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Xenoblade Chronicles 3: Monolith Soft entzückt uns mit seiner verbesserten Switch-Technik

Verbesserungen bei Grafik, Animationen, Bildqualität und mehr!

Seit der Übernahme im Jahr 2007 hat sich Monolith Soft zu einem der produktivsten Entwicklungspartner von Nintendo entwickelt, sowohl dank seiner Unterstützung bei First-Party-Projekten als auch, was noch wichtiger ist, dank der Arbeit an Xenoblade Chronicles. Diese groß angelegte RPG-Reihe hat sich zu einem der wichtigsten Standbeine von Nintendo im Bereich der Rollenspiele entwickelt und das aus gutem Grund. Die solide technische Basis, die wunderschönen Landschaften und die starke Erzählweise sorgen für ein unvergessliches Spielerlebnis, Xenoblade Chronicles 3 ist da keine Ausnahme.

Mit seinen neuen Charakteren, der verbesserten Technologie und dem herausragenden Soundtrack baut Xenoblade Chronicles 3 auf der Erfahrung auf, die das Team seit seiner Gründung gesammelt hat, und behebt umfassend eine der Hauptschwächen des letzten Teils: die Bildqualität. Bei der Ausrichtung auf die High-End-Grafik musste es Kompromisse geben, wobei die Auflösung deutliche Einstriche machte. Dynamische Pixelzahlen, die im Dock 540p und im mobilen Modus 360p erreichen konnten, wurden durch einen relativ einfachen räumlichen Upscaler ausgeglichen, gepaart mit aufdringlicher Schärfung. Xenoblade 3 stellt in dieser Hinsicht jedoch einen kolossalen Sprung nach vorne dar. Monolith hat sowohl die allgemeine visuelle Qualität verbessert als auch die Bildqualität erheblich gesteigert. Dies wurde durch eine Methode erreicht, die wie eine temporale Super-Resolution-Lösung aussieht und die niedrigeren Pixelzahlen auf eine passable Wiedergabe von 1080p im Dock und 720p im mobilen Modus bringt.

Der Nachteil dieser Lösung ist, dass es bei schnellen Bewegungen zu sichtbaren Einbrüchen kommen kann, die die niedrigere Auflösung des Bildes offenbaren, aber in den meisten Fällen ist die Bildqualität spürbar schärfer als alles, was in Xenoblade Chronicles 2 zu sehen war. Die Umsetzung ist besonders im tragbaren Modus beeindruckend und liefert eines der schärfsten Bilder von allen High-End-Titeln, die wir auf der Switch gesehen haben, weit entfernt von dem äußerst verschwommenen Xenoblade 2. Ja, die Auflösung sinkt auf ähnlich niedrige Werte, aber das, was man mit dem Auge sieht, ist deutlich schärfer, und das ist es, was am Ende zählt.

Das Video-Review zu Xenoblade Chronicles 3 mit John Linneman.

Die Einbeziehung dieser Technik wirft auch Fragen in Bezug auf die kommende Fortsetzung von The Legend of Zelda: Breath of the Wild auf. Soweit wir wissen, hat Monolith Soft Nintendo bei diesem Spiel technische Unterstützung geleistet, was vielleicht erklärt, warum der jüngste Trailer eine so saubere Bildqualität zeigte und unsere Erwartungen übertraf. Könnte es sein, dass die für Xenoblade Chronicles 3 verwendete Lösung auch im nächsten Zelda-Titel zum Einsatz kommt? Wir müssen abwarten. Abgesehen davon ist diese Anti-Aliasing-Lösung nicht fehlerfrei. Wenn man genau hinsieht, kann man subtile Verzerrungen des Bildes während der Bewegung erkennen, aber ehrlich gesagt bleibt es ein weitaus besserer Anti-Aliasing-Ansatz als bei jedem früheren Xenoblade-Spiel, insbesondere für Spieler im mobilen Modus.

Natürlich geht es bei diesem Spiel nicht nur um die Qualität der Präsentation, ich war auch von der Darstellung der Charaktere und der Welt beeindruckt. Xenoblade 3 zielt darauf ab, die Ästhetik des Anime-Stils zu imitieren und gleichzeitig die Tiefe des dreidimensionalen Renderings beizubehalten. Augen-, Haar- und Gesichtszüge werden alle mit intelligenten visuellen Funktionen dargestellt, um das gewünschte Aussehen zu erreichen. Das Rendering der Augen ist ein interessantes Beispiel: Von vorne sieht man einen typischen 2D-Anime-Look, aber wenn man sie im Profil betrachtet, ist klar, dass die Augen gekrümmt sind und Lichtflecken auf ihrer Oberfläche reflektieren. Die Bewegung der Charaktere wurde ebenfalls verbessert, mit realistischeren Proportionen und inversen kinematischen Berechnungen, die dafür sorgen, dass sich die Position der Füße an die Bodenwellen anpasst, anstatt wie in früheren Serieneinträgen durch sie hindurch zu rutschen. Die Animationen passen sich auch besser an die Kamerageschwindigkeit an und beseitigen das Gefühl, über der Welt zu schweben, was ein Problem des ersten Xenoblade-Spiels war.

