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Kirby und das vergessene Land - Test: Ein niedliches Feel-Good-Abenteuer zur richtigen Zeit

Kirby und das vergessene Land macht den Sprung zu 3D und begeistert mit seiner Niedlichkeit.
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Bunt, niedlich und eine absolute Freude. Kirbys erstes großes Switch-Abenteuer ist nicht schwer, begeistert aber mit Ideen und Spielspaß.

Nintendo legt mit Kirby und das vergessene Land einmal mehr ein gutes Timing hin. Wobei natürlich dort keiner ahnen konnte, dass im Veröffentlichungszeitraum ein Krieg in Europa ausbricht. Und Covid ist ja immer noch da. All das zusammen zehrt schon ein wenig an der Psyche, wenn man sich zu viel damit beschäftigt. Erwies sich vor zwei Jahren Animal Crossing: New Horizons als richtiges Spiel zur richtigen Zeit, ist nun Kirby und das vergessene Land das Spiel, das euch in diesen nicht ganz so leichten Zeiten unbeschwerte Freude bereitet.

Ich meine, schaut euch doch einfach diese knuffige, rosafarbene Kugel an! Da steckt schon von Haus aus pure Niedlichkeit drin. Und in seinem ersten, richtigen Abenteuer auf der Switch - die anderen Ableger zählen nicht - verschlägt es den knuddeligen Helden in eine verlassene Welt. Oder zumindest in eine Welt, die von allen bis auf die finsteren Schurken verlassen wurde, mit denen ihr es zu tun bekommt. Wobei selbst die teilweise einfach verdammt niedlich sind. Ich denke da nur an die Kläffis, die ich am liebsten streicheln würde, statt ihnen eins mit dem Schwert oder Hammer überzuziehen.

Kirby und das vergessene Land ist nicht Open World

Was Kirby und das vergessene Land nicht ist, ist ein Open-World-Spiel. Klar, die Level wirken groß und Entwickler HAL Laboratory gelingt es wunderbar, ein Gefühl von Weite zu vermitteln, auch durch Details im Hintergrund. Im Kern bewegt ihr euch aber nach wie vor auf weitestgehend vorgegebenen Pfaden durch die Abschnitte. Es ist alles in 3D gehalten, aber die Kameraperspektiven sind weitestgehend fest und nicht frei drehbar. Ihr bewegt euch nicht grenzenlos wie in Super Mario Odyssey durch die Gegend. Hier und da sind kleinere Abstecher abseits des Weges möglich, um Geheimnisse oder versteckte Räume zu entdecken. Das ist definitiv einer der Spaßfaktoren dieses Spiels: Jedes noch so kleine Geheimnis aufspüren. Es gibt fünf Missionen pro Level und ihr seht nicht von Anfang an alle diese Ziele, sondern nur die ersten beiden (die für jeden Level gleich sind).

Über die schön gestaltete Weltkarte reist ihr in Kirby und das vergessene Land zu einzelnen Levels und Herausforderungen.

Den Rest entdeckt ihr per Zufall, indem ihr einfach viel ausprobiert und dann immer diese kleinen Aha-Momente habt. Alternativ werde diese Geheimnisse nach Durchläufen nach und nach für euch gelüftet, damit ihr ungefähr wisst, wonach ihr beim nächsten Mal Ausschau halten müsst. Das Gute daran ist, dass ihr das schnell erledigen könnt. Der erste Durchgang in einem Level dauert am längsten, weil ihr meistens alles absucht, erkundet, in jeden Winkel guckt. Legt ihr es darauf an und lauft einfach durch, lässt sich ein Abschnitt aber innerhalb weniger Minuten durchqueren, wenn euch solche Sachen fehlen. Das macht es leicht, sie auch nachträglich noch schnell zu holen.

Überhaupt ist Kirby und das vergessene Land ein Spiel, das sich gut in kleinen Häppchen spielen lässt. Ihr habt die normalen Level, massenhaft kleinere Herausforderungen als Nebenbeschäftigung und auch noch weitere Minispiele, die in Waddle-Dee-Stadt auf euch warten. Dieses Spiel durchzuspielen, ist keine Herausforderung. Es auf 100 Prozent zu bringen, wird euch eine Zeit lang beschäftigen. Außerordentlich anspruchsvoll ist der Titel dabei nicht. Es gibt zwar einen leichten und einen normalen Schwierigkeitsgrad, aber selbst die normale Variante ist keine große Hürde, wenn ihr wisst, was ihr tut und nicht ständig in Gegner oder deren Geschosse hineinlauft. Obendrein gibt's häufig genug Gegenstände zu finden, die eure Gesundheit regenerieren.

Kirby und das vergessene Land legt euch wenig Steine in den Weg

Auf seine Art ist das zugleich das Erfolgsrezept dieses Spiels, das sich somit gegenüber den früheren Teilen der Kirby-Reihe nicht groß verändert. Es ist nicht sehr anspruchsvoll und ihr könnt wunderbar dabei entspannen. Erfreut euch an dem niedlichen Look, genießt die schönen Aussichten in diesem farbenfrohen Abenteuer und habt eine gute Zeit. Kirbys Reise führt euch unter anderem in eine Strandregion, in ein verschneites Gebiet und in einen verlassenen Vergnügungspark. Optische Abwechslung ist auf jeden Fall garantiert und HAL Laboratory zaubert hier ein paar wunderschöne Szenerien auf den Bildschirm.

