Silent Hill: Downpour

Regen ist meine Art von Alptraum

Mit meinem eher lauen Enthusiasmus gegenüber Silent Hill: Homecoming stand ich vor ein paar Jahren nicht allein da. Es war kein schlechtes Spiel, aber genauso wenig war es ein gutes Silent Hill. Von der meist müden, abgenutzten Optik, über das für die Serie viel zu einfache Kampfsystem, hin zu Designfehlern - mein erstes Ende war das als Witz gedachte UFO-Finale... -, schien man vor allem keine Ahnung mehr zu haben, wofür die Serie eigentlich mal stand.

Ein psychologischer Horror-Thriller sollte sich zumindest am Rande nicht nur um Monster, sondern auch um die Psyche des Helden kümmern. Homecoming ließ das nicht ganz außen vor, aber dem kam immer wieder der komplett fehlgeleitete Fan-Service in die Quere. Es blieb sehr vage, warum Pyramid Head einen Auftritt hatte, warum die Krankenschwestern durch das Bild turnten, vieles war einfach da, weil man wohl glaubte, dass es schlicht in ein Silent Hill gehörte.

Insoweit erstaunte mich die Aussage während der Präsentation von Silent Hill: Downpour auf der Gamescom äußerst positiv, dass man sich diese Dinge kritisch vor Augen führte und nun besser machen möchte. Die Monster in Downpour entspringen den persönlichen Dämonen des Sträflings Murphy Pendleton. Kein Pyramid Head, keine Krankenschwestern, neue Angstvisionen jagen ihn durch die Welt von Silent Hill.

Silent Hill: Downpour - Trailer

Der Umbruch geht soweit, dass sogar die Macher der Serie endlich verstanden, dass auch der Nebel mehr ein Ausdruck dieser Ängste der vorigen Protagonisten und weniger ein Naturphänomen war. Wenn das der Fall ist, wenn alles in Silent Hill eine Repräsentation unterbewusster Ängste ist, die von einer geheimnisvollen Macht genutzt wird, um Form zu gewinnen, dann kann sich alles ändern. Dann wird aus Nebel und Schnee im Wahn Regen und Dunkelheit.

Das sind sicher generell gute Nachrichten für die kreativen Möglichkeiten, die sich jetzt bieten können. Survival-Horror soll das wieder werden, ein Spiel, in dem der Spieler endlich nicht mehr nur verwirrt ist - The Room - oder sich als Killer alles Bösen fühlt, wie eben in Homecoming. Downpour gibt euch ein sehr begrenztes Waffeninventar, mit dem der Held sich eine Pistole für Notfälle hinter den Gürtel stecken kann, sonst aber auf das beschränkt wird, was er mit zwei Händen tragen kann.

Anstatt also Brecheisen, Messer, Machete und mehr in der Hosentasche verstecken und horten zu können, seid ihr schon froh, wenn mal eine alte Schaufel als improvisierter Schlagstock herhalten kann. Vor allem, weil die nicht ganz so schnell zerbricht, wie der Stuhl, den man zuvor praktisch im ersten Schlag auf dem Kopf des Monsters in Einzelteile zertrümmerte.

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