Tropico 4

Wertigkeit neu erleben

Machen wir es kurz: Ihr mochtet Tropico 3? Super, bei Tropico 4 wird es euch nicht viel anders ergehen. Es ist nämlich ganz schön ähnlich, was hier passiert. Aber das liegt ja vielleicht auch an der Grundprämisse. Als Möchtegern-Diktator einen funktionierenden Bananenstaat aufzubauen, das ist eine recht definierte Angelegenheit, wenn man den Sim-Mantel nicht verlassen möchte.

Grundsätzlich gibt es daran nicht so viel auszusetzen, funktionierte der Vorgänger doch ziemlich gut, und wenn es nicht kaputt ist, soll man ja bekanntlich seine Finger davon lassen. Stattdessen wurde an den Details geschraubt und vieles verfeinert. Der Humor blieb dabei nicht auf der Strecke und so dürft ihr als erster Diktator eines Karibikstaates in die Weltgeschichte eingehen, der Ninjas ausschickte, um einen umtriebigen Gegenspieler zurechtzustutzen. Es ist jetzt nicht so, dass sich die teilweise sehr lustigen Sprüche und Gags nicht im Laufe der umfangreichen und erstaunlich handlungsgetriebenen Kampagne nicht doch irgendwann abnutzen würden, aber wenn man bedenkt, dass es hier um 25 bis 30 Stunden Spielzeit geht, kann man das absolut verzeihen.

Der reine Baubetrieb in den 20 Abschnitten der Kampagne wir durch optionale Quests aufgelockert. Die USA wollen Militärpräsenz, die Russen keine Amerikaner, die Kirche mehr Kirchen, die Kommunisten Gratiswohnungen und wer weiß schon, was die Europäer wollen. Jede Aufgabe lässt euch, bewältigt ihr sie, mit spürbaren Auswirkungen zurück, was den Reiz, sie neben dem Alltagsgeschäft anzunehmen, drastisch erhöht. Außerdem dürft ihr auch schon mal ein paar wunderbar zynische Aktionen ausführen. Mein Favorit wäre es wohl, Katastrophen ein wenig länger auszukosten, um die internationale Hilfssolidarität für eine Handvoll Dollar mehr zu schröpfen. Man will gar nicht so genau wissen, wie oft das im wirklichen Leben passiert...

Tropico 4 - Trailer

Das Tempo in diesen Stunden läuft erstaunlich ausgewogen ab. Es gibt ständig Ereignisse, die einen in Bewegung halten, aber nie wirklich außer Atem bringen. Man baut, handelt und intrigiert so vor sich hin, der Aktions-Level bleibt durchgehen hoch, ohne in Panik oder Langeweile abzudriften. Eine so kontinuierliche Kurve über einen solchen Spielzeitraum ist eine echte Leistung. Dass das so gut funktioniert, liegt nicht nur an den bewährten Bauelementen, die man aus Tropico 3 plus Erweiterungsset kennt, sondern auch an den kleinen, aber feinen und vor allen sinnvollen Erweiterungen.

Etwa 20 neue Gebäude kamen dazu, die ihr auf den jetzt vergrößerten Inseln platzieren könnt und wie im Falle der Börse als Beispiel auch solltet. So eine Börse sieht seriös aus, macht Umsatz und ermuntert ausländische Investoren zum Investieren, was wiederum zu weiteren Einnahmen führt. Gute Beziehungen in das Ausland sind sowieso noch einmal ein gutes Stück wichtiger geworden, nachdem zu den alten Bekannten USA und Sowjets nun auch noch Europa, China und der Nahe Osten als Faktoren austariert sein wollen. Alle bei Laune zu halten, ist nicht immer ganz leicht und macht nicht nur einen guten Teil des Spielreizes, sondern auch der Atmosphäre aus. Die Welt ist halt ein Stück größer geworden.

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