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12 vergessene Klassiker auf PS Plus Premium, die ihr unbedingt nachholen solltet!

Reise in die Vergangenheit gefällig?

Mit Extra und Premium hat Sony seinen PS Plus Abodienst um zwei weitere Preisstufen mit zusätzlichen Inhalten erweitert. Die bisherige Version nennt sich nun Essential und stellt die Einstiegsstufe dar. Die höchste Stufe, Premium, kostet, wenn man ein Jahresabo abschließt, knapp 10 Euro monatlich.

Die Premium-Stufe hat PS Plus Extra voraus, dass ihr Cloud-Streaming und Testversionen neuer Spiele erhaltet, die ihr zwei Stunden anspielen dürft. Vor allem aber auch eine große Bibliothek an Klassikern aus der PlayStation-Geschichte. Ihr dürft also PS1, PS2 und PS3 Spiele nachholen, die ihr vielleicht seinerzeit verpasst habt – oder alte Lieblinge neu aufleben lassen. Der Haken: Die PS3 ist nach wie vor notorisch schwierig zu emulieren, weshalb ihr ihre Spiele nur im Stream spielen könnt.

Uns war es zum Start des Dienstes ein Anliegen, euch ein paar Kult-Spiele ans Herz zu legen. Titel, die vielleicht nicht jeder kennt, in Vergessenheit zu geraten drohen oder die zu Unrecht keinen ganz so guten Ruf hatten. Zeit, das zu korrigieren.


Rogue Galaxy

Ein traumschönes Action-Rollenspiel, das wie so einige andere von Edel-Entwickler Level 5 heute ein wenig vergessen zu sein scheint (ein anderer Kandidat, auf den diese Beschreibung passt, ist noch unten vermerkt). Als eines der letzten Spiele der PS2 hatte sich die Aufmerksamkeit wohl schon auf Sonys nächste PlayStation-Generation verlagert, weshalb dieser hübsche Science-Fiction-Titel mit der aparten und noch heute gut anzuschauenden Cel-Shading-Optik ein wenig unter die Räder kam. Das gute daran: Ihr habt heute die Gelegenheit ein gewissermaßen velorenes Spiel komplett neu zu entdecken. Rogue Galaxy hat sie jedenfalls verdient, diese zweite Chance. Und wenn ihr keine Lust auf Action habt: Ihr könnt die Kämpfe auch jederzeit pausieren, euch Übersicht verschaffen und eurer Dreierparty Befehle erteilen.

Entschuldigt die Qualität dieses 15 Jahre alten Screenshots. Das Spiel hat sich deutlich besser gehalten als das.

Syphon Filter

Syphon Filter dürfte das beste Spiel sein, das Sonys Bend-Studio je gemacht hat (und ja, das schließt Days Gone mit ein). Und da es heute bekanntlich einen Mangel an guten Agenten- und Stealth-Spielen gibt, warum nicht das hier nehmen, das obendrein mit coolen Charakteren und gutem Plot punktet? Nun gut, ein bisschen leidensfähig muss man sein, denn ein PSone-Spiel in 3D ist in Sachen Steuerung und Usability schon recht... sagen wir mal "anspruchsvoll" und auch euer Ästhetikempfinden dürfte hier arg auf die Probe gestellt werden. Aber bei diesem Spiel stimmt zur Abwechslung mal der Spruch "Sie machen sie nicht mehr wie damals". Warum eigentlich nicht? Hey Bend, wie wäre es mit einer Fortsetzung?


Ape Escape 2 (PS2)

Eine der im positivsten Sinne beknacktesten Serien, die ein großer Plattformanbieter wie Sony je In-House in Auftrag gegeben hat. Alles begann als Quasi-Demo für einen Controller, der nicht nur einen, sondern zwei Analogsticks hatte. Ich hatte zu PSone-Zeiten recht gehässig über Sony gesagt, dass sie einfach alle guten Ideen Nintendos verdoppeln – erst die Schultertasten am Controller, dann die Sticks. Ändert aber nichts daran, dass das eine exzellente Idee war, die Nintendo am besten auch schon früher gehabt hätte. Ape Escape jedenfalls ist eine hirnverbrannte Freude von einem Spiel, wenn ihr verrückte Affen mit eurem Kescher auf dem rechten Stick fangt – in der PS2-Version optisch etwas erträglicher als in dem PSone-Original. Schaut es euch unbedingt an! Und sei es nur, um Sony zu signalisieren, dass noch eine Nachfrage nach dieser Marke besteht.

