Das schwarze Auge: Drakensang - Test
Nostalgie 1W+8
Es gab mal eine Zeit, in der die Definition von „Party” etwas wunderbar Unschuldiges hatte. Bei mir ist das so ungefähr 15 Jahre her. Eine „Party“ war damals eine Vierergruppe aus Krieger, Paladin, Magier und Dieb – richtigen Nerd-Helden eben, die sich durch ebenso herrlich nerdige Fantasywelten schlugen.
Das erste PC-Spiel auf Basis des Pen & Paper Rollenspiels „Das schwarze Auge“ seit über zehn Jahren versucht nun, Euch in diese Zeit zurück zu versetzen. Auf dem neuesten Stand der Technik natürlich, aber in bester Tradition des taktischen Party-Rollenspiels: Grün gewandete Elfen, Zauberer mit Spitzhüten und jederzeit per Leertaste pausierbare Strategie-Kloppereien.
Projektleiter Bernd Bayreuther gibt dabei auch gerne zu, dass der Dungeons & Dragons Klassiker Baldur’s Gate für Drakensangs Spielablauf Pate stand. Und das merkt man an jeder Ecke. Drakensang ist quasi die Gegenbewegung zu modernen Rollenspielen der Marke Mass Effect oder Oblivion. Viele Spieler finden dafür Worte wie altbacken, dröge oder gar reaktionär.
Fakt ist: Radon Labs Hommage an die Altvorderen zieht sich anfangs etwas zu sehr und hat bei Bedienung sowie den Taktik-Optionen deutliche Schwächen. Trotzdem ist es auch eines der gelungeneren klassischen Rollenspiele. Und wenn einem nach so etwas der Sinn steht, dann hat Drakensang sehr, sehr viel zu bieten.
Trailer zu Drakensang
Der Spieler wird von seinem väterlichen Freund Ardo in die Metropole Ferdok im Fürstentum Kosch gebeten. Es ist natürlich überaus dringend. Was tut man also? Genau, man setzt sich hin und bastelt in aller Ruhe einen Charakter, dem diese Queste auch zuzumuten ist. Die Wahlmöglichkeiten sind allerdings für ein Spiel dieser Sorte recht eng gesteckt. 20 festgelegte Archetypen, die man weder in Aussehen noch Kultur oder Rasse bearbeiten kann, bieten mit Kampf- und Heilmagier, Scharlatan, Streuner und verschiedenen Kriegerklassen aber irgendwie trotzdem alles was das Herz begehrt. Dennoch findet man das zu Beginn ein bisschen mau. Vor allem, wenn einem die Visage der bevorzugten Klasse nicht gefällt.
Da der Look aber bekanntlich nicht alles ist, schraubt man einfach noch ein bisschen an den Charakterwerten und macht sich auf nach Ferdok. Spätestens wenn man fünf Stunden im Abenteuer „drin“ ist, hat man ohnehin vergessen, dass derartige Personalisierungsoptionen eigentlich schon lange zum guten Ton gehören.
Immerhin macht es einem Radon Labs interaktiver Auszug des zentralen DSA-Kontinents Aventurien aber doch recht leicht, darin zu versinken. Die gut geschriebenen und exzellent (leider aber lediglich sporadisch) gesprochenen Dialoge, die teilweise wirklich ausgezeichnete Musik und exzellente Kampfgeräusche erschaffen zusammen mit der grundsoliden und sauberen Grafik einen schlüssigen und glaubwürdigen Abenteuer-Spielplatz, in dem man gern nur „noch mal eben hinter die nächste Ecke“ schaut.

Leider herrscht in Aventurien hin und wieder Klon-Alarm.
Die Welt selbst wird Euch – ganz klassisch – nur Auszugsweise präsentiert. Anders als etwa in Oblivion reist Ihr also nicht durch eine zusammenhängende Welt, sondern von einem begrenzten, dafür aber recht großen Areal zum nächsten und von einem Stadtteil in den anderen. Jeder Übergang ist durch eine kurze Ladepause unterbrochen. Die Wege, die Ihr zwischen größeren Locations zurücklegt, werden lediglich als Strich auf der Landkarte eingezeichnet – nur falls doch einmal ein Oger oder ein Rudel Banditen Eure Reise stört, bekommt Ihr ein kleines Stück der Straße wirklich zu sehen.
