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Von Jumpman zu Galaxy - die Mario-Historie

Der Klempner der Herzen

Wenn etwas Neues anfängt, soll man sich besinnen und zurückschauen. Gut, machen wir das. Hier erfahrt Ihr alles über Mario und die über 20 Jahre Spielegeschichte, die er bis zu Super Mario Galaxy entlang hüpfte.

Die ersten Sprünge

Mario hat zwei Väter, nun vielleicht drei, wenn man Shigeru Miyamoto, den Schöpfer des ursprünglich 16*16 Pixel großen Klempners, dazu zählt.

Radarscope, Shigeru Miyamotos erstes Spiel.

Der erste ist aber mit Sicherheit der in Japan unglaublich erfolgreiche Spielautomat Radarscope – kennt heutzutage sicher keiner mehr. Nintendo produzierte für das USA-Geschäft 3000 dieser Automaten, leider brachte man nur ein Drittel an den Mann. Also wurde flugs der junge und damals eher unbekannte Director Miyamoto geheuert, um das Desaster herumzureißen und ein Spiel zu schreiben, das auf den verbleibenden Arcade-Maschinen läuft. Donkey Kong war das Ergebnis, Mario der Held.

Den zweiten wichtigen Einfluss stellt sicher Mario Segale dar, wenn auch eher ungewollt. Die von Miyamoto geschaffene Figur erinnerte Nintendo of America – Präsident Arakawa an den italienischen Vermieter der damaligen Büros. Ohne Mr. Segales wohl offensichtlich stereotypes Aussehen würde es heute wohl nicht Super Mario Galaxy, sondern Jumpman Galaxy geben... Bestenfalls Super Jumpman Galaxy.

Donkey Kong schlug schließlich ein wie eine Granate und nur Pac Man konnte 1981 dagegen stehen. Einige Gesetze sind weit älter als wir denken und so folgte gemäß des Gesetzes der Serie auch bald Donkey Kong Jr., diesmal allerdings mit dem rachsüchtigen Mario in der Rolle des Bösen. Nach seinem Sieg in Teil 1 hielt der Klempner den Riesenaffen in einem Käfig, was dessen Sohn natürlich nicht zulassen konnte. Es sollte der einzige Ausflug des Klempners auf die dunkle Seite der Macht bleiben.

Mario „to go“ Prélude

Gebt gut drauf acht, wenn Ihr es besitzt: Donkey Kong Game&Watch

Musste man bis 1989 auf die Veröffentlichung des Gameboy warten, um Mario unterwegs genießen zu können? Nein, genau wie fragwürdige Sakkos mit Schulterpolstern, Samantha Fox und „Zurück in die Zukunft“, gehörten Nintendos Game&Watch-Telespiele zu den 80ern als fester Bestandteil dazu.

Die simple LCD-Folie ermöglichte allerdings nur schlichteste Reaktionstests, die zwar nicht unbedingt intellektuell stimulierten, für die Fingerfertigkeit aber eine echte Herausforderung darstellten. Heute sind es wertvollste Sammlerobjekte und ein gut erhaltenes, über zwei Screens gehendes Donkey Kong bringt generell dreistellige Eurobeträge.

Der Sprung an die Spitze

Seine erste bedeutende Hauptrolle erhielt Mario dann auf Nintendos japanischer Geheimwaffe zur Eroberung aller Haushalte, dem NES (Nintendo Entertainment System). Super Mario Bros stellte nicht nur eine Weiterentwicklung zu den auf einen einzelnen Screen ausgelegten Arcade-Maschinen dar, es erfand damit praktisch auch das Heimvideospiel, wie wir es heute kennen. Nicht mehr und nicht weniger.

Praktisch zum ersten Mal war der Highscore, der natürlich trotzdem fröhlich mitratterte, weniger interessant als das richtige „Durchspielen“. Und wer das schaffte, bekam im nächsten Durchlauf Variationen der Gegner und des Schwierigkeitsgrades. Damit das NES mit diesem bis dahin unbekannten Grad an Komplexität mitziehen konnte, spendierte man dem Modul sogar einen der ersten Zusatzchips überhaupt, den MMC-1.

Der Erfolg war überwältigend. Selbst heute kann kein anderes Spiel mithalten. Mit 40 Millionen verkauften Exemplaren führt das Guinness Buch Mario Bros als das erfolgreichste Spiel überhaupt. Ein Nachfolger musste schnell her.

Für uns Europäer und auch die Amerikaner wird es hier ein wenig seltsam. In Japan sah Mario Bros 2 genauso aus wie Teil 1, bot einen weit höheren Schwierigkeitsgrad und verkaufte sich in Nippon so gut wie sonst nur warmer Sake und kalter Fisch. An den Videospielfertigkeiten der westlichen Langnasen bestanden aber wohl erhebliche Zweifel, so dass wir ein Jump´n´Run bekamen, auf dem zwar Mario Bros 2 draufstand, aber nicht drin war.

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Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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