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UFC Undisputed 2010

Blut, Schweiß und Tränen

Man mag es kaum glauben, doch hinter der prolligen Fratze von UFC-Chef Dana White steckt ein intelligentes Köpfchen. Ihm ist es gelungen, aus brutalen Hinterhof-Fights eine allgemein akzeptierte Sportart zu machen. Doch diese hehre Aufgabe war nicht sein einziges Ziel. Dana White wollte vor allem Geld verdienen, viel Geld. Und auch diese Aufgabe hat er nach über zehn Jahren UFC erfolgreich gemeistert. Der geltungsbewusste Maniac mit dem Körperbau eines Rausschmeißers ist Multimilionär.

Der Erfolg seines Konzepts ist einmalig. Innerhalb weniger Jahre haben seine knallharten Martial-Arts-Fighter bei jungen US-amerikanischen Erwachsenen sogar die millionenschweren Schauspieler von der WWE in puncto Popularität überholt. Und das mit echten, brutalen Kämpfen, die nichts mit der einfachen Gut-vs-Böse-Masche der Show-Ringer zu tun hat.

Verantwortlich für diesen rasanten Aufstieg ist neben der Nutzung von modernen Medien und einer Verrohung der Zuschauer insbesondere die spannende Frage: „Wer würde den Kampf gewinnen?“ Kann ein Boxer einen Karateka schlagen? Macht ein Jiu-Jitsu-Mann einen Kickboxer fertig? Und genügt der Instinkt eines Straßenkämpfers, um einen austrainierten Athleten fertigzumachen?

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Taktisch anspruchsvoll und umfangreich: Der Karriere-Modus samt Training, Sparring, Camps und jede Menge Infos.

Ein weiteres Beispiel für die Genialität seiner Ideen ist die Casting-Show Ultimate Fighter. Eine Art Germany's Next Topmodel für Haudraufs. Wie im weiblichen Vorbild wohnt ein dutzend Testosteron-Monster unter einem Dach. Sie schließen Freundschaft, trainieren zusammen und versohlen sich in Entscheidungsshows den Hosenboden. Selbst die typische Portion Zickenkrieg ist mit dabei.

Ok, bis auf wenige Ausnahmen sind die Kämpfer keine großen Leuchten, die Gespräche erreichen nicht einmal Kneipenniveau und der alberne Männlichkeits-Codex geht einem schon nach kurzer Zeit auf die Nerven. Trotzdem fiebert man jedem Kampf entgegen, bestaunt mit der eigenen Sensationsgier die harten Verletzungen und den Kampfgeist der Kontrahenten. Kurz, es funktioniert.

Und das Gleiche kann man auch über UFC Undisputed 2010 sagen. Die Leuchtreklame ist zu groß, die Dialoge zu schwachsinnig und die Animationen lang nicht so ausgefeilt, wie bei der Fight-Night-Serie, trotzdem zieht es einen magisch an und lässt einen für Stunden nicht mehr aus seinem Griff.

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Mein Kämpfer, Schwabbel-Brust Metzger, mit einem vernichtenden Ellenbogen-Schlag.

Als relativer Neuling, der nur ein paar Stunden in den Vorgänger gesteckt hat, war ich anfangs verloren. Hatte nur wenig Ahnung, was ich da genau mache. Doch von Kampf zu Kampf, von einer Karrierestation zur nächsten wurde ich besser.

Nicht in dem immer noch etwas konfusen Bodenkampf oder den anstrengenden Submission-Moves, nein, in meiner alten Paradedisziplin: Dem Boxen. Denn ihr müsst wie die Vorbilder nicht in allen Bereichen glänzen. Wer geschickt im Ring agiert, kann den meisten Griffen und Würfen entgehen. Kann seinen Gegenüber mit harten Tritten und Schlägen mürbe machen, um ihn am Ende schlicht umzuhauen. Natürlich hat man Probleme mit Ringern, die sich wie eine Naturgewalt auf einen stürzen und dann nicht mehr aufhören, bis man erschöpft aufgibt. Doch mir gelang es, ohne große Bodenkampf-Künste im Karriere-Modus bis zu einem Titelfight vorzustoßen. Eine äußerst packende Geschichte, die zeigt, wie gelungen der Kampagnen-Modus ist.

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