Das bedeutet Krieg. Ein Gedanke, der euch in Ape Escape 2 häufiger kommt.

BioShock 2 Remastered (PS3)

BioShock 2 war lange das ungeliebte Stiefkind der Reihe, und das sicher nicht unverdient. Das Spiel selbst war allerdings weniger das Problem. Das lag eher in der zugrundeliegenden Idee, erneut zu Rapture zurückzukehren und dort von Leuten zu erfahren, von denen wir auf auffällig bequeme Weise im ersten Teil nicht auch nur eine Silbe gehört hatten. Egal, wie tief wir auch in Raptures Mülleimern nach Audiologs gewühlt hatten. Mittlerweile sollten wir aber genug Abstand zum ersten Teil gewonnen haben, um Teil zwei als das zu betrachten, was er wirklich ist: Ein wirklich gutes BioShock, das vor allem mit dem DLC Minerva’s Den erzählerisch zur Hochform aufläuft. Ein unterschätztes Spiel.

Gebt zu, ein wenig juckt es euch schon in den Fingern, BioShock 2 noch einmal eine Chance zu geben.

Dark Chronicle (PS2, 2002)

Dark Chronicle von Level 5, in Japan als Dark Cloud bekannt, ist eine wunderbare und vor allem damals sehr gewagte Mixtur aus vielen, vielen Elementen. Als Basis dient ein anständiger Dungeon-Crawler, dazwischen baut man ein Dorf wieder auf und macht sich ein kluges Crafting-System zunutze. 2002 war das noch extrem frisch. Aber allein dabei bleibt es nicht. Ihr macht auch Bilder von allem möglichen, um aus diesen Gegenständen "Ideen" zu gewinnen. Und drei richtige Ideen kombiniert, ergeben schon mal eine neue Erfindung. Ein Fenster, einen Brunnen und eine Kiste kombiniert man so zum Beispiel zu einem Aquarium. Und natürlich dürft ihr auch angeln gehen. Dank des Cel-Shading Looks hat sich Dark Chronicle auch optisch exzellent gehalten, was für einen Titel aus der PS2-Ära keine Selbstverständlichkeit ist. Mein persönlicher Favorit auf dieser Liste.

Dark Chronicle kennt heute kaum noch einer. Und das ist schade. Es ist einer von Level 5s besten Titeln.

Ico Classics HD (PS3, 2011)

Ico wird euch eine Menge Dinge fühlen lassen. Auch Frust über eine schwache Kamera, tumbe Kämpfe und darüber, dass es eine einzige gut verschleierte Eskortmission ist. Vor allem jedoch empfindet ihr schon bald eine innige Liebe zu der wundersamen, traurigen Welt, die man als gehörnter Junge durchstreift, und zu der zarten Lichtgestalt, der man in die Freiheit helfen soll. Es ist eine Geschichte zweier Ausgestoßener, die sich finden, und ohne viele Worte eine tiefe Bindung knüpfen. Ein ganz besonderes Spiel von spezieller Atmosphäre und Anziehungskraft, das gut aufzeigt, wohin die Reise für Fumito Ueda und Team in Shadow of the Colossus und später The Last Guardian gehen würde – und eine Bildungslücke, die man tunlichst schließen sollte.

Der Beginn einer innigen Freundschaft.

Lost Planet (2006)

Lost Planet ist eine der Serien, die in Capcoms schwächerer PS360-Phase leider ein wenig unter die Räder gekommen ist. Der Erstling war ein sehr vielversprechender und spektakulärer Shooter, der westliche Spielprinzipien und japanisches Design attraktiv miteinander vermählte. In einer Eiswelt gegen gewaltige Käfer anzutreten, hier und da Mechs dafür zu nutzen und dabei nicht Gefrierbrand zu erleiden, das war schon eine gute Mischung, auch wenn das Spiel ein wenig kurz war. Aber machen wir uns nichts vor: Ihr seid eh nicht hier, um ein Spiel für die nächsten 100 Stunden zu finden. Ein cooler und heute immer noch ansehnlicher Shooter. Schade, dass die Nachfolger so orientierungslos wirkten, dass wir die Reihe mittlerweile wohl vergessen können.

Ob Dschungel oder Eis: Capcom kann Monster.

