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'Schließungen von Studios ein Zeichen für die Reife der Industrie' - Ubisoft

Weniger, aber dafür größere Firmen

Neben den Flagship Studios und seit neuestem auch den Ensemble Studios mussten in diesem Jahr schon so einige andere Entwicklerteams ihre Pforten schließen. Für Gareth Edmondson, Leiter von Ubisoft Reflections, ist das ein bedauerlicher Nebeneffekt der wachsenden Reife der Industrie.

"Ich vermute, wir müssen eine Zusammenführung in Form von weniger, aber dafür größeren Unternehmen in unserer Industrie erwarten", erklärt Edmondson gegenüber GamesIndustry. "Es geht schon eine ganze Weile so und ich glaube, es ist Teil der Wachstumsschmerzen einer Industrie, die erwachsen wird."

Obwohl die Industrie insgesamt wachse, würden britische Studios laut Edmondson den Kürzeren ziehen, weil sie zu wenig Unterstützung von der Regierung erhielten. Speziell, wenn es um Steuervergünstigungen wie in Kanada gehe.

"Global betrachtet vergrößert sich die Industrie. Ubisoft hat zum Beispiel in Großbritannien und auch in anderen Regionen sein Geschäft ausgebaut und neue Leute eingestellt. Man wird dies auch weiterhin tun. Aber vor allem in Großbritannien bekommt man nicht viel von dieser globalen Erweiterung zu spüren. Es ist traurig, wenn man mit ansehen muss, wie britische Studios geschlossen und Leute entlassen werden."

Edmondson ist außerdem einer der Unterstützer der "Games Up?"-Kampagne, die eben jene Situation verbessern soll. "Ich glaube, Großbritannien leider unter sehr unausgeglichenen Bedingungen, wenn es um die Kosten geht. Am Ende geht es uns mit 'Games Up?' nicht um Geschenke. Es soll die Bedingungen verbessern, für mehr Investitionen in Großbritannien sorgen und die Barriere für Start-up-Unternehmen niedriger setzen."

"Ein weiteres wichtiges Ziel der 'Games Up?'-Kampagne ist es, die Standards unserer Hochschulabsolventen für unsere Industrie zu erhöhen. Eine gut ausgebildete Belegschaft animiert zu Investitionen und sorgt dafür, dass Großbritannien die globale Erweiterung, die wir in der Industrie sehen, besser ausnutzen kann."

Selbst Studios, die von großen Publishern oder Konsolenherstellern übernommen wurden, müssen sich laut Edmondson der harten Realität stellen - wie man aktuell am Beispiel der Ensemble Studios sieht.

"Wenn man zu einem Publisher gehört, mindert das nicht die Qualitätsanforderungen an Euer Produkt. Es erhöht sie viel mehr, da Publisher eher einen größeren Wert auf ihre intern entwickelten Produkte legen", sagt Edmondson. "Unabhängige Studios müssen natürlich mit anderen Problemen kämpfen. Und es ist generell wahr, dass Studios im Besitz eines Publishers eine bessere Chance haben, weil ihnen mehr Ressourcen zur Verfügung stehen und sie zumeist von Geldproblemen und anderen Schwierigkeiten eines unabhängigen Studios verschont bleiben."

"Ich denke, es ist ein hartes Geschäft... Publisher reagieren wie jede andere Industrie auf die Nachfrage des Marktes. Allgemein gesagt bin ich mir sicher, dass alle Publisher etwas von ihren Studios fordern, weil es die Kunden so verlangen."

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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