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James Bond: Quantum of Solace

Keine Frauen, keine Autos, kein Poker

Was ist ein James Bond ohne Frauen, Autos und Gimmicks? Richtig, nichts! Trotzdem gilt der Egoshooter Golden Eye 007 noch heute, und ganz ohne das typische Bond-Ambiente, als eine der gelungensten Filmumsetzung und bei Weitem das beste Bond-Spiel der Videospielgeschichte. 1997 auf den Markt geworfen, etablierte der Titel nicht nur den Analogstick als gelungenen Maus-Ersatz, sondern sorgte mit seinem innovativen Ideen für ein wahres Action-Freudenfest.

Das Level-Design war so genial, dass einige Karten für das damals noch frische Counter-Strike realisiert wurden. Künstliche Intelligenz, Animationen und Dramaturgie waren geradezu bahnbrechend. Der Titel wurde mit Preisen überschüttet und festigte auch ohne die männlichen Erkennungszeichen des englischen Geheimdienst-Alpha-Tierchens Rares Ruf als Edelschmiede. Ein echtes Meisterwerk also, das noch heute für glänzende Augen sorgt.

Angesichts dieser Anlagen ist es von Activision, trotz anfänglicher Zweifel, vielleicht gar keine so schlechte Idee, für ihre neuste Bond-Umsetzung, Quantum of Solace (Deutscher Titel: James Bond: Ein Quatum Trost - Das Spiel), einen ähnlichen Weg zu beschreiten. Treyarchs Shooter auf Basis der Call of Duty 4-Engine wird Euch keine Fahrten im Aston Martin erlauben, Euch trotz der Einbindung von Casino Royale nicht Poker spielen lassen und nur rudimentäre Spezialausrüstung bieten. Das Entwicklerteam will vor allem das machen, was es am besten kann. Nämlich einen hoffentlich packenden Shooter abliefern. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Gleich erlebt Bond eine unschöne Überraschung.

Eine Reduktion, die viele Fragen aufwirft, die aber zum Glück zum Großteil während der Präsentation geklärt wurden. Damit es genug Material für die momentan so üblichen 8 bis 10 Stunden Spielzeit gibt, wird der Titel beide Filme mit Schauspieler Daniel Craig abhandeln. In der ersten Hälfte zieht Ihr so zum Beispiel im Casino von Montenegro gegen die Schwergen von Le Chiffre in den Kampf, jagt einen Verbrecher auf einer afrikanischen Baustelle und liefert Euch harte Gefechte in Venedig. In der zweiten Hälfte steigt Ihr in die natürlich noch streng geheime Handlung von Quantum of Solace ein, die erste direkte Fortsetzung im Bond-Universum. Die Entwickler hatten dabei die Möglichkeit, Lücken im Film ihrer Phantasie entsprechend auszufüllen. So werdet Ihr im Casino auf Wachen treffen, die es eigentlich nur in anderen Szenen zu sehen gab und der Baller-Anteil wird stark angehoben.

Im ersten Teil des Levels, in der Hotelanlage, müsst Ihr Unterlagen stehlen und könnt Euch entscheiden, ob Ihr lieber schleichend eine Wache nach der anderen ausschaltet oder mit blitzenden Waffen auf Frontalangriff geht. Die meiste Zeit seid Ihr dabei in der Ego-Perspektive unterwegs. Geht Ihr aber in Deckung oder schaltet eine Wache per Spezial-Attacke aus, zoomt die Kamera heraus und es gibt Daniel Craig in seiner ganzen Pracht zu bestaunen. Der Titel spielt sich so eher wie ein Taktik-Shooter und sorgte auf den ersten Metern für einige beeindruckende Feuergefechte.

Solche Action-Sequenzen lockern das harte Ballergeschäft auf.

Um die Spielzeit zu strecken, haben die Entwickler etwas übertreiben und den gezeigten Level mit Gegnern nur so vollgestopft. Schleichattacken waren in dieser Klon-Masse kaum bis gar nicht möglich. Wird Euer Charakter getroffen, verfärbte sich die Sicht und er muss in der Deckung regenerieren. Als Standardwaffe rennt der neue Bond mit der Walther P99 herum, die dank Schalldämpfer kaum Geräusche macht.

Um eine Chance gegen die Übermacht zu haben, kann der Hauptprotagonist von Deckung zu Deckung hechten, bekommt auf einer Übersichtskarte den Standort seiner Gegner dargestellt und nimmt für mehr Feuerkraft die Waffen der Feinde auf. Von der simplen Schrotflinte, über diverse Maschinenpistolen bis hin zum Scharfschützengewehr wird alles geboten, was ein Shooterherz höher schlagen lässt

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