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She-Hulk hatte gerade seine erste schlechte Folge

Neun Folgen zu je 25 Minuten und ihr denkt, wir brauchen eine Füller-Episode?

Ein bisschen schwang das ja schon die ganze Zeit mit, aber ich muss sagen: So ohne Gast-Stars hängt She-Hulk ganz schön in der Luft. Das ist einerseits schade, weil ich Tatiana Maslany in dieser Rolle sehr mag und mir die Tonalität der Serie gut gefällt. Andererseits ist es aber auch lehrreich, denn selten sah man deutlicher, was an dieser prinzipiell gefälligen Show nicht funktioniert, als an dieser fünften Folge.

Die Rechtsanwaltsseite der Show ist mit wenigen Ausnahmen einfach langweilig. Sowohl der Donny-Blaze-Fall von letzte Woche (dem wir immerhin den besten neuen MCU-Charater Madisynn zu verdanken haben) als auch die Rechtefrage im Zwist mit Titania diese Woche schienen rechtlich im Grunde unhaltbare Selbstläufer zu sein und stellten keinerlei moralische oder sonstwie interessante Fragen. Oder stellten sie zwar, wurden aber von den Beteiligten nicht gesehen und noch weniger beantwortet. Wo ist David E. Kelley, wenn man ihn braucht?

Ein Leben ohne Madisynn ist möglich, aber sinnlos.

Diese Woche gipfelte das zwar immerhin in einem humorigen Moment der Demütigung für Jen: Als all ihre misslungenen Dates von letzter Woche noch einmal vorsprechen dürfen, um zu belegen, dass sie den Namen She-Hulk bereits vorher nutzte, schämt man sich in einem Anflug von Sad-Sack-Comedy ganz gut für sie mit. Auch gab es einen recht gelungenen, rührenden Moment, als sie ihren Kinderonkologen für einen Moment verstehen kann, warum er nach dem One-Night-Stand die Biege machte, als sie plötzlich als sie selbst vor ihm steht.

Ansonsten aber landeten die Jokes diesmal für mich mehrheitlich auf der Nase, nachdem ich letzte Woche vor allem über Madisynn extrem viel gelacht habe. Sollen wir ernsthaft glauben, dass sich zwei gut bezahlte Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei von oben bis unten in Bootleg-Avengers-Fanartikeln einkleiden? Und warum sollte ein Schwarzhändler für gefälschte Fanartikel einen Kontakt zum Superheldenschneider herstellen können?

Auch den Schneider zum wichtigen Inhalt der Episode zu machen, und ihn dann dermaßen zum Mode-Klischee zu überzeichnen, nur um am Ende ein Daredevil Easter-Egg zu platzieren (über dessen bevorstehende Ankunft wir bereits Bescheid wissen) langweilte im Grunde. Es legte offen, dass eigentlich sehr wenig passiert und es immer noch keine wirklich übergeordnete Handlung gibt. Das wäre schon in Ordnung, wäre der Gerichtsanteil oder das private Drama involvierender oder gegenwärtiger, aber letzte Folge war da einfach zu wenig, was dafür gesorgt hätte, dass man nicht ständig aufs Handy schaut.

Jenn wird vom Boss mal wieder zusammengefaltet.

Schade, die letzte Episode hatte mir eine Menge Spaß gemacht, und ich hatte das Gefühl, die Show sei endlich bei sich selbst angekommen. Folge fünf hat ein paar gute Gags – die Shrek-Parallelen werden direkt angegangen – und dass Jenn verbaler Prügelknabe für alle aus ihrem direkten Umfeld ist, ist beinahe schon zu viel des Guten, meistens aber auf die Underdog-Art durchaus erheiternd. Aber oft genug wirkten diesmal etwaige Albernheiten nicht verdient oder organisch implementiert – und vor allem hat man das Gefühl, es steht nichts auf dem Spiel. Die Nebencharaktere sind nicht gut genug entwickelt, die Fälle zu flach, um eine Gerichtsshow zu tragen und dass es immer noch keine übergeordnete Geschichte gibt, stimmt mich sorgenvoll.

Vier Folgen gibt es noch, diese eine Füller-Episode verzeihe ich ihr gerne, wenn es jetzt so langsam ein wenig zwingender würde.


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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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