Respawns Vince Zampella: Tester sollten die Spiele auch durchspielen

'Es gibt nichts Frustrierenderes'

Für Respawn Entertainments Vince Zampella gibt es "nichts Frustrierenderes" als Spielejournalisten, die Spiele testen, ohne sie komplett durchgespielt zu haben.

"Ich habe Tests gesehen, in denen Leute Dinge über das Spiel schrieben, die einfach falsch waren - etwa dass ein bestimmtes Feature nicht existiert, also haben sie offensichtlich nicht das gesamte Spiel durchgespielt", so Zampella während eines Vortrags auf der QuakeCon.

"Es gibt nichts Frustrierenderes als das. Es ist unfair."

Laut Bethesdas Todd Howard verbessern sich allerdings die Standards im Spielejournalisums, da auch Spiele ein größeres Medium werden.

"Es gibt andere Tests, die im Hinblick auf ein paar Dinge kritisch waren und sie hatten vermutlich Recht - damit kann man leben. Und es gibt einige, die wirklich begeisternd sind und diese verzehrt man regelrecht", so Zameplla.

"Ja, Reviews sind eine schwierige Sache", fügt Jason West hinzu. "Man will den Guten glauben."

"Man will informative Tests. Man kann sehen, wann jemand dein Spiel wirklich gespielt hat und wenn es lediglich ein Auftrag war, um den Gehaltsscheck zu erhalten...", sagt Howard.

"Wenn ich Modern Warfare im Multiplayer spiele, weiß ich, dass ich 50 Stunden damit verbringe, also stellt man eine Menge Recherchen an. Und wenn diese Recherchen in einem Test resultieren, bei dem irgendjemand nicht viel Zeit mit dem Spiel verbracht hat, dann ist das niederschmetternd."

Am Ende des Panels kam West dann auch nochmal auf Wertungen zu sprechen: "Ich werde einen kleinen Entwurf für ein meiner Meinung nach besseres Wertungssystem abgeben, aber das wird niemals passieren, weil die Leute Zahlen lieben", sagt er.

"Die Art und Weise, wie Rotten Tomatoes für Filme funktioniert, ist meiner Ansicht nach im Vergleich mit 92 oder 91,3 eine wesentlich zutreffendere Darstellung von Positivem oder Negativem. Von allem wird der Durchschnitt berechnet und es ist ziemlich zufällig."

Über das neue Projekt von Respawn Entertainment sprachen die beiden allerdings nicht, ebenso wenig arbeitet man mit Bethesda zusammen.

Kommentare (2) Latest comment vor 2 Jahren

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  • SoSchautsAus #1 vor 2 Jahren

    Von meinem Standpunkt als Konsument aus gibt es bei Reviews ein viel größeres Problem als nicht durchgespielte Spiele: Vorab- und vor-Ort-Tests. Ich will, dass Verkaufsversionen getestet werden, keine extra vom Publisher bereitgestellten und nicht-finalen "Vorführversionen". Und ich will, dass diese Tests unabhängig durchgeführt werden, nicht direkt beim Publisher vor Ort, unter Aufsicht. Speziell bei PC-Spielen gibt es dann auch noch das Problem, dass die Vorführversionen vor Ort auf speziell angepassten Rechnern getestet werden. Über Performance, Kompatibilität oder Kopierschutzmechanismen kann man dann natürlich kein Urteil fällen.

    Vor allem im Print-Bereich ist das sehr großes Problem. Online hat natürlich den Vorteil der Flexibilität. Bei Print hingegen ist man vom Erscheinungsturnus der Zeitschrift abhängig. Da bekommt man als Leser nicht selten das Gefühl, die Verlage würden für Exklusivberichterstattung alles tun. Die Qualität der Tests wird zweitrangig. Es geht nur um Auflage. Hauptsache man hat als Erster einen gedruckten Test. Sowas macht den Spielejournalismus kaputt.

    Da lob ich mir ein Magazin wie die GEE, deren oberste Priorität unaufgeregte und unverkrampfte, qualitativ hochwertige Berichterstattung ist. Allein ihr Wertungssystem macht sie schon sympathisch; sie haben nämlich keins! ^^

    SSA
  • Stachel #2 vor 2 Jahren

    Es gibt nur zwei Testaussagen die ich IMMER ernst nehme, besser ... mir wichtig und kaufentscheident sind.
    Die Spieldauer. Ist ein Spiel zu kurz (unter 8h SP) ist es für den Kauf am Erscheinungstag schon mal disqualifiziert, vielleicht später mal als Budget-Titel, wenn ich ihn bis dahin nicht vergessen habe (kann passieren, wenn es ein cut-game ist, dass ich mir eh im Ausland holen würde). Und dann noch der Schwierigkeitsgrad. Wenn ich in verschiedenen Tests lese, dass ein Spiel auf "leicht" immer noch sehr fordernd ist, wird es gar nicht gekauft (höchstens mal ausgeliehen) ...man wird halt älter ;o)

    Ansonsten ist der beste Test immer noch eine Demo.