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Xenoblade

Von mächtigen Schwertern und toten Göttern

Zugegeben... große, epische JRPGs haben heutzutage nicht mehr den Stellenwert in der Spielelandschaft, den sie zu PSone-Zeiten noch inne hatten. Trotzdem sind die XXL-Abenteuer japanischer Machart immer noch unter Fans in West und Ost hoch geschätzt, auch wenn manch einer mit der Richtung, die das Genre in der letzten Zeit eingeschlagen hat, nicht so ganz zufrieden ist.

Zum Glück gibt es auch ein Leben nach Final Fantasy XIII. Die nächsten beiden großen Rollenspiele, Mistwalkers The Last Story und Monolith Softs Xenoblade, erscheinen in diesem Jahr exklusiv für die Wii. Und über letzteres erfahrt ihr jetzt mehr.

Xenoblade hat nicht nur einen Namen bei dem RPG-Veteranen aufhorchen, auch die kreativen Köpfe hinter dem Titel lassen Kenner mit den Ohren schlackern. Director des Titels ist Tetsuya Takahashi, zu seinen bisherigen Credits zählen klassische, storylastische RPGs wie Xenogears (PSone), Baten Kaitos (GameCube) und die Xenosaga-Reihe (PS2). Doch mit Xenoblade will Takahashi einen neuen Weg einschlagen.

Weite Landschaften, viele Details – es geht doch! Warum sehen so nicht mehr Wii-Spiele aus?

In einem Famitsu-Interview erklärt er: „Die meisten RPGs, an denen wir gearbeitet haben, hatten ihren Fokus auf Handlung und Zwischensequenzen. Aber diese Herangehensweise hat uns in eine Sackgasse geführt. Wir begannen mit der Arbeit an Xenoblade, um zu den Grundlagen zurückzukehren – wir wollten einfach ein spaßiges Abenteuer schaffen. Wir versuchen, dem Spieler jede Menge Freiheit zu geben, ohne dass dieser sich verloren vorkommt“.

Auch wenn Xenoblade sich die erste Namenshälfte mit Xenogears und Xenosaga teilt, haben die Spiele inhaltlich nichts miteinander zu tun. Ursprünglich war das Spiel unter dem Titel Monado: Beginning of the World angekündigt, der Name wurde aber schließlich zu Xenoblade geändert, laut Aussage der Entwickler zu Ehren von Director Tetsuya Takahashi und seiner früheren Kreationen.

Für die passende Akustik sind gleich zwei absolute Hochkaräter mit an Bord. Yasunori Mitsuda hat für Klassiker wie Chrono Trigger und Xenogears komponiert und wird den Endsong schreiben, seine Kollegin Yoko Shimomura war unter anderem für den guten Ton in der Kingdom-Hearts-Reihe verantwortlich und stemmt den Großteil des Ingame-Scores. Dabei geht sie ein paar neue Wege: Im Gegensatz zu den oft verspielt-romantischen Kingdom-Hearts-Klängen setzt sie hier auch auf ungewohnt technische Sounds wie E-Gitarren oder Synthesizer.

In den fein inszenierten Kämpfen gilt es allerlei Werte und Anzeigen zu beachten.

Der Famitsu erzählte sie: “Es fühlt sich auf jeden Fall wie klassische High-Fantasy an. Die unberührte Natur, die blauen Himmel. Aber dann habe ich mir die Trackliste angesehen und erblickte Namen wie ‚Schulter-Karte’ oder ‚Schienbein-Wiesen’. Ich dachte, jemand hat sich hier einen Scherz erlaubt! Ich erinnere mich noch, wie seltsam mir das alles vorkam, als ich erfuhr, dass das Spiel auf den Körpern riesiger Götter stattfindet.“

Riesige Götter? Richtig gelesen! Xenoblade spielt nicht in einer typischen Fantasy-Welt: Zwei gigantische Götter – ein organischer und einer aus Maschinenteilen – kämpften bis zum Tode miteinander. Als sie schließlich mitten im Kampf erstarrten, erschienen zwei Völker auf ihren Körpern. Der organische Gott wurde von einer Menschenrasse besiedelt, sein Gegenspieler von Maschinenwesen. Lange geht das gut, doch schließlich greifen die Maschinen die ihnen stark unterlegenen Menschen an. Die einzige Waffe, mit denen die Menschheit sich gegen die Angreifer zur Wehr setzen kann, ist das mächtige High-Tech-Schwert Monado mit seiner Lichtklinge.

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Thomas Nickel

Autor

Fest in der 16Bit-Ära verwurzelt, lehrt der freie Autor Spielegeschichte an der Frankfurter Games Academy. Wird eher selten vor Ego-Shootern gesichtet.

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