Serious Sam 3: BFE - Test

Alte Schule

Während alle (Spiele-)Welt scheinbar nur noch von Call-of-Duty-Klonen hier und Call-of-Duty-Klonen da spricht, ist es ganz angenehmen, zwischendurch mal einen Shooter wie Serious Sam 3: BFE zu bekommen. Ein Spiel, das größtenteils auf modernen Schnickschnack verzichtet und sich überwiegend auf den Spaß am Spiel konzentriert, ohne den Spieler an jeder zweiten Ecke mit irgendwelchen oberflächlichen Schauwerten abzulenken oder einfach nur immer wieder alles zu toppen.

Im Grunde ist Serious Sam 3 so ziemlich das Gegenteil davon, es ist eher eine Modernisierung eines gewohnten Konzepts. Eine sehr gelungene Modernisierung, wie man dazusagen muss. Croteam hat ganze Arbeit beim ersten wirklich neuen Sam-Abenteuer seit sechs Jahren geleistet - die HD-Remakes von First und Second Encounter zählen wir da mal nicht mit. Und gleichzeitig läuft Sam seinem Konkurrenten Duke Nukem, der in diesem Jahr mit dem nicht ganz so überzeugenden Duke Nukem Forever seine Rückkehr feierte, den Rang ab. Kurz gesagt: Vergesst den Duke, holt euch Sam ins Haus.

Wie schon angesprochen, fühlt sich Serious Sam 3 wie eine moderne Variante von First beziehungsweise Second Encounter an. Das merkt man insbesondere mit jedem einzelnen Levelfortschritt. Auch anfangs tritt man zwar immer mal wieder gegen größere Gegnergruppen an, aber je weiter man kommt, desto gewaltiger werden die Massen an feindlichen Kämpfern und Kreaturen, die auf euch einprasseln. Was dabei auf den ersten Blick nicht sonderlich anspruchsvoll erscheint, wird in der Hektik des Gefechts regelmäßig zum Adrenalinrausch.

Deckungssystem? Gibt es nicht, braucht man auch nicht. Sam ist effektiver, wenn er unterwegs ist und bei diesen Gegnern würde ein solches System auch keinen Sinn machen. Nein, hier sind vielmehr schnelle Reflexe und eine gute Auffassungsgabe gefragt, wenn die Monstren auf euch zu stürmen, ihr einen weiteren Feind gerade im Visier habt und auch noch diverse Geschosse in eure Richtung durch die Luft schwirren. Insbesondere auf den höchsten Schwierigkeitsgraden ist Serious Sam 3 in den späteren Levels wahrlich kein Zuckerschlecken.

"Vergesst den Duke, holt euch Sam ins Haus."

Das liegt auch daran, dass es hier eben keine regenerierende Gesundheit gibt, wie man es aus den meisten modernen Shootern kennt. Wenn ihr nur noch 10 Lebenspunkte übrig habt, bevor ihr in den nächsten Abschnitt geht, dann ist das eben so. Lebt damit oder ladet einen Spielstand. Und solche Situationen sind es auch, die eben für besagten Adrenalinrausch sorgen. Eine Rammattacke könnte euren Tod bedeuten, wenn ihr eine Sekunde zu spät zur Seite geht. Einmal nicht aufgepasst und ihr landet in einer Sackgasse, werdet von den Feinden überrannt oder müsst mehrere Treffer einstecken.

Nicht dass ich grundsätzlich etwas gegen die heutigen Shooter hätte, aber ab und an braucht es einfach mal wieder ein Spiel wie Serious Sam 3, um in Erinnerungen an frühere Zeiten zu schwelgen. Was nicht heißen soll, dass früher alles besser war, denn auch eine regenerierende Gesundheit kann manchmal ganz nützlich sein und nicht jeder will einfach einen älteren Spielstand laden. Aber wie dem auch sei... bevor ich zu sehr abschweife: Croteam gelingt es jedenfalls, dabei eine recht gute Balance zu finden.

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