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Star Wars: The Force Unleashed (Switch) - Test: Wenn 14 Jahre alte Versionen besser sind

Nicht ganz so entfesselt.
Ein Garant für kurzweiligen Spaß, wenngleich die Wii-Technik schlecht gealtert ist und es ältere, technisch bessere Versionen gibt.

Das erste Star Wars: The Force Unleashed mochte und mag ich nach wie vor sehr gerne. Entsprechend hellhörig wurde ich, als Aspyr das 2008 veröffentlichte Spiel vor einer Weile für die Nintendo Switch ankündigte. Nur, um letztlich doch ernüchtert zu sein. Bei The Force Unleashed muss man nämlich genau aufpassen, welche Version man spielt.

Je nach System spielte sich der Titel deutlich unterschiedlich. Auf die Switch hat es jetzt die damalige Wii-Version geschafft. Und wir wissen ja alle, wie potent die Hardware von Nintendos Konsole damals im Vergleich zur Xbox 360 und PlayStation 3 nicht war. Technisch gesehen entspricht The Force Unleashed auf der Switch somit leider der Wii-Version in höherer Auflösung. Und die sieht ein gutes Stück schlechter aus als die Xbox-360-Fassung, die ich zum Vergleich noch einmal auf der Xbox Series X heruntergeladen und angespielt habe. Wer die technisch beste Version dieses Spiel möchte, ist mit ihm auf PC, Xbox 360 und PS3 weiterhin am besten bedient.

Inhaltliche Unterschiede in The Force Unleashed

Das ist schade, angesichts früherer Portierungen von Aspyr aber nicht wirklich überraschend. Interessant sind für mich auch inhaltliche Unterschiede, die ich durch das Spielen der Switch-Version erstmals so richtig wahrnehme. Zu Anfang kämpft ihr als Vader auf Kashyyyk auf der Switch etwa an der Seite von Klonen, während es in der Xbox-Version Sturmtruppen sind. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass Vader ein machtsensitives Kind namens Galen Marek findet, den er zu seinem geheimen Schüler Starkiller ausbildet. Vaders Ziel: Verbleibende Jedi ausschalten, um seine Position zu festigen und letztlich den Imperator auszuschalten.

Technisch liefert The Force Unleashed auf der Switch nicht die beste Vorstellung ab.

Dazu schnetzelt ihr euch in diesem Mix aus Action-Adventure und Hack 'n Slash durch zahlreiche Gegnerhorden. Egal, ob Rebellen oder Sturmtruppen, Starkiller soll keine Beweise zu seiner Existenz hinterlassen, also macht ihr kurzerhand alles platt, was euch über den Weg läuft. Von Fußtruppen bis hin zu AT-STs und noch Größerem entledigt ihr euch euren Gegnern mithilfe eures Lichtschwerts und der Macht.

Hierbei versprüht das Spiel auf der Switch nicht ganz diesen Punch, den ich damals und heute noch auf der Xbox fühle, auch aufgrund der hier fehlenden Euphoria-Physikengine. Grundsätzlich funktioniert der Kampf aber gut und flüssig, wenngleich nicht immer sofort klar ist, ob ein Gegner bereits besiegt ist oder nur zu Boden gestoßen wurde. Das Feedback lässt manchmal etwas zu wünschen übrig. Erhaltene Erfahrungspunkte investiert ihr in die Verbesserung von Starkillers Attacken und Kräften, ihr könnt euer Lichtschwert ebenso ändern und bestimmte Aspekte durch gefundene Kristalle verbessern.

Kleinere Probleme in The Force Unleashed auf der Switch

Schade ist auch, dass die Levels im Vergleich zu den technisch stärkeren Versionen kleiner sind. Ihr habt weniger Spielraum für die eindrucksvollen Machtkräfte von Starkiller, dafür kommt das Lichtschwert im Kampf etwas mehr zur Geltung. Hier und da kann zudem die Kamera ein wenig bockig sein, etwa wenn zerstörbare Teile der Umgebung plötzlich in eurem Weg liegen und die Sicht blockieren. Es ist kein ernstzunehmendes, ständig vorkommendes Problem, aber es passiert vereinzelz.

Zum Vergleich: Die Xbox-360-Version von The Force Unleashed (auf der Series X gespielt).

Dementsprechend ist der Kampf auch der Hauptfokus von The Force Unleashed. Auf der Switch macht der nicht ganz so viel Spaß wie auf anderen Systemen, ist aber solide genug, um euch auch dort mit kurzweiliger Unterhaltung bei Laune zu halten. Vorhanden ist übrigens auch der damals Wii-exklusive Duell-Modus, in dem ihr gegen einen anderen Spieler oder eine Spielerin antreten könnt. Ebenso lässt sich auf Wunsch die Bewegungssteuerung im Kampf einsetzen. Die ist leider nicht mehr als okay, die Genauigkeit lässt zu wünschen übrig. Spielt lieber ganz normal mit Sticks und Buttons.

Star Wars: The Force Unleashed (Switch) Test – Fazit

Heute wie damals mag ich The Force Unleasheds Ansatz eines Hack 'n Slash im Star-Wars-Universum. Das macht das Spiel auch ganz kompetent, wenngleich das auf PS3, Xbox 360 und PC deutlich besser zur Geltung kommt. Die für die Switch-Portierung als Grundlage herangezogene Wii-Version zeigt deutlich mehr Altersanzeichen. Es ist schon bezeichnend, wenn 14 Jahre alte Versionen besser aussehen als eine aktuelle Portierung auf die Switch. Die vorhandene Bewegungssteuerung reißt es leider nicht heraus und auch der Duell-Modus ist jetzt nicht das, was ich als entscheidenden Kaufgrund bezeichnen würde. Dennoch sorgt The Force Unleashed auf der Switch für kurzweiligen Spaß. Wenn ihr euch mit eurem Lichtschwert und euren Machtkräften durch zahlreich vorhandene Gegner schnetzeln möchtet, lohnt sich der Kauf. Wer eine der technisch stärkeren Versionen besitzt, spielt lieber die noch einmal.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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