The Walking Dead - Episode 2: Starved for Help

Auf die Gefahr hin, mir ein paar Feinde zu machen: Ich will nicht, dass Telltale eine zweite Staffel von The Walking Dead macht! Mir graut es regelrecht bei dem Gedanken. Nicht, dass es etwas ändern würde. Das episodische Schmuckstück vom letzten Jahr war nicht nur eines der besten Spiele 2012, es war auch das mit Abstand erfolgreichste, das die Kalifornier jemals auf die Beine gestellt haben. Sie wären schön dämlich, nicht genau hier weiterzumachen, um auf dem Rücken der erfolgreichen Marke ihr beachtliches erzählerisches Talent unter die Leute zu bringen. Staffel 1 entließ einen mit reichlich Wehmut in ein emotionales Vakuum und man war froh und traurig zugleich, dass es vorbei war.

Das wird 2013: Zombies

In diesem Jahr überschwemmen nicht weniger Untote den Markt.

Die Spielehersteller stellen meine recht hohe Zombie-Affinität aktuell derbe auf die Probe. Die Untoten-Schwemme war in diesem Jahr so überwältigend, dass wir sie in diesem Jahr folglich als neues Genre ausrufen. Hoffentlich zum ersten und letzten Mal. An dieser Stelle vielleicht die Erinnerung an die Verläge: Nicht alles wird automatisch besser, wenn man Zombies dazugibt. Und doch zielt einiges vom Argwohn, der Spielen mit Untoten Romero'schen Aromas entgegenweht, doch ein bisschen daneben. Wer Spielen wie Telltaltes fantastischem The Walking Dead oder Dean Halls DayZ-Mod wegen akuter Hirnfresser-Allergie den Rücken kehrt, der ist vielleicht nicht unbedingt selber schuld - wie soll man bei der apokalyptischen Flut an wandelnden Leichen auch den Überblick behalten? -, aber am Ende auch nicht unbedingt besser dran. Also: Wofür lohnt es sich in den kommenden zwölf Monaten, die Augen offen zu halten?

Die Top 50 Spiele des Jahres 2012: Platz 10 bis 1

Attentäter, SciFi-Helden und wandelnde Untote.

Der Gewinner des Top 50 - Gewinnspiels (ein Nintendo 3DS XL in der Mario-Kart-Edition) ist UNSCHULD2. Herzlichen Glückwunsch, eine Mail zu Dir ist unterwegs, vielen Dank an euch alle für die Wahl und eure Kommentare! Guten Rutsch!

The Walking Dead - Episode 2: Starved for Help - Test

The Walking Dead - Episode 2: Starved for Help - Test

Spiel mit Hunger-Thema trifft auf darbende Abonnenten.

Ähm ... wow! Ende April sprach ich im Test zum Staffelauftakt des The-Walking-Dead-Spiels noch vom "Patentrezept für episodisches Spielen" - und schon verschiebt Telltale den Nachfolger mal eben um einen ganzen Monat nach hinten. Am besten also, ihr vergesst, dass ich das gesagt habe und erinnert euch erst wieder daran, wenn die Kalifornier den ursprünglich versprochenen monatlichen Rhythmus einhalten. Während Xbox 360 und PC mittlerweile versorgt sind, sitzen Abonnenten mit PS3 hierzulande sogar immer noch mit flehendem Blick vor der Produkt-Webseite des PlayStation Stores, auf der sich einfach nichts tun mag.

Und so sehr es mich auch ehrlich grämt, ihnen mit diesem Text unbeabsichtigt eine lange Nase zu machen: Sie sind nicht zu beneiden, denn Episode zwei taucht nun vollends in die fiese Suppe ein, die schon den Comic zu einem faszinierend unerträglichen Erlebnis macht. Drei Monate nach den Geschehnissen des Auftakts ist der Ton ein vollkommen anderer, hoffnungsloserer. Die lebenden Leichen haben diesen Krieg für sich entschieden und unseren Überlebenden geht so langsam die Nahrung aus. So viel zur Ausgangssituation, bei der ich es auch belassen muss. Alles andere wäre in einem Spiel, das sich so sehr auf seine Geschichte stützt, geradezu unverantwortlich.

Was ich hingegen problemlos sagen kann: Die Gruppe ausgezeichnet geschriebener Charaktere wird in Starved for Help deutlich größer - und so auch die Paranoia. Die Luft ist zum Schneiden. Figuren, die sich ohnehin schon nicht gerade grün waren, reiben sich aneinander auf bis Funken sprühen. Es ist diese gefährlich knisternde Atmosphäre, in der Telltale beweist, dass in seinen Reihen einige der besten Autoren der Branche in die Tasten hauen. Sie schaffen es, die Überlebenden zugleich klar und facettenreich zu zeichnen, legen euch zwischenmenschliche Bande auf den Tisch und überlassen es euch, daraus Freundschaften oder Abneigungen zu knüpfen. Dabei schrecken sie auch vor der markerschütternden Bitterkeit nicht zurück, die zu dieser Marke einfach dazu gehört.

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