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Riccitiello: EA scheut keine Risiken

NBA Elite ein gutes Beispiel

Während andere Unternehmen laut EAs CEO John Riccitiello auf neue Konsolen warten, bevor sie Risiken eingehen, will das EA selbst nicht mehr länger so handhaben.

Als Beispiel dafür, dass der Publisher keine Risiken scheut, nannte er das vor kurzem eingestampfte NBA Elite 11.

"Es ist sehr einfach, eine Fortsetzung zu einem Produkt zu machen, wenn man es nicht allzu sehr verändern will", erklärt er. "Wenn man es hingegen grundlegend verändern möchte, geht man ein ziemliches Risiko ein. Ändert man etwas, das auf einer jährlichen Basis erscheint, geht man ein wirklich großes Risiko ein, denn wenn die Technologie, auf die man aufbaut, im ersten oder zweiten Versuch nicht funktioniert, verpasst man sein Zeitfenster."

"Von Zeit zu Zeit gehen wir diese Risiken ein, im Sport-Genre üblicherweise nur beim Übergang auf eine neue Plattform. Manchmal jedoch, wie wir es bei FIFA getan haben, ist das nicht der Fall. Einen ähnlich ambitionierten Schritt vollführten wir vor vier Jahren mit FIFA und es hat geklappt - im gleichen Studio mit vielen der gleichen Leute."

"Die Leute bewundern Unternehmen, die Risiken eingehen", so Riccitiello. "Rückblickend scheinen sie aber nur die Unternehmen zu bewundern, die Risiken eingehen, wenn es auch sicher funktioniert."

"Das ist kein Risiko mehr, wenn man lediglich Risiken eingeht, die funktionieren. Für mich ist das ähnlich wie beim Skifahren: Wenn man nicht gelegentlich hinfällt, versucht man es nicht hart genug."

Man habe einfach versucht, ein Spiel, das zwei Jahre braucht, in 18 Monaten zu entwickeln.

"Wir waren mitten in einer Zitterpartie. Die Demo kam raus, wir stellten das Spiel fertig. Es gab interne Tests und wir waren nicht glücklich. Wenn man in Gesprächen zwischen dem Label und den Sales-Leuten erfährt, dass es wahrscheinlich ein Titel in den 60er Regionen wird, weil es einfach nicht fertig ist, was macht man dann?"

"Es gibt nicht viele Entscheidungen, die im Grunde genommen direkt auf meinem Tisch landen. Das hier war eine."

Riccitiello glaubt, dass NBA Elite, wenn es in den Handel gekommen wäre, in puncto Verkaufszahlen klar gegen 2Ks NBA 2K11 verloren und ebenso EAs Reputation geschadet hätte.

"Ihr wärt schockiert, wenn ihr wüsstet, wie viele Entscheidungen in letzter Minute getroffen werden", sagt er. "Bei den meisten Spielen, ob das nun Crysis 2, GTA, Red Dead Redemption, oder, ich weiß es nicht, Blur sind, gibt es keinen festen Zeitraum, in dem das Produkt in den Handel kommen muss, um sich mit der aktuellen Saison zu messen."

"Wenn es ein Shooter oder ein Sims-Spiel gewesen wäre, hätten die meisten Leute gesagt: 'Schaut, es gibt keine Saison für die Sims und keine für Shooter'. Das Team hätte das Spiel niemals gemastert. Sie hätten weiter daran gearbeitet, die weiße Fahne zur Entschuldigung geschwenkt, drei oder vier weitere Monate hineingesteckt und das Spiel verschoben."

"Aber dann gibt es keine Basketball-Saison", sagt er.

Das bedeute aber nicht, dass man NBA Elite endgültig abgeschrieben habe. Oder wie Riccitiello sagt: "Um Himmels willen, wir sind EA Sports."

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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