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W. Spector: "Die Spieler entscheiden über gut und böse, nicht ich"

Spiele als Medium der Entscheidungen

Es passiert nicht aller Tage, dass man die Gelegenheit bekommt, sich mit Warren Spector an einen Tisch zu setzen. Sobald man der Legende (u.a. Deus Ex) dann aber gegenüber sitzt, sollte man schon darauf gefasst sein, eine epische Konversation über geradezu existenzialistische Fragen zu führen. Etwa über die nach „gut oder böse“. Laut Spector gibt es nämlich stattdessen nur Entscheidungen und Konsequenzen – die moralische Beurteilung überlässt er voll und ganz dem Spieler.

„Es geht nicht um ‚gut‘ oder ‚böse‘. Ich hasse es, zu urteilen. Wenn du eine Message rüberbringen willst, etwas in der Art von ‚Das ist gut, Kids‘ oder ‚Das ist böse, ihr Erwachsenen‘, dann mach einen Film oder schreib ein Buch“, so Spector im heute erschienenen Interview mit Eurogamer.de.

„Was ich nicht möchte, ist urteilen, sondern in einen Dialog treten. ‚Denkst du, dass das gut ist?‘, ‚Denkst du, dass das böse ist?‘ Und ich möchte dir zeigen, dass es viele Wege gibt, diese Sachen zu betrachten. In Deus Ex habe ich nie geurteilt, ob etwas gut oder böse ist.“

„Es wird von den Spielern beurteilt werden. Aber nicht von mir“, so der 54-jährige, der ein bisschen an Steven Spielberg erinnert, weiter. „Wenn Du etwas als „böse“ einstufen möchtest, dann passiert das in deinem Kopf, nicht in meinem.“

„Es gibt einen Preis, den es zu zahlen gilt, und es gibt eine Belohnung für jede Entscheidung, die wir zu jeder Sekunde an jedem Tag unseres Lebens treffen. Es nervt mich, dass Spiele das nicht reflektieren. Wenn es in einem Spiel nur um die Lösung von Puzzles geht, die der Designer entwarf, dann tust du den Spielern keinen gefallen und es ist nicht das, wofür dieses Medium gedacht ist. Und wenn du als Designer dann hingehst und sagst „Hier ist eine Knarre, töte alles, was sich bewegt. Gut so, genau so läuft das“, dann machst du meiner Meinung nach kein gutes Spiel!“

Den Rest des interessanten Gesprächs über Moral, Mickey und das große Vergessen findet ihr nur einen Klick weiter.

Über den Autor

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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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