Machinarium (PS3, 2009)

Ein klassisches Adventure aus Tschechien, in dem man einen kleinen Roboter in einer Schrottwelt spielt. Auch ohne Worte wahnsinnig herzig und in seinem World-Building ziemlich ausgefallen sowie gestalterisch und klanglich eine Zier. Spielerisch ist Machinarium recht einfach gestrickt, aber man geht derart in dieser Welt auf, dass das nicht weiter stört. Definitiv ein bemerkenswertes Point-and-click aus einer Zeit, in der kaum jemand anständige Spiele dieser Sorte machte. Die Macher von Amanita Design haben viele schöne Spiele gemacht — Samorost, Botanicula, Chuchel und noch ein paar andere Namen, die einem die Rechtschreibkorrektur ankreidet —, aber Machinarium und sein kleiner Blechmann liegen mir besonders am Herzen.

Man muss Machinarium einfach lieben.

Siren (PS2, 2003)

Wo Resident Evil splatternden B-Horror auf Blockbuster-Format aufblies, setzte Silent Hill mehr auf psychologischen Terror. Siren (hierzulande eigentlich Forbidden Siren) vom Macher des ersten Silent Hill geht ebenfalls in diese finsterere Richtung, setzt dabei aber auf die entrückte und extrem japanische Spukästhetik eines The Grudge. Das Spiel galt schon damals als recht sperrig, entmachtete den Spieler noch deutlich mehr als andere Titel zu dieser Zeit und setzte mehr auf Stealth. Eine interessante Mechanik lässt euch durch die Augen eurer Feinde blicken und ist für viele spannende Momente gut. Falls euch der Sinn nach effektivem Horror steht und ihr auf eine Herausforderung gefasst seid (einige der Puzzles sind doch recht weit hergeholt), entdeckt ihr in Siren einen ungewöhnlichen Horror-Schocker, der ein paar Tricks auf Lager hat, die ihr nicht schon auswendig kennt.

Demnächst gibt es neues von Siren-Schöpfer Toyama. Slitterhead dürfte sehr interessant werden.

Split / Second Velocity (PS3, 2010)

Ich bin nicht sicher, ob die gestreamte PS3-Version die beste Art ist, dieses Spiel zu spielen. Aber das hier ist besser, als diesen kleinen Geheimtipp gar nicht erst auszuprobieren. Ich gebe zu, dass ich damals Bizarre Creations’ fast zeitgleich veröffentlichtes Blur noch deutlich stärker fand, aber Split/Second macht das, was es vorhat, immer noch ausgezeichnet. Es ist schlicht ein extrem sehenswertes Rennspiel. In irrsinnig übermotorisierten Sportwagen nehmt ihr an einer Rennspiel-Gameshow-Teil, bei der ihr während des Rennens die Kulisse rund um die Strecke auf eine Weise in die Luft jagt, dass es möglichst viele eure Konkurrenten zerreißt. Lasst etwa einen riesigen Schornstein auf die Strecke krachen oder einen im Trockendock geparkten Tanker über den Kurs wischen.

Das Zuckerhoch, das euch Split/Second beschert, hält nicht ewig. Macht für die Stunden, in denen es funktioniert, aber einen Heidenspaß.

Ist kein Spiel für die Ewigkeit (sagte er zwölf Jahre nach dem ursprünglichen Release des Titels), der Effekt der brillant choreografierten Zerstörung flacht dann doch irgendwann ab. Aber es unterhält geradezu explosiv von der ersten Sekunde an und sieht mehr als eine Dekade später noch ziemlich beeindruckend aus.


The Mark of Kri (PS2, 2002)

The Mark of Kri war in Deutschland mangels eines offiziellen Releases damals nicht so leicht zu bekommen. Sony fand das Spiel für die deutschen Behörden zu hart. Es ist wirklich schade, dass kaum jemand diesen Titel heute noch kennt, denn das knallharte Action-Adventure um den Barbaren Rau hatte ein innovatives und schön rhythmisches Kampfsystem dabei, mit dem man geschickt mehrere Gegner zugleich schon gezielt beharken konnte. Gelungene Stealth-Elemente und eine filmreife Präsentation komplettieren ein Abenteuer, das eigentlich alles konnte und mehr Erfolg verdient gehabt hätte. Eigentlich unerklärlich, dass God of War nur drei Jahre später mit ähnlichen Qualitäten zum Welthit wurde. Neben Dark Chronicle mein anderer persönlicher Favorit aus dieser Liste.

Ein Vorläufer von God of War und den Arkham-Batmans: The Mark of Kri.

Welche Klassiker aus der PS Plus Premium Auswahl würdet ihr gerne nachholen oder noch einmal neu erleben?

Über den Autor

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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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