Kirby's Extra Epic Yarn

Der Stoff-Look funktioniert auch auch im rundum verbesserten 3DS-Remake des alten Wii-Titels gut - auf Wunsch kann Kirby sogar sterben.

Kirby und das extra magische Garn - Test: Ein bisschen Frieden

Vor acht Jahren muss vor Nintendos Hauptquartier eine Wagenladung Konpeito explodiert sein. Das sind diese japanischen Süßigkeiten, eigentlich nur in Sternform gebrachter und gefärbter Zucker, verflucht süß. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, wie man auf die Idee kam, den ohnehin schon über alle Maßen niedlichen Kirby noch niedlicher zu machen, indem man ihn in eine Welt versetzt, die nur aus Stoff besteht. Kirby und das magische Garn hieß das Ergebnis seinerzeit, ein wirklich unglaublich süßer Platformer, der für die Wii erschien und sich hauptsächlich an kleinere Kinder richtete, denn das Spiel war leicht. So leicht, dass ihr noch nicht einmal sterben konntet. Ebendiesen Titel hat Nintendo nun neu aufgelegt - nicht aber für die Switch, wie man denken könnte, sondern als eine Art Schwanengesang für die 3DS-Familie. Und, was soll ich sagen? Es ist immer noch verflucht niedlich.

Meine größte Enttäuschung muss ich gleich loswerden: Kirby und das extra magische Garn unterstützt die 3D-Funktion der Konsole nicht. Spätestens seit dem New 3DS, dessen Kamera die Augen so fixieren kann, sodass das Suchen des Sweet Spots für den 3D-Modus kein Kampf mehr ist, gehöre ich zu den Freunden dieses Gimmicks und nutze es immer, wenn es ein Spiel zur Verfügung stellt. Das extra magische Garn tut das nicht - schade, denn in meiner Vorstellung hätte das dem ohnehin schon sehr hübschen Stoff-Look noch mehr Plastizität verliehen. Das extra magische Garn ist auch ansonsten recht nah an der Original-Fassung. Ihr bewegt euch mit Kirby durch eine Reihe typischer Sidescroller-Level, zerlegt Gegner in ihre Stoff-Bestandteile und löst kleinere Puzzles. Wer besonderen Entdeckergeist mitbringt, kann in jedem Abschnitt eine Reihe von Einrichtungsgegenständen finden, mit denen Kirby sich sein Stoff-Apartment einrichten kann. Meine harte Schale will das trivial nennen, mein weicher Kern findet das aber so wunderbar entschleunigt und harmlos, dass er sich Nicoles „Ein bisschen Frieden" als Soundtrack für das Spiel wünscht. „Ein bisschen Wärme, das wünsch' ich mir", heißt es darin und diese Wärme gibt euch das Kirby und das extra magische Garn. Es hüllt euch mit seiner fantastischen Welt aus glücklichen Stoffwesen ein wie eine warme Decke und Kirby selbst ist die Wärmflasche.

Nun habe ich schon erwähnt, dass Kirby und das extra magische Garn ein ziemlich einfaches Spiel ist und dass ihr nicht sterben könnt. Und das ist ein Knackpunkt. Tatsächlich werdet ihr im schlimmsten Fall ein paar Schritte zurücktransportiert und verliert ein paar Edelsteine. Das erinnert so ein bisschen an Sonic, der ja bekanntlich auch seine Ringe verliert, wenn er getroffen wird - nur, dass Sonic eben tatsächlich ins Gras beißt, wenn er dann nochmal einen Treffer abbekommt. Kirby nicht, der läuft einfach fröhlich weiter. Theoretisch könnt ihr euch also einfach durch jedes Level laufen und euch permanent treffen lassen, wobei es dafür gar nicht mal so viel Gelegenheiten gibt. Viele Gegner verhalten sich nämlich gar nicht feindselig, sondern stehen einfach in der Gegend herum und erwarten, dass Kirby sie in Bindfäden auflöst. Macht mich diese Todessehnsucht trübsinnig? Das nun nicht, denn ich habe nichts gegen einfachere Spiele, manchmal kann es ganz entspannend sein, einfach stumpf durch ein paar Level zu hüpfen. Aber das hier hat doch nochmal eine andere Qualität: Kirby und das extra magische Garn fühlt sich bisweilen nicht mehr an wie ein Spiel, sondern wie ein Spielzeug. Kirby ist nicht übermächtig, er ist schlichtweg unbesiegbar.

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