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Obwohl Faeria so gut wie tot ist, hat es mich sechs Jahre nach dem Launch noch verzaubert

Macht auch offline einen riesen Spaß.

Bei meiner Recherche zur Liste mit den besten Kartenspielen für den PC bin ich das erste Mal über Faeria gestolpert. "Man, das sieht ja richtig toll aus", dachte ich mir und habe es für schlechte Zeiten im Hinterkopf behalten.

Alt und leer deshalb bockt's nicht mehr? Falsch gedacht!

Da Faeria schon ein paar Jahre alt ist und nicht gerade zu den Top-Titeln im Multiplayer-Bereich der Kartenspiele gehört, habe ich es doch ein wenig als totes Spiel abgetan und in meiner Wunschliste auf Steam Staub ansetzen lassen.

Als es dann für einen schlappen Fünfer im Angebot war, habe ich trotzdem zugegriffen. Da kann man ja eh nicht viel falsch machen, selbst wenn sich nur hin und wieder mal Spieler auf die Server verirren. Offline-Content steht ja auch noch bereit.

In Faeria könnt ihr lange auf ein Match mit einem menschlichen Gegner warten.

Wie sich herausstellte, habe nicht nur nichts falsch gemacht, sondern alles richtig. Klar, die Spielersuche dauert ewig. Und meine Wortwahl ist hier nicht übertrieben. Zu den typischen Hauptverkehrszeiten, also in den Abendstunden, habe ich gute zwanzig Minuten auf meinen allerersten richtigen Gegner gewartet. Das habe ich danach nie wieder getan.

Es ist aber auch gar nicht nötig, Faeria online zu zocken. Zumindest habe ich es bisher - nach zehn Spielstunden - noch nicht vermisst. Die verschiedenen Aufgaben, Kämpfe und Rätsel sind angenehm abwechslungsreich gestaltet. Mal rennt man über einen KI-Gegner hinweg, mal braucht man mehrere Anläufe, bis es klappt.

Puzzles, Abenteuer, Missionen und Kämpfe gegen KI-Gegner könnt ihr völlig unabhängig von der Spielerzahl beginnen.

Bisher ist auch noch kein Ende des Offline-Contents in Sicht. Wirklich gut investierte fünf euro meinerseits.

Ein Spielbrett, das mich verzaubert

Das Spiel begeistert mich aber nicht dadurch, dass es mich in Sachen Inhaltsfülle positiv überrascht hat. Vielmehr hänge ich sehr am Gameplay-Konzept und der Optik des Kartenspiels.

Statt einem flachen Spielbrett auf das einfach nur Karten gespielt werden, geht es bei Faeria darum, Gelände zu platzieren, auf denen dann die Monster gespielt und über diese hinweg bewegt werden können. Diese Mechanik gibt dem Kartenspiel eine völlig frische Note, die einem eher das Gefühl vermittelt, man spiele ein Brett- und weniger ein Kartenspiel.

Faeria ist einfach nur bildhübsch.

Ich muss hier nicht nur auf bestimme Konter, Karteneffekte oder die Angriffsreihenfolge achten, sondern auch auf die Platzierung der Felder, da diese bestimmen, welche Monster ihr (und euer Gegenüber) spielen könnt und wo.

Dabei ist die Karte im Vergleich zu Hearthstone oder Legends of Runeterra viel aufwändiger gestaltet und mit kleinen Details verziert. Auch die Geräusche haben etwas von Zauberwald. Ein Match kann sehr fordernd sein, die hübsche Umgebung lässt mich dabei trotzdem immer ein wenig entspannen - vor allem, wenn es eh keine Ranglistenpunkte zu verlieren gibt.

Mit einer Mobile-Version hätte Faeria dieses Problem nicht

Und trotzdem: Aktuell verzeichnet das niedliche Kartenspiel im Stil von Siedler von Catan laut Steam Charts nur schlappe 40 gleichzeitige Spieler im Durchschnitt - und das ist noch großzügig aufgerundet. Ich frage mich also warum. Updates bekommt das Spiel immerhin noch und auch kleine Turniere werden in jeder Season abgehalten.

Ich fürchte fast, dass PC-Spieler an so einem minimalistischen Spiel ohne nennenswerte kompetitive Komponente nicht so sehr interessiert sind. Vielleicht wäre es eine gute Idee gewesen, eine mobile Variante von Faeria zu veröffentlichen. Für ein paar kleine Runden zwischendurch nutze ich es auch gerne – obwohl es mich ein wenig schmerzt, meinen dicken Gaming-PC für so ein unaufwändiges Spiel anzuschmeißen.

Im Shop könnt ihr aktuell nur kosmetische Inhalte erwerben. Die DLC liefern neue Inhalte und Karten, an die ihr nur mit einem Kauf herankommt. Um die Online-Matches fairer zu gestalten, müsste sich daran etwas ändern.

Am Smartphone könnten viel mehr Spieler in den kurzweiligen Genuss dieses zauberhaften Kartenspiels kommen. Vermutlich käme dann nur ein Free-to-play-Konzept infrage, um mit der Konkurrenz mithalten und neue Spieler zum Ausprobieren animieren zu können.

Ich meine, wenn selbst PUBG und League of Legends es schaffen auf einem durchschnittlichen Handy zu laufen, sollte es doch bei Faeria kein Problem sein.

Für das Fortbestehen dieses wunderbaren Titels würde ich mir das wirklich wünschen. Bis dahin versuche ich die Quote der monatlichen Spieler oben zu halten. Bei so niedrigen Zahlen gehe ich fest davon aus, dass hier jeder Log-in ins Gewicht fällt.

Kleine Strategen mit einem Blick für ästhetische Schauplätze kann ich Faeria (Steam) nur wärmstens empfehlen.

Über den Autor
Melanie Weißmann Avatar

Melanie Weißmann

News-Redakteurin

Melanie ist meist online am PC zu finden. Neben Multiplayern und Meer mag sie Alliterationen und dumme Wortspiele. Gelegentliches Lego-Bauen hilft ihr beim Abschalten.

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