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The Eye of Judgement

Meine Kamera, meine Karten, mein Spielfeld

1993 erschien mit Magic: Die Zusammenkunft das erste Sammelkartenspiel (Trading Card Game) von Wizards of the Coast. Damals konnte das Unternehmen wohl noch nicht absehen, dass man damit einen neuen Trend auslösen würde. Heute gibt es zahlreiche verschiedene solcher Spiele mit den unterschiedlichsten Themen, zum Beispiel Star Wars oder sogar World of WarCraft.

Gespielt wird traditionell meist zu zweit, wobei sich die Teilnehmer natürlich gegenüber sitzen müssen. Sony arbeitet derzeit an einer kleinen Evolution dieses Spielprinzips. Im Zusammenspiel mit der PlayStation 3 soll dem sonst etwas trockenen Ablauf etwas Leben angehaucht werden.

Die Rede ist natürlich von The Eye of Judgement. Der Titel wird in einem Bundle mit der PlayStation Eye-Kamera, einem Spielfeld und einem Starter Pack - bestehend aus 30 Karten - ausgeliefert. Letztere sind übrigens in jeder Verpackung absolut identisch, damit alle Käufer unter den gleichen Startbedingungen antreten.

Ein Nachteil von The Eye of Judgement ist natürlich, dass man für die Kamera und das Spielfeld ein wenig Platz vor dem Fernseher benötigt, zum Beispiel einen kleinen Tisch oder eine andere ebene Fläche. Sollte selbiges vorhanden sein, steht dem Spielvergnügen aber nichts mehr im Weg.

Das Spielfeld von The Eye of Judgement verfügt über neun Flächen. Der Sieger muss insgesamt fünf Stück davon in seinen Besitz bringen. Klingt einfach, allerdings kommt beim Verteilen Eurer Karten eine weitere wichtige Komponente zum Zuge. Jedes der neun Felder hat Einfluss auf bestimmte Einheiten. In der goldenen Mitte überzeugen vor allem mechanische Einheiten, während die restlichen Orte zu den folgenden Kategorien zählen: Feuer, Erde, Wasser, Wald.

Hier schön zu sehen: Die verschiedenen Untergründe der Schlachtfelder.

Jede einzelne Figur hat diesbezüglich bestimmte Vorlieben, wodurch sich etwa eine Feuerkreatur logischerweise innerhalb eines heißen Feldes am wohlsten fühlt. Ihr habt aber ebenfalls die Möglichkeit, Schlachtfelder per Zauberspruch zu verwandeln. Die Auswahl geschieht jedoch nicht beliebig, sondern wird vom Spiel vorgegeben.

Sämtliche Kämpfe orientieren sich anschließend an den bekannten Regeln der Sammelkartenspiele. Soll heißen: Jede Einheit verfügt über spezifische Angriffs- und Verteidigungswerte sowie weitere Eigenschaften. Während eine der Figuren etwa nur in bestimmte Richtungen schlagen kann, ist sie gegen Angriffe von hinten relativ ungeschützt. In dem Fall wäre es klug, die entsprechende Karte an den Rand des Spielfeldes zu legen. Eure Truppen attackieren den Feind übrigens sofort, nachdem Ihr sie platziert habt. Die dazu nötigen Aktionskarten legt Ihr einfach auf die Position des Gegners und schon gehts zur Sache. Das heißt, sofern Euer Kontrahent nicht vorher zuschlägt. Aber auch dafür gibt es spezielle Zaubersprüche, die solche Angriffe unterbinden. Die eigentlichen Kampfsequenzen werden Euch dann in einer schicken 3D-Grafik auf dem Bildschirm präsentiert.

Jede aufs Schlachtfeld geschickte Einheit verbraucht übrigens eine vorgegebene Anzahl an Mana-Punkten. Vor sämtlichen Runden erhaltet Ihr automatisch zwei Stück davon, allerdings verdient Ihr Euch weitere Energie durch Angriffe oder Zaubersprüche hinzu. Ein aggressives Vorgehen lohnt sich also.

David vs. Goliath Reloaded

Aber wie funktioniert das überhaupt mit den Karten und der Kamera? Im Prinzip ganz einfach. Jede einzelne Karte ähnelt denen von vergleichbaren Spielen, allerdings sind zusätzlich einige Codes aufgedruckt, mit denen die PlayStation Eye-Kamera die Werte sowie Aktionen registriert und anschließend genau umsetzt.

Für die Zukunft plant Sony bereits die Veröffentlichung zahlreicher weiterer Karten, die man in Zusammenarbeit mit Hasbro über den normalen Handel zum Kauf anbietet. Zudem spendiert man The Eye of Judgement eine vollständige Lokalisierung. Einsteiger freuen sich derweil über den so genannten „Guidance Mode“. Sämtliche Feinheiten des Spiels werden Euch hier anhand verschiedener Video-Tutorials erläutert.

Ich selbst habe zwar auch ein paar Sammelkarten hier in der Schublade liegen, aber nie ernsthaft damit gespielt. Dennoch sah The Eye of Judgement auf der Games Convention recht interessant aus. Es ist ja immerhin auch mal was anderes als die sonst so übliche Standardkost. Leider bietet das Spiel jedoch keinerlei Missionen oder eine echte Kampagne, wodurch sich lediglich 1on1-Partien anbieten. Definitiv verschenktes Potential. Bei Erfolg könnte Sony die Marke aber durchaus weiter ausbauen, vielleicht sogar mit verschiedenen Lizenzen.

Der Release von The Eye of Judgement ist für den Oktober geplant. Einige Bilder von der Games Convention findet Ihr in unserer Screenshot-Galerie.

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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