Ich war auch von der Animation der Zwischensequenzen beeindruckt. Xenoblade 2 war in dieser Hinsicht schon immer beeindruckend, aber der Umfang und das Ausmaß der Sequenzen in diesem neuen Spiel stellen alles in den Schatten, was Monolith in früheren Titeln gemacht hat, insbesondere im Vergleich zum ersten Teil der Serie. Während die typischen Dialogsequenzen relativ simpel gehalten sind, werden die Schlüsselmomente der Geschichte mit stilvoll inszenierten Sequenzen dargestellt, die überwiegend in Echtzeit ablaufen. Beeindruckt war ich auch von der objektbasierten Bewegungsunschärfe sowohl in den Zwischensequenzen als auch im Spiel. Ja, es ist eine relativ niedrige Auflösung mit sichtbaren Sprenkeln und Pixeln, aber es macht einen großartigen Job, schnelle Animationen zu akzentuieren.

Das ältere Xenoblade Chronicles 2 hatte echte Probleme mit der Bildqualität, da die Auflösung im mobilen Modus auf bis zu 360p sank. Eine temporale Upscaling-Lösung in der Fortsetzung ist buchstäblich ein Game-Changer für das mobile Spielen.

Abgesehen von den Charakteren ist auch das Rendering der Umgebung allgemein von hoher Qualität, allerdings mit Einschränkungen. Es ist klar, dass wir es mit der neuesten Version der Engine zu tun haben, die zuerst für Xenoblade Chronicles X auf der Wii U entwickelt wurde - dieses neue Spiel weist viele der gleichen Design-Entscheidungen auf -, aber es wurden im Laufe der Zeit Verbesserungen vorgenommen. Die Welt ist in mehrere Regionen aufgeteilt, die durch Ladebildschirme unterteilt sind, aber jede dieser Regionen ist groß und verleiht dem Spiel eine nahtlose Präsentation. Man kann schnell zwischen den bereits besuchten Gebieten hin- und herreisen und die Welt bietet überraschend viel Abwechslung. Auf eurem Weg durch das Spiel werdet ihr grasbewachsene Ebenen, sengende Wüsten, feuchte Höhlen und vieles mehr erkunden.

Wenn wir uns durch die Zusammenstellung der Welt arbeiten, ist das erste erwähnenswerte Schlüsselelement der Himmel darüber, der eine schön texturierte Himmelskuppel mit einem prozeduralen Wolkensystem kombiniert, das sich je nach Wetterbedingungen ändert. Diese Wolken werden mit einer niedrigeren Auflösung gerendert, einem Viertel der Auflösung, wenn ich eine Vermutung anstellen müsste, aber die weiche Natur sorgt dafür, dass der Effekt in den meisten Fällen überzeugend ist. Xenoblade 3 verfügt über ein komplettes Tageszeitsystem wie frühere Spiele, aber die Schatten sind statisch und passen sich nicht an den Sonnenstand an. Das spart zwar Performance, aber die Welt fühlt sich etwas weniger dynamisch an als in anderen groß angelegten Spielen. Ein Kompromiss, den man schon bei früheren Spielen der Serie gesehen hat.

Die Welt selbst ist wunderschön dargestellt, mit langen Sichtdistanzen, ziemlich scharfen Texturen und schönem Art-Design, aber es ist klar, dass viele der gleichen Einschränkungen wie in früheren Xenoblade-Spielen bestehen bleiben. LOD-Pop-In ist ein wichtiger Aspekt beim Rendern einer Open-World-Umgebung. Es ist einfach nicht möglich oder sogar wünschenswert, alle Objekte in voller Detailtiefe darzustellen, wenn sie nur wenige Pixel in der Ferne einnehmen. Ein reibungsloser Übergang zwischen LODs mit niedrigeren und höheren Details ist jedoch von entscheidender Bedeutung und Xenoblade 3 zeigt sich in dieser Hinsicht uneinheitlich.

Die visuelle Qualität in diesem Spiel ist hervorragend, wenn man die Einschränkungen der Switch bedenkt. Dies ist eine von der Engine gesteuerte Zwischensequenz, kein vorgerendertes Video (obwohl auch diese an einigen Stellen verwendet werden). Beachtet die objektbasierte Bewegungsunschärfe.

