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Mario Party DS

Noch nicht partymüde

Kann eine Reihe nach acht Ausgaben für Konsolen und einem Ableger für den Game Boy Advance noch überraschen? Wahrscheinlich nicht, weshalb das erste Mario Party für den Nintendo DS genau das ist, was Ihr erwartet. Das altbekannte und weiterhin nahezu unveränderte Spielprinzip, nur dieses Mal ausgelegt auf den Handheld eben. Eigentlich könnte ich mein Review damit schon beschließen, aber ich will mal nicht so sein. Denn so innovationslos Mario Party DS auch ist - als gutes und vor allem kurzweiliges Spiel darf man es trotzdem bezeichnen.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Ihr noch nie über einen der Vorgänger gestolpert seid, hier schnell die Regeln. Vier Nintendo-Charaktere treten auf einem Spielbrett gegeneinander an und versuchen, möglichst viele Sterne zu sammeln. Die erhalten sie in der Regel im Tausch gegen Münzen, die sie wiederum in erster Linie in diversen Minispielen sammeln.

Der Ablauf ist stets gleich: Der erste Spieler würfelt, bewegt seine Figur entsprechend nach vorne und landet auf einem Feld, das eine bestimmte Aktion auslöst. Manche schenken Euch lediglich drei Münzen, andere ziehen Euch drei Münzen aus der Tasche, wieder andere führen Veränderungen am Spielbrett durch oder lassen Euch die Position wechseln. Haben alle vier Spieler einmal gewürfelt, beginnt eines der besagten Minispiele und anschließend geht's von vorne los.

Aufgrund dieses recht eng gefassten Spielablaufs waren Veränderungen bis dato nur im Detail möglich und Mario Party DS tanzt da nicht aus der Reihe. Der deutlichste Unterschied zu den letzten Ausgaben auf Konsolen ist noch bei den Items spürbar, deren Bedeutung leicht abgenommen hat. Die könnt Ihr wie die Kapseln in einem der GameCube-Teile auf ein Feld in Eurer Umgebung werfen, aber es gehört dann natürlich eine Portion Glück dazu, dass einer Eurer Gegner wirklich auf dieses Feld und in die Falle stapft - auch wenn die Spielbretter ein wenig kompakter sind.

Insgesamt fünf verschiedene davon gibt es, die bekannten Variationen bei der Sternenjagd inklusive: Ansteigende Preise (der erste Stern kostet fünf Münzen, der zweite zehn und so weiter) sowie das Erklimmen eines Berges, an dessen Spitze Ihr den Stern kaufen könnt, beispielsweise. Ein, zwei weitere wären allerdings nett gewesen, weil man insbesondere wegen der geringen Größe die Spielbretter schnell auswendig kennt.

Die Karte zeigt's: Die Spielbretter sind kleiner geworden.

Die Minispiele auswendig zu kennen, gestaltet sich hingegen schon eine ganze Ecke schwieriger, da die Auswahl in Mario Party DS wahrlich gewaltig ist. Wie üblich existieren mehrere Kategorien, so dass jeder gegen jeden antreten kann, aber auch Zweiergruppen, Drei-gegen-eins-Wettkämpfe und Duelle möglich sind.

Selbstverständlich macht ein Großteil der meistens maximal einer Minute langen Spiele Verwendung von Touchscreen sowie Mikrofon des Nintendo DS - und das sogar sehr gut. Kerzen auszupusten und Ziele anzutippen, zählt zu den einfacheren Übungen, aber zum Glück trefft Ihr ebenso auf schwierigere Aufgaben. Das Steuern eines Rennwagens etwa, bei dem ein Spieler die linken Reifen und ein zweiter Spieler die rechten Reifen dreht, erfordert viel Konzentration und gutes Teamwork. Ganz klassische Minispiele, die Ihr via Steuerkreuz und Buttons bedient, gibt's natürlich auch.

Alles in allem eine sehr gelungene Mischung, die nicht von ungefähr an die ersten drei und wohl besten Partys auf dem Nintendo 64 erinnert. Gleiches gilt für Grafik und Sound, die ordentlich wirken und vielleicht nicht alles, aber doch einiges aus dem Handheld herausholen.

Im Grunde hat Mario Party DS - von seiner überraschungsarmen Art abgesehen - ohnehin nur eine echte Schwäche: Es ist nicht online spielbar. Ärgerlich, weil man den Singleplayerpart wie immer vergessen kann. (Gut, das mag man dem Spiel möglicherweise ebenso als echte Schwäche ankreiden, aber man feiert halt einfach keine Partys alleine.) Dafür ist der lokale Wi-Fi-Modus umso komfortabler, da mit einem Exemplar vier Spieler teilnehmen können. Multikarten-Multiplayer haben die Entwickler erstaunlicherweise nicht einmal vorgesehen, aber wozu, wenn es mit einem Modul bestens funktioniert? Die Ladezeiten sind im Spielverlauf jedenfalls minimal.

Wären die Unterschiede zu den Vorgängern nicht ebenfalls so minimal, hätte Mario Party DS ein echter, richtig großer Hit sein können. Aber es ist wie im wahren Leben: Selbst die beste Party verliert mit der neunten Wiederholung einen Teil ihres Reizes. Man geht zwar gerne hin, trinkt ein bisschen was, aber man bleibt nicht mehr bis zum Ende, sondern verabschiedet sich vorzeitig, solange es noch Spaß macht.

7 / 10

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