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Resident Evil: The Mercenaries 3D

Große Zombie-Treibjagd

Die Starttitel einer neuen Hardware fallen spielerisch meist ein wenig dünn aus – große Nintendo-Titel mal ausgenommen, merkt man diesen frühen Veröffentlichungen oft an, dass die Entwickler unter Zeitdruck standen, auch ja zum Hardware-Launch fertig zu sein, und dass sie auch noch keine allzu große Erfahrung mit den neuen Systemen haben. Bis die richtig langen und komplexen Spiele kommen, dauert es meist noch ein paar Monate. So erklärt sich dann auch, dass Capcoms erstes Resident Evil für den 3DS mit dem Untertitel The Mercenaries 3D im Grunde nur einen großen Mischmasch aus bekannten Szenarien in einer kurzen, knackigen Häppchenform darstellt.

Wir konnten uns als Chris Redfield, dessen Schwester Claire, Fiesling Jack Krauser und Söldner Hunk in ein Szenario aus der aktuellen fünften Resident-Evil-Episode wagen. Auf dem staubigen, afrikanischen Marktplatz hatten wir dann begrenzt Zeit, um möglichst viele Gegner mit unserem doch recht reichhaltigen Waffenarsenal über den Jordan zu schicken. Jeder besiegte Gegner verlängert das Zeitlimit ein wenig und natürlich lassen die Widersacher auch wertvolle Munition und Heilkräuter fallen.

Wie in den Mercenaries-Spielmodi der letzten beiden Resi-Episoden wird hier auf Handlung verzichtet – es geht einzig und alleine darum, möglichst lange zu spielen und durch das Erschießen oder Erschlagen möglichst vieler Gegner ein Optimum an Punkten anzuhäufen. Ein Umstand, der dem deutschen Jugendschutz seit jeher missfiel, zur Streichung der entsprechenden Modi in der lokalisierten Version von Resident Evil 4 führte und auch bei manchem Spieler, der sich vom ersten 3D-Resident-Evil mehr erwartet hätte, zu Missfallen führen könnte.

Legt man dagegen selbst Hand an die 3D-Mercenaries an, dann sind solche Kritikpunkte erst einmal vergessen und großes Staunen macht sich breit: Resident Evil steht auf dem 3DS den großen Vorbildern in so gut wie nichts nach. Die Szenarien sind herrlich detailreich, überzeugen durch stimmungsvolle Ausleuchtung, durchdachte Farbwahl und laufen absolut flüssig über den Bildschirm, dank 3D-Effekt ist das Gefühl der Immersion äußerst beeindruckend. Auch spielerisch punktet The Mercenaries 3D: Capcom verzichtet auf aufgesetzte Touchscreen-Spielereien und verlässt sich ganz auf die klassische Resident-Evil-Steuerung. Ihr bewegt eure Figur mit dem herrlich griffigen Analog-Controller, zieht die Waffe per Schultertaste und feuert auf Knopfdruck. Auf dem unteren Bildschirm seht ihr euer Inventar, eure Waffen und eure Lebensenergie.

Resident Evil: The Mercenaries - Trailer

Bisher waren nur Szenarien aus Resident Evil 4 und 5 zu sehen, Capcom verspricht aber auch, dass es Orte und Gegner früherer Episoden in das 3DS-Debüt der Serie schaffen sollen. Bereits fest als spielbare Figur angekündigt ist die gute, alte Jill Valentine. Hoffen wir mal, dass auch weitere alte Bekannte wie Leon S. Kennedy oder Rebecca Chambers ihren Weg in die kommende Untoten-Hatz finden werden.

Natürlich, so eine richtige, ausgewachsene Resident-Evil-Episode, darüber hätten wir uns schon mehr gefreut als über einen zum Vollpreisspiel aufgeblasenen Bonus-Spielmodus. Aber zum einen steht uns mit dem ebenfalls für den 3DS angekündigten Resident Evil: Revelations ja ohnehin ein großes, klassisches Abenteuer ins Haus und noch bin ich von der tollen Mercenaries-Technik einfach zu geflasht, um das alte „wirhättenaberlieber"-Spielchen zu starten. Es ist schon fantastisch, die Szenarien aus Resident Evil 4 und 5 stehen ihren großen Heimkonsolen-Vorbildern auf diesem kleinen Handheld grafisch fast in nichts nach und punkten zudem noch mit schickem, brillenlosen 3D!

Wer Resident Evil vor allem wegen seiner Handlung spielt, der wird hier vielleicht nicht wirklich glücklich werden, aber als absolut beeindruckende Tech-Demo und als flotter Arcade-Spaß für die Punktejagd zwischendurch kommen die dreidimensionalen Mercenaries auf dem 3DS gerade recht. Hoffen wir nur, dass das Spielprinzip und die Untoten-Action hierzulande nicht mit den Reizkriterien der USK kollidieren...

Resident Evil: The Mercenaries 3D soll bis Anfang Juni 2011 exklusiv für den Nintendo 3DS erscheinen.

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Thomas Nickel

Autor

Fest in der 16Bit-Ära verwurzelt, lehrt der freie Autor Spielegeschichte an der Frankfurter Games Academy. Wird eher selten vor Ego-Shootern gesichtet.

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