Im Großen und Ganzen fühlt sich das Terrain solide an, aber man sieht Felsformationen, Bäume und Grasfelder, die bei der Erkundung im Blickfeld aufploppen. Aber ich finde, dass sie das im Vergleich zu den letzten Spielen besser hinbekommen haben. Es ist insgesamt weniger störend, in der Xenoblade Chronicles: Definitive Edition gibt es zum Beispiel eine krasse Grenze zwischen den Stellen, an denen Blattwerk gerendert wird, und denen, an denen es nicht gerendet wird. Diese Grenze bleibt in Xenoblade 3 erhalten, aber der Effekt ist progressiver, wobei das spärliche Blattwerk am äußeren Rand sanft in die dichteren Felder in der Nähe des Spielers übergeht.

Trotz dieser Kritikpunkte finde ich, dass die Welt eine Augenweide ist. Monolith zeichnet sich weiterhin in seiner sehr spezifischen Nische aus, nämlich große Open-World-Umgebungen zu erschaffen, die wunderschön zu erkunden sind und dennoch auf weniger leistungsstarken Spieleplattformen laufen können. Diese Schwächen wären auf einem leistungsstärkeren Gerät weniger verzeihlich, aber angesichts der Einschränkungen der Switch hat das Studio hier bemerkenswerte Arbeit geleistet.

Die Performance ist größtenteils in Ordnung, aber bei weitem nicht fehlerfrei. Standardmäßig zielt Xenoblade Chronicles 3 darauf ab, eine Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde zu liefern, ähnlich wie frühere Titel. Das Frame-Pacing ist korrekt und wirkt flüssig, wenn es bis an die Grenzen gebracht wird. Allerdings habe ich beim Spielen festgestellt, dass die Performance je nach Komplexität der Umgebung und der Größe der Begegnungen variiert. In der Regel bleiben einfache Umgebungen auf dem angestrebten Performanceniveau, selbst wenn man mit einer größeren Gruppe aus dem späteren Spielverlauf zurückkehrt.

Monolith Soft strebt maximal 30 Bildern pro Sekunde an und das ist für den größten Teil des Spiels die richtige Einstellung. Größere Gruppen, komplexere Umgebungen und Kampfeffekte können die Performance in bestimmten Szenarien jedoch einbrechen lassen.

Als ich jedoch Fortschritte machte, schienen bestimmte Bereiche einen größeren Performanceabfall zu erleiden, der während der Kämpfe am deutlichsten wurde. Das kann an der großen Anzahl von sichtbaren Gruppenmitgliedern liegen, die am Kampf teilnehmen, kombiniert mit der Komplexität der Umgebung, aber so oder so ist die Auswirkung auf den Spielfluss spürbar. Ob dies für euch ein Problem darstellt, hängt von eurer Toleranz gegenüber Leistungseinbrüchen ab. Angesichts der Art des von Menüs und Shortcuts getriebenen Designs hat dies nur minimale Auswirkungen auf das eigentliche Spielgeschehen, aber es kann für viele Benutzer störend sein.

Was den Sound anbelangt, bin ich von Monolith Softs Bemühungen beeindruckt. Der Sound ist auf der Switch immer so eine Sache, da viele Spiele nicht mehr als 2.0 Stereo ausgeben, wenn sie im Dock laufen, aber ich bin froh, dass Xenoblade 3 tatsächlich vollen 5.1-Surround-Sound unterstützt. Die hinteren Kanäle werden ausgiebig genutzt und die Soundkulisse des Spiels ist fantastisch. Außerdem gibt es sowohl englische als auch japanische Sprachoptionen, um verschiedenen Vorlieben gerecht zu werden, aber es ist der musikalische Score, der die Sache wirklich besiegelt. Xenoblade Chronicles 3 bietet eine große Auswahl an Komponisten, darunter auch den immer wieder begeisternden Yasunori Mitsuda, und zieht einen mit seiner Vielzahl an Tracks wirklich in das Spiel hinein.

Xenoblade Chronicles 3 hat mich mit der Präsentation, der Musik, der Erzählung und den Gameplay-Verbesserungen wirklich in seinen Bann gezogen und ist auf dem besten Weg, mein Lieblingsspiel der Serie zu werden. Der einzige wirkliche Kritikpunkt, den ich anbringen könnte, ist die Häufigkeit der Tutorials in den ersten zwölf Stunden. Es ist zwar nicht so kontinuierlich wie bei Xenoblade 2, aber ich bin trotzdem kein großer Fan dieser Einbindung. Dennoch: Angesichts der Qualität dieses Titels in Bezug auf Gameplay, Technik und Präsentation ist Xenoblade Chronicles 3 sehr zu empfehlen.


Im englischen Original von John Linneman, Senior Staff Writer, Digital Foundry

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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