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The Darkness

Vom Comic zum Videospiel

Comics hatten es in Deutschland, dem Land der Literaten und Dichter, schon immer ein wenig schwerer. Genau wie Videospiele wurden sie über lange Jahre hinweg als Kinderkram angesehen. Ohne Nachwuchsförderung und eingeschworene Fangemeinde schafften es nur Mainstream Comics wie „Micky Maus“ und „Asterix & Obelix“ signifikante Stückzahlen abzusetzen. Speziell im Vergleich mit Nachbar Frankreich, wo im 20. Jahrhundert eine blühende Comic-Landschaft mit vielen erstklassigen Künstlern entstand, wagten sich erst in den Achtzigern und Neunzigern deutsche Künstler auf den hart umkämpften Markt.

Für die meisten Erwachsenen blieben die bunten Bilderfolgen aber nach wie vor Bücher für Vollidioten und keine respektierte Erzählform. Comics für Erwachsene waren für die Masse eher Softpornos á la „Heavy Metal“, wirkliche Tiefe wurde ihnen nie zugestanden.

Mit den erfolgreichen Verfilmungen der letzten Jahre sind auch „Spiderman“, „Batman“ und die „X-Men“ in der deutschen Popkultur angekommen. Nichtsdestotrotz verbringt aber noch heute ein Großteil der Superhelden ein Nischendasein und ist nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten ein Begriff. „The Darkness“ ist so ein Comic, der den Sprung auf die große Leinwand noch nicht geschafft hat und überraschenderweise zuerst als Videospiel das Licht der bewegten Bilder erblickt. Die filmischen Verwertungsrechte sind zwar schon seit 2004 in der Hand des Studios Dimension Films, doch die schwedischen Entwickler Starbreeze waren eindeutig schneller und liefern eine wegweisende Comic-Umsetzung ab.

Wer ist Jackie Estacado?

Jackie wirkt im Spiel deutlich weicher wie im Comic.

Eine klare Definition ist hier gar nicht so einfach. Die Hintergrundgeschichte des Mafia-Killers wurde nämlich anlässlich des Videospiels etwas verändert. Während der Ziehvater der Originalversion von 1997 der knallharte, aber gutmütige Mafia-Boss Frank Franchetti war, wurde er bei der Neuauflage einfach mit Jackies durchgeknalltem Cousin Paulie gekreuzt. Nun ist Paulie Franchetti der Onkel, der ihn nicht aus dem Waisenhaus geholt hat, um einen Erben groß zu ziehen, sondern einen willigen Helfer, der ohne zu fragen die Gegner aus dem Weg räumt. Viele der anderen Figuren tauchen auch im Videospiel auf, doch die Autoren nutzten die Comic-Umsetzung, um die ganze Geschichte der Darkness umzuschreiben.

Paul Jenkins, The Darkness-Schöpfer der ersten Stunde, entwarf sogar mit Starbreeze-Künstler Mattias Snygg ein so genanntes Prequel, das auch für die Comic-Serie einen Neuanfang darstellte. In Level 0 wird die Vorgeschichte um Jackies Großvater Anthony Estacado erzählt, der im ersten Weltkrieg zum ersten Mal mit der urwüchsigen Kraft der Dunkelheit in Berührung kommt. Außerdem nutzen die Künstler die Gelegenheit und verpassen der Geschichte eine deutlich düstere Atmosphäre, die sich wohltuend von der ursprünglich sehr bunten Erscheinung der ersten Serie abhebt. Stücken für Stück werden Comic und Spiel so zu einem neuen Gesamtbild zusammen gesetzt, das als Vorbild für andere Projekte dieser Art dienen kann.

Was ist die Darkness?

The Darkness als Comic

Um die Geschichte der Darkness zu verstehen, muss man weit zurück reisen: Die Darkness ist eine Gabe, die seit Jahrtausenden von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Sie ist die Manifestation des Bösen und tritt mit der Hilfe eines Auserwählten gegen die Kräfte des Guten an. Der Träger der Darkness kann in der Dunkelheit mächtige Tentakeln, die abscheulichen Darklinge und eine nahezu undurchdringliche Rüstung hervorrufen.

Doch genau wie beim „guten“ Gegenpol Witchblade – eine weibliche Kriegerin samt eigener Comicserie –, wird der Träger immer wieder auch zum Sklaven dieser alten Macht und es herrscht ein ständiger Kampf um die Kontrolle.

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