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Oculus Rift plus Touch jetzt billiger: Diese fünf Spiele müsst ihr haben

Facebook liefert 449 gute Gründe, jetzt einzusteigen.

Und da war es passiert. Oculus senkt den Preis der Rift samt Touch im Rahmen eines "zeitlich begrenzten Angebots" auf schmale 449 Euro. Wie lange das gilt... sehen wir ja dann. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie man hiernach das Preisschild wieder höher hängen will. Abwarten. Gegenüber den zuvor knapp 800 Euro für diese Kombi ist dieser Sale jedenfalls eine Ersparnis, bei der vor allem Early Adoptern die Augenbrauen im Rückwärtsgang in die Geheimratsecken schnellen dürften. Aber das ist nun mal der Preis dafür, vor allen anderen in neue Technologiewelten einzutauchen.

Doch was bedeutet diese Preissenkung? Wirft Facebook hin und das sind nur die ersten Anzeichen? Sicher nicht, dazu sind schon zu große Investition in die Technik geflossen, die gewonnenen Erkenntnisse und Erlebnisse zu wertvoll und die Ansätze für die Zukunft zu vielversprechend. Aber es ist auch klar, dass die Technik noch ein paar Hürden zu nehmen hat, will sie jemals aus der Enthusiasten- und Expertenecke ausbrechen. Es dürfte nicht schaden, sie jetzt markenwirksam wieder ins Gespräch zu bringen. Darüber hinaus dürfte das aktuelle Angebot ein wichtiger Testballon sein, um festzustellen, ob und für wie viele Interessenten es allein am Geld lag, sich noch keine Oculus zuzulegen.

So oder so, allein in meinem engeren Bekanntenkreis haben gleich zwei Personen zugeschlagen, die einander nicht kennen, ein paar Leute stoßen dieser Tage in jedem Fall neu ins Ökosystem und ihnen soll diese kleine Übersicht helfen, das nordwärts der 449 Euro gesparte Geld für Sinnvolles auszugeben. Hier also meine aktuellen Favoriten für Oculus Rift und Touch. Beachtet, dass in dieser Auswahl explizit nur Spiele Berücksichtigung finden, die Oculus Touch unterstützen. Ein paar Controller-Favoriten sollen dennoch nicht ungenannt bleiben.

Grüße aus der Alten Welt: Die besten VR-Spiele ohne Touch

Das fantastische Thumper etwa, das die Entwickler als "Rhythm-Violence"-Spiel bezeichnen. Als Neonkäfer einen sphärischen, niemals endenden Highway hinunter, immer dem Untergang entgegen. Mit einem Hämmern in den Ohren, als hätten Daft Punk auf schlechten Pilzen eine Eisenhütte zu einem riesigen Musikinstrument umfunktioniert. Faszinierend, wunderschön und auf existenzieller Ebene absolut furchterregend. Und weil man irgendwann eh nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, schwant einem bald: So in etwa muss er aussehen, Nietzsches Abgrund, der unseren den Blick irgendwann erwidert.

Thumper Soundtrack - Triangle

Über Dirt Rally fallen einem dagegen deutlich nüchternere Zuschreibungen ein. Aber die haben es immer noch in sich: So bin ich mittlerweile fest davon überzeugt, dass eine VR-Brille für diese und vergleichbare Rennsimulationen einen größeren Unterschied macht, als die beste Pedale-/Force-Feedback-Lenkrad-Kombination, die man sich vorstellen kann. Tiefenwahrnehmung plus authentisches Geschwindigkeitsgefühl machen selbst aus Rennspielstümpern wie mir Treppchenkandidaten. Elite Dangerous dagegen ist trotz seines Flirts mit dem ewigen Grind der wohl ultimative Weltraumsimulator und findet in VR unbestreitbarer zu seiner bestmöglichen Form. Der Traum, den Weltraum zu erkunden, wirkte nie realer als hier. Gerade, weil in der virtuellen Realität alles die richtige Größe hat, ist dieses Spiel dafür prädestiniert, dass man seinen Kopf tief hineinsteckt. Es gibt noch ein paar andere nette Kandidaten, die ihr Geld definitiv wert sind, das Micro-Machines-artige BlazeRush zum Beispiel oder Chronos, der mysteriöse Mix aus Zelda- und Dark-Souls, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

Und an dieser Stelle vielleicht noch schnell die Erwähnung des ebenso kostenlosen wie unbezahlbaren Google Earth VR, das man unbedingt mal erlebt haben sollte.

Das Beste für Anfasser: Unsere Favoriten für Oculus Touch

Robo Recall

Epics VR-Testballon ist die wohl beste Schießbude auf dem Markt macht alle anderen der allzu bequemen und ein bisschen ätzenden "Hier-haste-ne-Pistole,-ey"-Langweiler vergessen, die so durchschaubar und einfallslos auf Steam und im Oculus Store die Hand aufhalten. Das hier hat die Produktionswerte, den Stil und den Sinn für Humor, der ein passables Spiel von einem ausgezeichneten abgrenzt. Macht überraschend lange extrem intensiven Spaß. Von dieser Sorte braucht ihr nur eines - und zwar dieses hier. Umso schöner, dass Touch-Käufer es kostenlos bekommen.

