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Uncharted: Drakes Schicksal

Das kann ich auch

Nathan Drake ist die männliche Lara. Lara ist die weibliche Indiana Jones. Indiana Jones ist ... was auch immer. Ich empfinde es als mühselig, darüber zu diskutieren, wer was erfunden und wer wen kopiert hat. Ich sag dazu nur eines: Darth Vader ist Luke Skywalkers Vater. Es könnte mich also nicht weniger interessieren.

Ich will nur das, was amerikanische Entwickler seit ein paar Jahren als 'Experience' bezeichnen. Ein Erlebnis, einfach gute Unterhaltung. Und dass Uncharted genau das werden könnte, war mir bei seiner Ankündigung noch gar nicht so bewusst. Wahrscheinlich weil Titel wie Heavenly Sword die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit aufsaugten. Naja, zumindest derjenigen, die sich für die PlayStation 3 interessieren.

Letzten Monat lüftete Naughty Dog allerdings einige Geheimnisse rund um Drakes Schicksal, was einige schon wieder den allseits beliebten Next-Gen-Schlachtruf 'System Seller' schmettern ließ. Ich war nicht dabei. Auch wenn ich mir auf die Zunge beißen musste.

Was macht Uncharted so besonders?

Da ist zum einen der Hauptdarsteller Nathan Drake. Obwohl er ein moderner Schatzsucher ist, soll er laut Amy Hennig von Naughty Dog absichtlich gewöhnlich sein. Kein Superheld. Ohne herausragende Fähigkeiten. Und genau das soll ihn schon wieder außergewöhnlich machen. Wenn man nach Vergleichen sucht, dann in etwa wie John McLane oder eben auch Indy, die sich stets am Limit des Machbaren bewegen, dieses aber nie überschreiten. Das macht sie glaubhaft. Und das soll auch Nathan glaubhaft machen.

Fahr mal nach links. Links. Nach liiiinksss.

„Emotional Reality“ wird das intern bei Naughty Dog genannt. Der Spieler soll sich mit den Charakteren identifizieren, sich um sie sorgen. Weil sie bodenständig sind. Wie sagt man so schön? Wie Du und ich. Naja. Vielleicht wie Du, aber ganz sicher nicht wie ich. Denn Otto Normal ist Nathan Drake natürlich dennoch nicht.

Er kann weiter springen als der Bundesdurchschnitt und auch die Hängepartien an Vorsprüngen würde bei den meisten wohl in einem lauten 'Platsch' enden. Aber Nathan macht das alles so, wie man es selbst auch könnte, wenn man 'nur etwas mehr Zeit hätte zu trainieren'. Einen doppelten Salto mit eingeschwungenem Flick-Flack wird man bei ihm aber nicht sehen. Er ist das Gegenteil von grazil oder anmutig. Er ist ein bulliger Kämpfer, der auf der Straße gelernt hat, sich zur Wehr zu setzen. Und so fallen auch seine Animationen aus: Breitbeinig steht er da, schlägt Schwinger und landet heftige Treffer mit seiner Geraden.

Dabei ist die Steuerung Kontext-getrieben. Beispiel: Abhängig davon, ob man sich einem Gegner von vorne oder von hinten nähert, führt ein und der selbe Tastendruck dazu, dass Nathan die Fäuste fliegen lässt oder seinem Gegner das Genick bricht. Bei der Anzahl der Moves, die zur Verfügung steht, sorgt dieses vereinfachte System zu einem flüssigeren Gameplay.

'Stylized Reality' anstatt Photo-Realismus.

Das soll auch für das Gunplay gelten, das laut Amy Hennig „weniger militärisch, sondern mehr Wilder Westen sein soll.“ Schließlich ist der Held, ein Held wider Willen. Das Schießen wird also nicht so viel Präzision erfordern, sondern soll einfach Spaß machen.

Darüber hinaus ist man ja auch noch mit anderen Dingen beschäftigt, wie zum Beispiel im Kugelhagel eine Lichtung zu überqueren und dabei von einer minimalistischen Deckung zur nächsten zu sprinten. Besonders interessant wird das, sobald die ersten Laserpunkte der Zielfernrohre vor einem auf dem Boden auftauchen.

Irgendwie verbindet man mit Naughty Dog stets einen quietschbunten Look. Klar, sie sind die Schöpfer von Crash Bandicoot und Jak and Daxter. Und so richtig, richtig realistisch sieht auch Uncharted nicht aus. Naughty Dog nennen das „Stylized Reality“. Sie wollen gar nicht photo-realistisch sein, weil sie „das selbst gruselig finden.“ Zu grau und trostlos. Recht so.

Keine Angst, von hier oben sieht's gar nicht so tief aus.

Uncharted wird zwar jede Menge Action bieten, allerdings kein Dauerfeuer abbrennen. Schließlich ist der Zusatz -Adventure und nicht -Shooter. Es wird also viel zu erkunden geben; Puzzles müssen gelöst werden. Wie viel dieser Bestandteil vom gesamten Spiel einnehmen wird, muss eine weiter vorangeschrittene Version beantworten. Genauso wie die Frage, wie der Koop-Modus funktioniert und wie die Fahrzeuge ins Spiel eingebunden wurde. Aber bis zum Release am 5. Dezember steht ja noch ausgiebig Zeit zur Verfügung diese Details zu klären.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, dem seien unsere drei Gameplay-Videos ans Herz gelegt, die schon einen guten Eindruck von Uncharted: Drakes Schicksal vermitteln können. 1, 2 oder 3. Aber Achtung: Es handelt sich um eine Pre-Beta, d. h. die KI ist noch nicht voll implementiert und so weiter.

Naughty Dog hat sich sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie sie Uncharted richtig inszenieren. Grafisch ist das sowieso klar – hier versucht man das Maximale aus der PlayStation 3 herauszuholen. Noch spannender empfinde ich, wie an die Umsetzung der Charaktere und die Handlung herangegangen wird. Die Idee dahinter klingt schon einmal sehr gut, wie sie sich in der Praxis offenbart, wird man jedoch erst beurteilen können, wenn man Uncharted nicht bruchstückhaft, sondern in seiner Gesamtheit gesehen und gespielt hat. Und das ist hoffentlich schon bald.

Uncharted: Drakes Schicksal erscheint am 5. Dezember exklusiv für PlayStation 3

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