GDI nicht imstande waren. Der Publisher ließ eine Fortsetzung der Echtzeit-Strategiereihe im klassischen Tiberium-Szenario lange offen und entließ vor einiger Zeit sogar Joe Kucan, den Darsteller von Kane. Der jedoch lässt sich ebensowenig unterkriegen wie seine Figur, weshalb Command and Conquer 3 im nächsten Jahr auf den PC zurückkehrt. Mit Kane. Mit Kucan.

Komfort für Kommandanten

Der dritte Teil spielt sieben Jahre nach den Ereignissen aus Tiberian Sun. Das Tiberium, eine mächtige wie mysteriöse Ressource, breitet sich wie die Pest auf der Erdoberfläche aus, weshalb der größte Teil der Welt inzwischen unbewohnbar ist. Der Krieg zwischen den Gutmenschen von der GDI sowie der fiesen Nod-Sekte dauert an - und als schließlich Kane zurückkommt, droht sich die Balance der Kräfte zu verschieben. Neben GDI und Nod wird es allerdings auch noch eine dritte Macht geben, die in dem Konflikt mitmischen will. Aus deren Identität machen die Entwickler noch ein großes Geheimnis, aber wer an das Ende von Tiberian Sun zurückdenkt, wird sich vielleicht an das Wrack eines Raumschiffs erinnern. Außerirdische also? Nun, von irgendwo her muss das Tiberium ja sowieso auf die Erde gekommen sein.

Elf verschiedene Kriegsschauplätze verspricht Electronic Arts für Command and Conquer 3, darunter Italien, Südafrika und sogar Deutschland. Was aber nur den Anfang einer ganzen Reihe von Neuerungen und Erweiterungen darstellt. Am Interface beispielsweise haben die Entwickler kräftig geschraubt: Das altbekannte Menü auf der rechten Seite gibt es zwar weiterhin, aber dessen Informations- und Funktionsumfang erreicht ungeahnte Höhen. So könnt Ihr Euch etwa die Stärken und Schwächen jeder Einheit anzeigen lassen, um zu wissen, gegen welchen Feind Eure Mannen gut funktionieren und gegen wen sie besser die Segel streichen sollten. Stein, Schere, Papier und so, man kennt das ja. Das Baumenü gestaltet sich ebenfalls komfortabler, könnt Ihr doch sämtliche Produktionsketten problemlos auf einer Anzeige überblicken und direkt Upgrades anfordern. Die Suche nach dem richtigen Gebäude soll damit der Vergangenheit angehören.

Zusätzliche Einheiten dürfen für ein zünftiges Sequel selbstverständlich auch nicht fehlen: Flame Tanks zum Beispiel, die gegen feindliche Infantrie wahre Wunder wirken. Oder Orca-Bomber, deren PulseScan-Erweiterung versteckte Einheiten sichtbar macht. Dass es ein Wiedersehen mit alten Freunden wie den legendären Mammutpanzern gibt, brauche ich wahrscheinlich gar nicht zu erwähnen. Mehr Liebe zum Detail soll die Einheiten übrigens auszeichnen: Beim Start von Fliegern werdet ihr beispielsweise einen Hitzestrahl sehen, der die Bewegung unterstreicht.

In Bewegung

Auf der Games Convention konnten wir einen ersten Blick auf ein Multiplayer-Gefecht werfen, die - wie bei jedem Echtzeit-Strategiespiel - natürlich einen hohen Stellenwert bei der Entwicklung von Command and Conquer 3 einnehmen. Wir verfolgten zunächst den Aufbau einer GDI-Basis: Kraftwerke, Wachtürme und eine Tiberiumraffinerie wurden platziert, der Sammler nahm seine Arbeit auf. Es folgten Gebäude zur Produktion von Einheiten und Fahrzeugen, die natürlich auch flugs aufgerüstet wurden. Mit ein paar Panzern und Infanteristen ging es dann auf zum Feind.

Doch dank ihres weisen und einmaligen Führers Kane ist Nod alles andere als blöd und hatte schon einen Obelisk des Lichts gebaut, der mit den GDI-Mannen kurzen Prozess machte. Mit Orca-Bombern hatte Nod jedoch nicht gerechnet, die kurz darauf eintrafen und den Obelisk in Schutt und Asche zerlegten. Der nächste Schachzug war dann so fies, dass er schon fast von Kane persönlich hätte stammen können: Die GDI schmuggelte zwei Techniker mit Hilfe eines Transporthubschraubers in die Nod-Basis, übernahm das Produktionsgebäude für die Lufteinheiten und setzte diese gegen ihre eigenen Leute ein. Die GDI-Infanteristen taten das Übrige. Bei einem Ziel angekommen, begaben sie sich zunächst zwecks Deckung in Position und rannten dann dank zahlenmäßiger Überlegenheit alles nieder. Ein Einheitenlimit gibt es nämlich auch in Command and Conquer 3 nicht. Ergebnis: Ein grandioser Sieg für die langweilig-brave GDI. Kane wird das gar nicht schmecken.

Obwohl das alles schon ziemlich gut klingt, lässt sich bislang schwer abschätzen, wie gut Command and Conquer 3 tatsächlich wird. Vor allem der Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart könnte ein Problem werden, wenn man einerseits die Fans der von jeher recht unkomplizierten Serie behalten will, andererseits zeitgemäß sein möchte. Ob das gelingt, wird die Zukunft zeigen.

Bevor ich es vergesse: Bei unserer Frage, ob wir dann in Zukunft auf weitere Titel der Serie hoffen können, gestikulierte Executive Producer Mike Verdu etwas verdächtig herum. Auch sein spitzbübisches Grinsen verriet mehr, als er zugeben durfte.

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