Strandausflug mit Kirby.

Auch spielerisch wird einiges geboten. Kirby kann, wie ihr es von ihm kennt, verschiedene Kräfte von seinen Gegnern direkt in den Levels einsaugen oder sie von Waddle-Dee-Stadt aus mitnehmen. So lassen sich alle Abschnitte später mit jeder möglichen Kraft in Angriff nehmen, für manche Zielsetzungen müsst ihr auch bestimmte Sachen verwenden oder sie nutzen, um Bosse innerhalb eines Zeitlimits zu bezwingen. Hinzu kommt Kirbys neue Möglichkeit, größere Objekte wie Autos, Treppen, Kegel und so weiter zu verschlucken und sie einzusetzen. Es gibt sogar ein paar Rennstrecken und immer wieder setzt ihr eure Fähigkeiten ein, um Geheimnisse aufzudecken und neue Bereiche freizulegen.

Herausforderungen und Koop in Kirby und das vergessene Land

Wo die Story-Level noch recht entspannt daherkommen, stellt die Straße der Schätze mit ihren Herausforderungen schon eine härtere Nuss dar. Hier gilt es, mithilfe einer zuvor festgelegten Fähigkeit innerhalb einer bestimmten Zeit das Ziel zu erreichen. Einen Bonus bekommt ihr, wenn ihr nicht nur ins Ziel kommt, sondern auch noch eine zweite vorgegebene Zeit unterbietet. Und das kann tatsächlich anspruchsvoll sein, dafür braucht es schon perfekte Runs in diesen Challenges, die selten mehr als zwei Minuten in Anspruch nehmen. Das Gute daran ist, dass ihr die Hauptbelohnung - einen seltenen Stein, den ihr für Spezial-Power-Upgrades benötigt - bereits für den normalen Abschluss bekommt. Dadurch kommt kein Frust auf, wenn euch kein perfekter Durchlauf gelingt, und ihr werdet vom Spiel nicht zurückgehalten.

Immer wieder bietet Kirby und das vergessene Land tolle, stimmungsvolle Aussichten, die Regionen sind abwechslungsreich gestaltet.

Man könnte sagen, dass dies ein wichtiger Punkt dieses Spiels ist. Es hält euch zu keinem Zeitpunkt zurück oder schränkt euch in irgendeiner Form ein. Es möchte, dass ihr eine gute Zeit habt und es tut alles dafür, dass ihr auf eurem Weg Spaß und ein abwechslungsreiches Abenteuer erlebt. Kein Grind, keine Level, keine Fähigkeitenbäume, einfach nur pure Spielfreude, die sich aufs Wesentliche konzentriert.

Ergänzend gibt es einen lokalen Zwei-Spieler-Modus. Aber wie bei manch anderen Nintendo-Spielen ist der nicht das Gelbe vom Ei. Spieler oder Spielerin zwei steuert nämlich nicht einen Kirby in einer anderen Farbe, vielmehr einen Waddle Dee, der mit einem Speer ausgestattet ist. So lässt sich das Abenteuer zwar problemlos zu zweit bestreiten, aber nur einer der Spielenden kann so die Spezial-Power einsetzen. Bis zu einem gewissen Grad kann ich das nachvollziehen, weil es sonst noch einfacher gewesen wäre, als es so schon der Fall ist. Andererseits hätte man im Koop-Modus einfach mehr Gegner einbauen oder sie schwieriger machen können, um das auszugleichen. Ist ja nicht so, dass es da keine Möglichkeiten gäbe.

Kirby und das vergessene Land Test - Fazit

Kirby und das vergessene Land ist nicht das anspruchsvollste Spiel, das ihr je spielen werdet. Aber das kennt ihr ja von der Kirby-Reihe nicht unbedingt anders. Was nicht heißt, dass es gar nichts gäbe, was euch hier fordert. Ein wenig müsst ihr schon aufpassen, was ihr tut, zudem sind die Herausforderungen anstrengender als die Story-Level. Letztlich fällt hier alles perfekt zusammen und HAL Laboratory liefert einen visuell wie spielerisch tollen Titel ab, der mit farbenfrohen Umgebungen und seinem niedlichen Helden begeistert. Ihr habt viele Möglichkeiten und es gibt wahnsinnig viel zu tun, wenn ihr es darauf anlegt, 100 Prozent zu erreichen. Kirbys erstes richtiges Switch-Abenteuer ist trotz des Wechsels zur 3D-Perspektive keine Revolution, aber das muss es nicht sein. Es holt schlicht das Beste aus seinem Helden heraus und bietet euch von Anfang bis Ende unterhaltsames Gameplay, egal ob ihr es eher in kleinen Häppchen oder in großen Bissen genießt. Ihr könnt euch stets an der sich durch das Spiel ziehenden Niedlichkeit ergötzen. Ich für meinen Teil habe jede Sekunde dieser guten Laune, die das Spiel versprüht, mit Freude aufgesaugt. Erst recht in den Tagen, in denen sich mein Körper gegen Covid zur Wehr setzte, war Kirby ein verlässlicher Partner, um meine Laune zu heben. Danke dafür, Nintendo.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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