Lost Chronicles of Zerzura & Memento Mori 2 - Vorschau

Kreativität und Sterblichkeit

Lost Chronicles of Zerzura

Tief im Meer soll einer alten Legende nach die sagenhafte Inselreich Atlantis verborgen sein. Wir alle kennen die Geschichte und sie wurde bereits in Büchern, Film und Fernsehen thematisiert. Aber habt ihr schon einmal von Zerzura gehört? Eine wie Atlantis verschollene Stadt, die hingegen nicht im Wasser, sondern irgendwo in der Wüste westlich des Nils liegen soll. Auch wenn die Suche nach einem solch mystischen Ort sicherlich kein Meilenstein der Kreatitivtät bedeutet, erzeugt sie durch ein unverbrauchtes Setting zumindest Neugier. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die Handlung von Lost Chronicles of Zerzura in Spanien startet und das Geschehen sich irgendwie nach Nordafrika verlagern muss.

Ihr beginnt das Abenteuer in der Rolle des jungen Erfinders Feodor, der zusammen mit seinem Bruder Ramon für einen Investor an einer Flugmaschine arbeite. Nach den ersten eher missglückten Versuchen lenkt man die Aufmerksamkeit der Inquisition auf das als Hexenwerk bezeichnete Fluggerät des Bastler-Duos, bis die Anhänger der Bewegung Ramon schnappen. Somit setzt Feodor die Reise durch verschiedene Orte Europas auf der Suche nach seinem Bruder in Bewegung und kommt nebenher einer großen Verschwörung auf die Spur.

Gestaltet sich die erste halbe Stunde noch ein wenig träge, nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf und stellt genügend interessante Fragen, die man als Spieler natürlich beantwortet haben möchte. Die Dialoge sind wie schon bei der Black-Mirror-Reihe von Entwickler Cranberry Productions äußerst gut gelungen und der Großteil der Sprecher erledigt überzeugende Arbeit. Einige Nebenfiguren wirken jedoch in ihrem Auftritt etwas schwach und fallen im Vergleich mit zentralen Figuren eher negativ auf.

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In dieser Werkstatt arbeitet ihr an euren ersten Erfindungen.

Gleiches gilt für die Optik. Während die Hintergründe an klassische Gemälde aus der Renaissance erinnern und teils beeindruckende Bilder auf euren Monitor zaubern, hinterließen die Bewegungen der Charaktere einen stark hölzernen Eindruck. Ihr Äußeres hat sich im Gegenzug zu den Modellen aus Black Mirror verbessert, ihre Animationen bringen aber den Effekt der Uncanny Valley zum Vorschein, durch den einige Spieler sicherlich aus dem Geschehen gerissen werden.

Dafür überzeugen die Rätsel, die ich bisher ausprobieren durfte. Hier überlegte man sich ein spannendes Feature, das perfekt auf der Persona von Feodor aufbaut. Als Erfinder ist der junge Schlaukopf natürlich in der Lage, Gegenstände zu kombinieren. Anstatt wie in jedem Adventure bloß auf zwei Gegenstände im Inventar zu klicken, sammelt ihr Objekte als Skizzen und fügt sich später am Arbeitsplatz zu einer neuen Erfindung zusammen. Dabei muss nicht nur die Auswahl, sondern auch die Reihenfolge der Teile stimmen. So bauen wir uns recht früh am Zeichenbrett einen Heißluftballon aus einem Ballon, Blasebalg, Korb sowie losen Brettern.

Lost Chronicles of Zerzura verspricht in seiner finalen Version ein anspruchsvolles Adventure zu werden, das neben einer spannenden Handlung mit unverbrauchtem Szenario eine frische Idee in Form der Erfindungen bietet. Nicht nur Genre-Fans sollten diesen Titel im Auge behalten.

Lost Chronicles of Zerzura erscheint am 3. Februar 2012 für den PC.

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