Die Unterteilung der Welt in separate Gegenden hat Vor- und Nachteile. Zum einen mussten die Entwickler nur die für die Handlung relevanten Orte mit Leben und Questen füllen. Das ist nur logisch und verhindert einen „Fantasy-Center-Parc“ a la Oblivion, in dem man auf absurde Weise alle zwei Meter unversehens über ein „spannendes“ Geheimnis stolpert (und dabei regelmäßig vergisst, was man eigentlich vor hatte). Dennoch muss sich Radon Labs durchaus den Einwand gefallen lassen, dass die Welt dadurch auch nicht ganz so groß und massiv wirkt, wie sie könnte. Groß genug zwar, aber deutlich kleiner als ihre detailliert ausgearbeitete Vorlage.
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Kommentare (21) Latest comment vor 4 Jahren
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tja es ist kein WoW mit "!" über den Köpfen und anderem Interface Schnickschnack. Es ist ein Rollenspiel, fast komplett bugfrei, wie es seit langen keines mehr gab.
Solche Spiele haben es heutzutage anscheinend schwer..auch bei den Testern. Eine 8 wäre hier das Mindeste, aber dafür müsste es ein Japano Rollenspiel auf dem DS sein oder ein WoW Addon.
Ich kann nur jedem raten, wer Baldurs Gate mochte, wird dieses Spiel mit Liebe durchspielen. Es ist komplex, spannend und fordernd.
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Zwar ist das Spiel an vielen stellen wirklich herrausragend und auch ein Prachtstsück im alten Fantasy Genre.
Aber Leider macht das Spiel für die heutige Zeit extrem viel "falsch"
So kann mann nicht nur das fehlende Anpassen des eigenen Chars bemeckern sondern auch zb fakts wie dass man einfach so über all und "fast" jeden Ausrauben kann ohne irgend wie in gefahr zu laufen eine Geldstrafe zu bezahlen oder sogar ins Gefängniss zukommen.
Die Dialoge sind zwar wirklich gut geschrieben aber man möchte vielleicht auch in einem Spiel irgend wo Spuren hinterlassen können und wenn es nur die Entscheidung sind wie Beziertzt oder ihm einfach die Nase einhauen (Denn Sozialtalents werden viel zu selten wirklich im Spiel genutzt und sind somit irgendwie Sinnfrei)
Das Fordernde Element ist zwar vielleicht für RPG Nerds und alaten DSA Veteranen wirklich willkommen aber läst jeden casual Gamer an der schieren "ich schmeiß dich ins Wasser" Haltung des Spiels irgend wie Verzweifeln.
Man kann einfach nicht erwarten das sich Leute, damit sie Spaß an einem Spiel finden, einen ganzen Roman an regelwerk einpauken müssen.
Und ich denke das hat nicht viel mit WoW NwN oder Oblivion zu tuhen es sind einfach Sachen wie der Erkundungstrieb, das Erleben von Situationen oder halt ich Sammel neue viel viel besserer Gegenstände.
Alles Etwas auf was Drakensang verzichtet und dies einzig und allein mit einer guten Haupstorry versucht wieder auszugleichen.
Etwas was die besagten Spiele einfach besser gemacht haben ;)
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Drakensang scheint evtl nicht in Viva Generation zu passen, aber ältere Semester die früher noch Pool of Radiance usw. gezockt haben sind alle begeistert. Klar hat es kleine Macken..aber bitte ine Kung Fu Panda bekommt hier auch 7/10 Punkten und ein sehr solides RPG aus dt. Landen mit 70 Std. Spielziet ebenfalls...Klar kann man die Spiele nicht vergleichen, aber nur mal ein Beispiel zu nennen bzgl. der Wertung...
PS: Bin beleibe kein RGP oder DSA Nerd...ich mag einfahc nur gute Spiele mit Anspruch
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Wie kommst du darauf, dass ich einen DS hätte?
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Die Casual-Gamer dürften wohl die Zielgruppe sein die das Spiel am allerwenigsten ansprechen will. Die werden auch nicht von NWN oder Oblivion angesprochen. Jedes "richtige" RPG ist wohl Anti-Casual.
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"und ein sehr solides RPG aus dt. Landen mit 70 Std. Spielziet ebenfalls..."
Du erwartest aber nicht, dass ich die Herkunft mit Punkten belohne, oder? "
"Sehr solide" ist übrigens das was auf meiner Werte-Skala ziemlich genau 7 Punkten entspricht.
cheers,
Alex
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Ein gutes Spiel das aber leider in manchen Sachen zu veraltet ist in Sachen Spielkomfort.
