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Quake Live: Carmack über Werbung

Premium-Abo nicht ausgeschlossen

In einem kurzen Interview mit Shacknews gestattet John Carmack einige interessante Einblicke darauf, wie und wieso er die Spiele-Zukunft seiner Firma id Software anders als bisher gestalten möchte und erklärt die finanzielle Basis von Quake Live.

Quake Live lässt sich treffend als Browservariante von Quake 3 Arena bezeichnen. Das Spiel wird nach Ende der momentan laufenden offenen Beta-Phase auf der offiziellen Website kostenlos und ohne größeren Aufwand im Webbrowser spielbar sein.

Ob sich das Vorhaben finanziell rentiert, hängt vom Erfolg der Ingame-Werbung ab. Das muss man sich nicht wie bei bisheriger Ingame-Werbung vorstellen, die hier und da Maptexturen ersetzt oder in Menüs eingebettet ist. Vielmehr ist die Werbung fest mit dem Spiel verwoben. Das ist auch der Grund, weswegen selbst bei eventueller Bezahlpflicht des Spiels die Werbung nicht verschwinden werde.

Carmack: "Wir glauben, dass es letztendlich wohl eine Art Premium-Mitgliedschaft geben wird, sind uns aber noch unschlüssig, wie das aussehen soll. Wir wissen noch nicht recht, was wir da an Mehrwerten bieten werden. Die Werbung würde es auf jeden Fall nicht ausschalten. Es würde ohne Werbung regelrecht schlechter aussehen, weil wir das Spiel so an ein ESPN-Erlebnis [amerikanischer Sportsender] anlehnen. Nähmen wir die Werbung raus, gäb's überall weiße Werbeflächen. Es wäre eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung."

Man verlässt sich aber nicht nur auf Ingame-Werbeflächen: "Es ist nicht nur die Ingame-Werbung, die das Spiel finanziert. Es gibt auch einige spezielle Sponsorenschaften. Gesponserte Level, gesponserte Spielerskins, gesponserte Wettbewerbe, Spielertabellen und solche Sachen." Wie und ob sich das Projekt großzügig rentiert, wisse man noch nicht. "Es ist ein großes Experiment für uns. Es gibt keine vergleichbaren Beispiele für das, was wir hier tun", so Carmack zu Shacknews.

Dass es an der Zeit für solche Experimente ist, liegt laut Carmack an der derzeitigen Situation der Spieleplattform PC. "Ja, ich glaube, wir können nicht weiter PC-Spiele machen, wie wir es bisher getan haben, wegen der Kombination aus der Konsolendominanz und Piraterie. Das traditionelle PC-exklusive AAA-Singleplayer-Spiel in der dick gefüllten DVD-Hülle, das sich ordentlich verkauft - das findet einfach nicht statt." Offenbar führt auch für id Software kein Weg an der Entwicklung für mehrere Plattformen vorbei.

Dem iPhone gegenüber zeigt Carmack jedenfalls keine Abneigung: "Ich bin ziemlich optimistisch, was den iPhone-Markt angeht. [...] Es ist eine großartige Hardware-Plattform und ein Markt, in dem ich wirklich drin sein möchte. Wir hatten nur nicht die Ressourcen, um beim Launch etwas abzuliefern." Derzeit entwickelt id Software Wolfenstein RPG für Apples Telefon, danach wäre ein Sequel zu Doom RPG nicht auszuschließen.

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