Dynasty Warrios: Gundam

Auf eigene Gefahr!

Da wir unsere Leser lieben und ihnen keinen bleibenden Schaden zufügen wollen, beginnen wir diesen Test mit einem ganz besonderen Ritual. Dazu müssen sich erst einmal alle von ihren Sitzen erheben, die japanische Spiele mögen. Sehr schön. Ja, es dauert nicht lange. Nein, Ihr müsst Euch nicht ausziehen. So, wer von Euch mag keine japanischen Mangas? Ok, bitte setzen. Gut und nun setzen sich alle wieder hin, die nicht, ich betone NICHT auf Prügelspiele stehen. Ups, ich habe nicht gesagt alle. Oh, da hinten stehen noch zwei. Also Ihr beiden bleibt jetzt hier, der Rest sollte einen Schritt zurück gehen und einen anderen Artikel lesen, gleich wird es hier nämlich total craaaaazy.

So, meine Freunde der durchgedrehten Japanunterhaltung, nun, nachdem die blöden Gaijin weg sind, stellen wir Euch heute eine ganz besonderes Schmuckstück vor, das in punkto Japanophilie alle Grenzen sprengt. Bei Dynasty Warriors: Gundam wird eine seltsame japanische Robotertrickserie mit einer noch seltsameren japanischen Action-Serie verknüpft. Trotzdem sind die Japaner geradezu vernarrt in das Zeug und brechen bei jedem Release in unkontrollierte Begeisterungsstürme aus – 170.000 verkaufte Kopien am ersten Tag.

Dabei ist die Geschichte der Dynasty Warriors-Serie für Nicht-Japaner beziehungsweise Nicht-Chinesen nur schwer zu verstehen. Einen Großteil rennt man dabei mit irgendwelchen mehr oder weniger bekannten, historischen Figuren durch die Gegend, die irgendwann im Mittelalter China bevölkerten, und schickt Hunderte Gegner mit wildem Button-Smashing in die ewigen Jagdgründe.

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Irgendwie erinnert mich die Bleckdose an meinen ersten Hund.

Gundam dagegen ist einer der ersten richtigen Roboter-Mangas, bei dem japanische Jugendliche in gewaltige Kampfroboter schlüpfen und mit ihnen gleich ganze Kleinstädte verwüsten. Koei hat also im Prinzip einfach nur die Figuren und Story-Elemente ausgetauscht und so im Handumdrehen einen waschechten Science-Fiction-Prügler produziert, der mit seinen prachtvollen Kampfmaschinen und seiner wirren Story beiden Serien gerecht wird.

Da die meisten Elemente der Vorlage entsprechen, fange ich am besten mit der Unterschieden an. Während Ihr bei der historischen Schlachtplatte meist mit ein paar aktivierbaren Generälen durch die Gegend rennt, konzentriert sich bei Gundam alles auf Euren Roboter. Dieser steigt nicht nur wie der Pilot im Level auf, sondern er kann auch verschiedene Aufrüstungsgegenstände in die Schlacht führen, die seine Effektivität dramatisch steigern.

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Na, wer findet den Unterschied?

Vor jedem Level der Hauptkampagne – in der es um einen seltsamen Planeten geht, der auf die Erde zufliegt?! – könnt Ihr Euren mächtigen Freund individuell anpassen. Anfangs stehen hier noch wenig Optionen zur Verfügung, aber mit der Zeit verwandelt sich Euer stählerner Freund in eine waffenstrotzende Killermaschine, die das gegnerische Fußvolk mirnichtsdirnichts auf den Schrottplatz befördert. Leider gibt es keine speziellen Waffen oder Rüstungen, sondern spezielle Programm-Updates, die für mehr Wumms im Nahkampf oder bei Euren Kanonen sorgen. Kein Vergleich also zu den ausufernden Aufrüstungs-Optionen der Armored Core-Serie.

Wie in Dynasty Warriors so üblich, warten Hunderte Gegner auf ihr unrühmliches Ende, das Ihr mit Kombos und Spezialattacken noch schneller herbeiführen könnt. Die taktische Auswahl beschränkt sich zwar auf wenige Faktoren, trotzdem kann auch diese Version das ansteckende Metzelfieber hervorrufen, das Euch über so manches Manko hinwegsehen lässt. Trotz altertümlicher Grafik und nahezu unverständlichen Zwischensequenzen, kommt beim Zerstören der Gegner per Lichtschwert jede Menge Spaß auf.

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