To the Top

Ich sag's gleich: Schön ist To the Top nicht gerade, aber es ist eines der komplettesten, vollwertigsten Spiele für Touch (Vive-User schlagen hier auf Steam übrigens gleichermaßen zu). "Immer nach oben" ist die wenig überraschende Devise. Dafür hat sich Entwickler Electric Hat eines der interessanteren Fortbewegungssysteme ausgedacht. Alles läuft über eine Kombination aus Greifen und Blickrichtung. Sie sind nicht die ersten, denen das einfällt - The Climb in seiner Touch-Inkarnation hat da auch Tolles geleistet - aber bei ihnen läuft es mit Abstand am dynamischsten. Greifen, springen, sliden und in der Luft per Blickrichtung seinen Sturz steuern. Wie ein Superheld fliegt man nach einer Weile förmlich die Kletterkonstruktionen hinauf; und zwar nicht erst, wenn man die Iron-Man-artigen Handdüsen zur Verfügung hat. In insgesamt 30 Leveln tobt man sich aus - und hier ist das Wort mal wirklich angebracht - während die VR-Brille mit ihrem exzellenten Eindruck von Höhe eine gute Portion Gefahr mitspielen lässt.

Star Trek: Bridge Crew

Ubisoft hält VR weiter die Treue. Bridge Crew ist zwar nicht gerade billig - 49,99 Euro -, aber dafür auch durchaus umfangreich und eines der besten Beispiele asymmetrischen Koops. Das wohl beste Star-Trek-Spiel überhaupt ist ein schöner Beleg dafür, wie Virtual Reality das Miteinander in Videospielen transformiert. Es ist - und das muss man ebenso lobend wie einschränkend anführen - ein Spiel über Kommunikation. Jeder bestückt einen Posten auf demselben Sternenflotten-Raumschiff und ohne mit den anderen in Stimmkontakt zu treten, funktioniert hier gar nichts. Es ist dafür prädestiniert, es mit Freunden zu spielen oder zumindest eine Aufforderung, im Spiel mit Fremden seine Scheu abzulegen. Wem das nicht zusagt, für den ist Bridge Crew einfach nicht gemacht. Das Spiel kann nichts dafür, das holt so gut wie alles aus dem Konzept, endlich mal an den Steuerungskonsolen eines Schiffes wie der Enterprise zu sitzen.

Sportsbar VR

Und noch eins von der geselligen Sorte. Auch hier gilt: Ein Freund mit Oculus und eigener Sportsbar oder eine gewisse Kontaktfreudigkeit sollte man schon mitbringen. Das Spiel startete einst als Pool Nation VR und verdiente sich im Test eine goldene Auszeichnung von mir. Seither wurde die Bar, in der der Pool-Tisch steht, massiv erweitert. Um Airhockey zum Beispiel, Rampball, Shuffleboard, Schach, Dame und Darts sind ebenso drin, wie all der Schabernack, den man mit Barhockern, Jukeboxen und Bierflaschen so treibt, wenn keine Echtwelt-Konsequenzen zu befürchten sind. Und ja - es ist immer noch die beste Billard-Simulation aller Zeiten und nicht allzu weit entfernt von dem echten Erlebnis, nur dass ein Pool-Tisch noch mal deutlich kostspieliger ist als ein Spiele-PC samt Rift.

Superhot VR

Ich weiß, ich sagte Robo Recall sei die einzige VR-Schießbude, die ihr braucht. Superhot VR (Test) jedoch ist so viel mehr. Tatsächlich ist es schade, dass es in seiner Kürze nicht dieselbe Geschichte erzählt wie das Ursprungsspiel. Denn gewissermaßen ist das hier die Art, wie man Superhot eigentlich von Anfang an hätte erleben sollen. Kaum auszudenken, was für eine Hirnumkrempelung diese Erzählung vom Verschwimmen von Spiel und Realität in VR gewesen wäre. Möglich, dass die Entwickler gerade davor ein wenig Respekt hatten.

Aber auch so ist das hier das spannendste Action-Puzzle-Spiel mit dem größten Matrix-Faktor, den man sich vorstellen kann. Für Uneingeweihte: In Superhot läuft die Zeit nur weiter, wenn ihr euch bewegt - und zwar analog zu eurem Tempo. In VR hat das natürlich den Vorteil, das mit "Bewegung" nicht das halten der W-Taste oder des Joysticks gemeint ist, sondern die tatsächliche Bewegung eures Kopfes und eurer Hände. Eine einnehmende, schockierende und doch stilistisch faszinierende Gewaltorgie - genau die Sorte Spiel, vor der uns technologieverdrossene Cyberspace-Filme und -Literatur immer gewarnt haben. Sexy.


Wie steht's mit euch: Führt euch der drastisch gesenkte Preis in Versuchung, seht ihr VR schon jetzt als gescheitert an (an der Stelle kurz die nicht ganz unwichtige Zwischenfrage, ob ihr VR schon mal ausprobiert habt?) oder seid ihr interessiert, behaltet die Technologie aber lieber auf ihrem zukünftigen Entwicklungsweg im Auge, bis die Geräte ausgereifter sind? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Über den Autor

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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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