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Xbox muss sein DRM-System verbessern und zwar dringend!

Oder bin nur ich etwas verwirrt und frustriert, wenn es mal offline gehen muss?

Der Xbox-Serverausfall vom vergangenen Wochenende zeigt einmal mehr, welche Probleme eine rein digitale Zukunft mit sich bringen kann. Wenngleich ich persönlich davon nicht betroffen war, da mir am Wochenende nicht viel Zeit zum Spielen blieb. Man kann ja auch mal Gück haben. Verständlicherweise sind aber die Reaktionen vieler, die ihre Spiele nicht starten konnten, alles andere als erfreulich.

Es ist eine Frage, die die Branche und vor allem die Käufer und Käuferinnen seit vielen Jahren beschäftigt: Was passiert, wenn irgendwann einmal Server oder Stores offline gehen sollten? Die Kritik ist groß, wenn es entsprechende Absichten gibt (siehe PlayStation mit den Stores von PS3 und Vita), nicht immer gibt es eine Kehrtwende.

Das ist eine Seite der Medaille. Die andere befasst sich mit Serverausfällen wie am Wochenende und den damit einhergehenden Problemen beim Spielen von digital gekauften Titeln. Im Internet schwirren widersprüchliche Angaben und unklare Verhaltensweisen umher und all das zeigt, dass Microsoft sein DRM-System dringend etwas straffen sollte.

Klar, es ergibt je nach Situation natürlich Sinn, dass solche Systeme vorhanden sind. Ansonsten könnte ich mir die ganze Game-Pass-Bibliothek herunterladen, offline gehen und alles der Reihe nach spielen, ohne weiter für den Game Pass zu bezahlen. Um nur ein Beispiel zu nennen. Es sind eher die Ausnahmesituationen, die Sorgen bereiten. Und die Verwirrung, die dabei entsteht. Eigentlich soll es möglich sein, seine Spiele auch offline zu spielen, wenn die Konsole als Heimkonsole eingestellt ist. Das sagt selbst die Support-Seite von Microsoft.

Das habe ich selbst heute morgen noch ausprobiert, indem ich die Konsole vom Internet trennte und anschließend meine digitalen Versionen von Alan Wake Remastered und GRID Legends ohne Probleme starten konnte. Aber: Bei manchen ist ihre Konsole nicht als Heimkonsole eingestellt und wenn die Server down sind, lässt sich das auch nicht ändern. Bei anderen scheint es trotz allem nicht zu funktionieren, Martin schaute sich das heute ebenfalls an, machte seine Xbox extra noch zur Heimkonsole und konnte wiederum keine Spiele starten.

Und Xbox ist mit dem Thema definitiv nicht alleine. Denken wir an Gran Turismo 7 und dessen Serverausfall kurz nach Verkaufsstart. Der machte ein Spiel, das eine umfangreiche Singleplayer-Komponente besitzt, rund einen Tag lang unspielbar. Ein Unding.

Mag sein, dass der Game Pass komfortabel ist. Und ja, es ist schön, Spiele einfach starten zu können, ohne ständig die Discs zu wechseln. Ich selbst bleibe weitestgehend Verfechter des Sammelns physischer Versionen (zumindest bei den Spielen, die mir richtig gut gefallen), aber wenn man schon immer mehr auf digitale Verkäufe und Abos setzt, muss man auch dafür sorgen, dass alles läuft.

Der Serverausfall vom Wochenende zeigt alte Probleme auf, für die es branchenweit eine Lösung und entschlackte Prozesse geben muss, damit die Leute bei einem Serverausfall wenigstens ohne große Hürden offline spielen können. Dass es geht, das zeigen Musik- wie Video-Dienste, die praktisch alle temporäre Offline-Downloads anbieten, bei denen man für eine Weile - mitunter wochenlang - keine Serveransprache braucht. Solange das nicht unkompliziert und stressfrei möglich ist, verschieben wir die rein digitale Zukunft lieber noch um eine Weile nach hinten. Und dabei haben wir noch gar nicht über die Erhaltung alter Spiele gesprochen...

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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