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The House of the Dead II & III Return

Splattern wie eh und je

Der Zuschauerraum ist gefüllt und das Licht gedimmt, die Vorstellung kann beginnen. Langsam öffnet sich der Vorhang und ein Mann namens James, offensichtlich Agent, fährt in einem Kleinwagen eine Straße entlang. “Wir treffen G dort?!” sagt er halb fragend, halb feststellend in den Zuschauerraum. Irgendwo ertönt angesichts der Unsicherheit des Protagonisten ein leises Kichern. Plötzlich taucht ein geflügelter Dämon auf und der erschrockene Agent bringt den Wagen vor einer kleinen Kirche im Hintergrund zum Stehen.

Der Dämon spricht mit einer hohen, schrägen Stimme. “Ich habe mich bereits um G gekümmert! Das ist erst der Anfang! Du bist als Nächster dran!”, krächzt der Imp gestelzt und befiehlt einigen auf die Bühne humpelnden Zombies anzugreifen. Das Bühnenbild wechselt die Perspektive, James wehrt mit einer Pistole die geifernden Untoten ab und zerschießt ihre Köpfe. Die Zuschauer sind bei diesem Anblick jedoch keinesfalls entsetzt, sondern scheinen sich gut zu amüsieren. Tatsächlich provozieren die teils grauenhaften Schauspieler und die etwas billigen Kostüme immer wieder einige Lacher und die Schießereien unterhalten offensichtlich prima. „Leide, wie G es getan hat?!“, droht der Dämon später unsicher und das Publikum johlt. Das ist Spaß, kein Horror.

Was Ihr hier seht, ist eine Doppelaufführung zweier Klassiker auf der noch recht jungen Wii-Bühne. Diese eignet sich dank ihres besonderen Aufbaus und den so genannten Wiimotes nämlich außerordentlich gut für die Rail-Schauspiele The House of the Dead 2 und The House of the Dead 3, welche bereits 1998 und 2002 in Spielhallen uraufgeführt wurden. Das neue Programm läuft nun unter dem Titel The House of the Dead 2 & 3 Return und ist, objektiv betrachtet, nur eine Zusammenführung der Dreamcast-Variante zum zweiten Teil und dem dritten Teil, wie er schon im amerikanischen Xbox-Theater zu sehen war.

Der Imp gibt sich alle Mühe, Furcht einflössend zu wirken. Leider vergebens!

Bühnenbild, Kostüme, Schauspieler und Orchester sind komplett übernommen worden. Alte Erinnerungen leben hier folglich sofort auf und Liebhaber der Produktionen fühlen sich zurückversetzt in die Zeit, in der sie sich bemühten, jede mögliche Wendung der Stücke zu erfassen. Die spannenden Szenen können selbst heute noch fesseln, lässt man sich von der unmodernen Präsentation nicht abschrecken. Das Rahmenprogramm blieb ebenfalls weitgehend unverändert und es gibt unter anderem ein freudiges Wiedersehen mit dem Original Mode, bei dem das Publikum anfangs besondere Boni für den Hauptdarsteller auswählen darf, um ihm beispielsweise ein größeres Magazin zu spendieren.

Die wirklichen Veränderungen sind hingegen minimal. Größte Neuerung: Ganz hartgesottene Damen und Herren dürfen sich nach dem Ende der beiden Stücke eine Extrem-Version von The House of the Dead 3 zu Gemüte führen. In dieser besonders dramatischen Inszenierung geraten die Protagonisten Lisa Rogan und G in arge Bedrängnis, da die Zombies stärker und der Streuradius ihrer Waffen kleiner wird. Immer wieder entgehen sie dabei den untoten Griffeln, indem sie neuerdings den Kerlen in letzter Sekunde den Gewehrkolben entgegenschwingen. Das ist nichts für schwache Gemüter.

So grimmig sehen die beiden Jungs gar nicht aus, die hier den Weg zum Fahrstuhl versperren.

Dank der erwähnten Wiimotes kann man übrigens fast so gut in das Geschehen eingreifen wie es bei den ursprünglichen Aufführungen in den Spielehallen der Fall war. Die Geräte sind sehr präzise und lassen sich bei Bedarf jederzeit mittels einer kleinen Unterbrechung neu auf die Bühne einstellen. Nur der Mangel einer Zielvorrichtung an den Controllern schmälert das Vergnügen ein wenig, wenn man auf eingeblendete Hilfen auf der Bühne verzichten möchte. Zusätzliches Zubehör, das selbst mitgebracht werden muss, kann da jedoch wahre Wunder bewirken.

Der Vorhang fällt, der Saal wird mit Applaus gefüllt und die Kritiker sind sich uneins. Weit vorne schreit wer: “Hier nagte schon der Zahn der Zeit!”. Ein anderer erwidert prompt: “Was gut ist, bleibt gut und braucht keine Veränderung!”. Dann bricht allgemeines Gemurmel aus und die weitere Diskussion geht in dem Gewirr aus Stimmen unter. Ein dritter Kritiker schreibt am nächsten Tag hingegen folgendes: “Eine unterhaltsame Aufführung, ohne jeden Zweifel. Doch es ist klar, dass die Zeit auch an Klassikern nicht spurlos vorübergeht und die minimalen Änderungen können diese Alterserscheinungen nicht kompensieren. Wer die Inszenierung bereits im amerikanischen Xbox-Theater oder auf anderer Bühne verfolgte, kann sich den Eintrittspreis von rund 30 Euro daher sparen. Für alle die, die bisher noch keinen Kontakt mit The House of the Dead hatten und derartiges Theater mögen, lohnt sich die Investition aber mit Sicherheit.“

Der Shooter-Spaß ist bereits seit dem 28.03 unter der Ladentheke Eures Vertrauens erhältlich.

7 / 10

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