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Kid Icarus: Uprising

Comeback in der dritten Dimension

Wer ist Kid Icarus? Wer ist dieser kleine Kerl mit den Flügeln auf dem Rücken, der seinen Gegnern mit Pfeil und Bogen zu Leibe rückt? Immerhin präsentierte Nintendo Kid Icarus als das große Vorzeigespiel der gerade erst vorgestellten und bereits jetzt gefeierten 3DS-Hardware. Eine große Verantwortung für einen Nintendo-Charakter, der in den letzten Jahren schon fast vollkommen in Vergessenheit geraten war.

Dabei hatte Kid Icarus, der mit bürgerlichem Namen einfach nur Pit heißt, die besten Chancen, gemeinsam mit Mario, Link und Samus einen Ehrenplatz im Pantheon des Nintendoversums einzunehmen. Genau wie seine (momentan noch) ungleich prominenteren Kollegen begann auch Pit seine Laufbahn zu 8-Bit-Zeiten auf dem NES. Sein erster Auftritt, der in Japan im Jahre 1986 als Hikari Shinwa: Parutena no Kagami (zu deutsch: Mythos des Lichts: Der Spiegel der Palutena) erschien, wurde von niemand geringerem als Gunpei Yokoi produziert und stellt sozusagen das Schwesterspiel des famosen Metroid dar – beide wurden relativ parallel entwickelt und laufen auf der gleiche Engine.

Kid Icarus verbindet die Hüpfelemente aus Mario mit dem Sammeln von Items der Zelda-Spiele und dem Shooter-Gameplay von Metroid und punktete mit einem tollen Soundtrack von Hirokazu „Hip“ Tanaka. Kid Icarus: Of Myths and Monster, der Nachfolger auf dem Game Boy, war 1991 fast noch besser, erschien aber aus unbekannten Gründen schon nicht mehr in Japan. Tja, und das war dann das vorläufige Ende von Pits Heldenkarriere. Während Mario, Link und Samus auf dem SNES mit Super Mario World, The Legend of Zelda: A Link to the Past und Super Metroid Videospielgeschichte schrieben, geriet Kid Icarus in Vergessenheit. Nach einer Nebenrolle in der Werbe-Zeichentrickserie Captain N schien Pits Karriere am Ende zu sein.

Kid Icarus: Uprising - Trailer

Fast 20 Jahre und drei Hardware-Generationen zogen ins Land, doch die Fans vergaßen Pit nicht: Vor jeder großen Messe kursierten Gerüchte über eine mögliche Rückkehr des geflügelten Helden. So machten Spekulationen über eine neue Episode, die bei Factor 5 entstehen soll, die Runde, der Re-Release des Klassikers auf der Virtual Console ließ die Fans ebenfalls den Atem anhalten und nach Pits überraschendem Auftritt im famosen Super Smash Bros. Brawl auf Wii schien die Ankündigung eines neuen Kid-Icarus-Abenteuers eigentlich nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Trotzdem rechnete tatsächlich niemand damit, dass ausgerechnet Kid Icarus der große Vorzeigetitel des 3DS werden sollte.

„Sorry to keep you waiting!“ ruft Pit dem jubelnden Publikum zu, als Nintendo erstmals den Trailer des 3DS-Starttitels der gespannten Öffentlichkeit präsentiert. 19 Jahre nach seinem letzten eigenen Spiel fliegt Pit endlich wieder und sieht dabei besser aus denn je. Das Design des Helden und der Göttin Palutena hält sich eng an ihren Auftritt in der letzten Smash-Bros-Episode, spielerisch scheint sich Pits Abenteuer aber weit von seinen 8Bit-Wurzeln zu entfernen.

Kid Icarus: Uprising ist kein 2D-Jump´n´Run mehr, sondern ein flottes 3D-Actionspiel, in dem sich Pit in wilden Boden- und Luftkämpfen gleichermaßen beweisen muss, um den Schwergen der bösen Medusa Herr zu werden. In der Luft greift Pit mit seinem Bogen an: Im Trailer ist an mehreren Stellen deutlich ein Zielkreuz zu sehen, mit dem er seine Widersacher aufs Korn nimmt. Ihr bekommt es mit Gegnern in allen Größen, Formen und Farben zu tun. Kleine fliegende Augäpfel sind eher lästig als gefährlich und bereits nach einem kleinen Treffer erledigt, fliegende Insekten mit langen Klingen am Kopf und große Monster mit riesigen Schnappmäulern sind da schon gefährlicher.

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Thomas Nickel

Autor

Fest in der 16Bit-Ära verwurzelt, lehrt der freie Autor Spielegeschichte an der Frankfurter Games Academy. Wird eher selten vor Ego-Shootern gesichtet.

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