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Wenn man sich in den Foren umhört sind alle Käufer hoch zufrieden, das ist die Hauptsache. Ihr werdet auch wieder eine 8 oder 9 vergeben ,wenn der nächste Mario Teil kommt. so long
Für Titel wie BG2, Planescape T usw seit ihr zu jung oder? Genau für diese Zielgruppe ist Drakensang ein Fest.
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Außerdem spiele ich in meiner Freizeit gerne DSA und kenne mich so auch mit dem Regelwerk einigermasen aus ;)
trotzdem muss ich dich beneiden da du ja wohl in Drakensang einen ehrwürdigen Nachfolger siehts auf den Viele seit längerem warten ;)
Jedoch tue ich das nicht ;)
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ohne das jetzt in Schwanzlängenvergleiche ausarten zu lassen: Ich bin nichtmal zu jung für Eye of the Beholder 1 und 2 oder DSA: Sternenschweif. :)
Auch die Drakensang-Zielgruppe kennt mittlerweile vergleichende Inventare, Formationsbefehle, Orientierungshilfen im Questenbuch und eine frei scrollbare Kamera. Zugegeben: Zur 8 fehlt nicht viel, warum du es aber mit Jump n Runs oder Actionspielen vergleichst, ist mir schleierhaft.
Und mal ganz nebenbei: Ein Mario Galaxy lässt für das was es sein will schlichtweg KEINE Wünsche offen. Das schlägt sich natürlich in Punkten nieder.
Grüße,
Alex
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Kann ich nur zustimmen.
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...aber hier muss ich leider für den Schreib-Knecht Partei ergreifen!
Super Test und fair dazu!
7 von 10 heißt auch wahrlich nicht dass es schlecht ist, im Gegenteil: eine 7 heißt doch im Grunde "GUT für jedermann - evtl SEHR GUT FÜR FANS" nicht mehr und nicht weniger
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Ich würde MGS 4 auch eher 11/10 Punkten geben aber jemand der das Spiel nie gespielt hat kann damit wenig anfangen, auch wenn Mr. Kojima mehr oder weniger sagt, dass die Story im 4. Teil so konzipiert ist, dass man sie versteht! ;)
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7/10 gehn in ordnung und mit anderen spielen ist es immer schwer zu vergleichen. erstmal gibts zur zeit einfach ohnehin keine rolenspiele in ähnlicher weise.
ne 7/10 ist auf nem hand held ganz anders zu erreichen als auf dem pc. nen online rollenspiel kann locker den inhalt eines sp spieles schlagen und bekommt troitzdem ne niedrigere wertung. ein sp spiel muss nur einige wochen gefallen, vll spielt man es ein halbes jahr später nochmal durch. ein multiplayerspiel sollte über monate fesseln und immer was neues bieten. auf 2x spielen hat da wohl keiner lust.
ich find wertungen sollten immer genre und hardware bezogen sein.
nen final fantasy auf nem ds kann nicht so viel bringen wie ein ein pc rollenspiel mit allein 118 tasten...
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Nein, die sind nicht alle begeistert. Die haben zwischendrin alle Neverwinter Nights 1+2 gespielt und fassen sich daher ob der teilweise grotesk schlecht umgesetzten Kampfengine nur an den Kopf. Wenn schon keine freie Kamera, dann bitte wenigstens die Möglichkeit Gegner und Standardaktionen per Tastatur durchzuschalten, das gebotene ist völlige und unbequeme Steinzeit. Taktikoptionen für die Mitstreiter, vor allem für die leicht hinfälligen Magier die über "ich bleib stehen/ich lauf Amok" hinausgehen? Wozu? Braucht doch kein Mensch. Das ganze Spiel mit gedrückter rechter Maustaste absolvieren weil man sonst von einer Wand in die nächste läuft? Klar, das ist völlig oldschool, ältere Semester brauchen sowas!
Nicht.
Über das imo grausame Chardesign mag man ja noch streiten können (ich find´s sehr, sehr bieder, DSA halt), das völlig lieblos hingerotzte Kampfsystem samt fehlenden Optionen ist richtig schlecht, da hilft auch kein Verweis auf noch unbedienbarere Spiele aus grauer Vorzeit. Der Test ist doch echt wohlwollend, dazu könnte ich mich jedenfalls nicht durchringen.
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Einen Fantest kann auch jeder verfassen und posten. Also sehe ich da kein Problem.
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