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Metroid Prime 3: Corruption

Sci-Fi-Overkill im Anmarsch

Wenn es ein Spiel gibt, das den Port von der zweiten in die dritte Dimension mindestens genauso eindrucksvoll gemeistert hat wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time oder Super Mario 64, dann ist es Metroid Prime. Das Geheimrezept hierfür besteht aus zwei simplen Komponenten: der Beibehaltung des klassischen Gameplays und der perfekt dosierten Zugabe inszenatorischer Modernisierung.

In diesem Fall bedeutet das: Umwerfendes Leveldesign, eine sexy Hauptdarstellerin, bombastische Musik, eine sexy Hauptdarstellerin, eine unglaublich ergreifende Atmosphäre und zu guter Letzt eine sexy Hauptdarstellerin. Oder kurz und knapp: Metroid Prime.

Samus Aran, die erste weibliche Protagonistin der Videospielgeschichte, schlüpft im dritten und finalen Teil der Prime-Trilogie ein weiteres Mal in ihren Varia Suit, um die Galaxie vor ihrem Untergang zu bewahren. Die Space Pirates machen nämlich mächtig Stunk und infizierten den Aurora-Hauptcomputer der Galaktischen Föderation mit einem vernichtenden Virus. Samus, seitens der Föderation bevorzugte Wahl für „Bösewichte machen Stress“-Angelegenheiten, ist selbstredend sofort zur Stelle, um dem feindseligen Treiben Einhalt zu gebieten. Und so nimmt der Einstieg ins Finale der Metroid Prime-Trilogie seinen Lauf.

Der Grapple Beam wird diesmal per Nunchuk-Bewegung 'ausgeworfen'.

Gleich zu Beginn fällt der beinharte Kontrast zu den beiden Vorgängern auf: Statt gemäßigten Scan-Touren gibt es mit extravaganter Sprachausgabe angereicherte Rendervideos zu sehen. Statt seichten Erkundungstrips stehen heiße Gefechte gegen die Space Pirates auf dem Programm. Und statt endloser Textboxen kurbelt eine überwältigende Weltraumschlacht à la 'Star Wars' die Story an. Nach so vielen „Boah!“s und „Geil!“s kommt die Frage auf: Kann das noch Metroid sein?

Ja, es kann. Neue inszenatorische Akzente zu setzen, heißt schließlich nicht, dem typischen Metroid-Gameplay, das wir alle im Laufe der letzten zwanzig Jahre zu schätzen gelernt haben, zu entsagen. Immerhin greifen die Entwickler einige markante Elemente der „Ur-Metroids“ wieder auf. Stichwort: Waffensysteme. Man wird nicht mehr jeden Beam einzeln anwählen müssen, um beispielsweise verschiedenfarbige Türen zu öffnen, sondern wie in den 2D-Spielen eine reguläre Strahlenwaffe mit diversen Patches aufrüsten können. Diese gewinnt dann an Durchschlagskraft und Effektivität gegenüber bestimmten Gegnern.

An der Seite dreier Kopfgeldjäger kämpft Samus gegen ihr dunkles Pendant.

Hört sich für Kenner der bisherigen Prime-Teile vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig an, ist aber auch nicht viel komplizierter zu verstehen als ein simples Windows-Update, das Euer schlappes Betriebssystem ein wenig aufmöbelt.

Nach dem Anschlag auf die Aurora-Einheit der Föderation herrscht also wieder gewohnt-gemütliches Chaos im Metroid-Universum. Dass die Space Pirates allerdings nicht den nötigen Hirnschmalz für ein derart hinterlistiges Attentat besitzen, liegt auf der Hand. Somit stellt die Rückkehr der aus Echoes bekannten Dark Samus auch keine große Überraschung dar. Das finstere Ebenbild der Hauptdarstellerin – welches dem allerorts gefürchteten Darth Vader in Sachen Bosheit und Gemeinheit durchaus das Wasser reichen kann – hat den Kampf auf dem Aether überlebt und infiziert nun nach Lust und Laune zahlreiche Planeten mit der radioaktiven Phazon-Substanz.

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