Shank

Gears of Rage

Shank ist einer dieser Titel, die bei mir für eine sehr lange Zeit im Gedächtnis verankert bleiben. Nicht weil das Spiel besonders gut oder gar grauenhaft ist, sondern wegen einer klassischen Hassliebe, die es mir die letzten Tage schwer machte, ein endgültiges Urteil zu fällen.

Obwohl ich jede einzelne Spielminute genoss, gab es immer einige Kleinigkeiten, die sich als fiese Stimmen in meinem Gehöhrgang materialisierten und mir ununterbrochen zuriefen, was Shank alles falsch macht, bis ich die Wahrheit schlussendlich akzeptieren musste. Es ist lange nicht so gut geworden, wie ich es mir erhoffte. Doch bevor ihr nun zur nächsten Seite durchklickt und nervös nach unten scrollt, um die Wertung zu sehen und mir dann einen bösen Kommentar schreibt, lasst mich kurz ausholen.

Seit ich die ersten bewegten Bilder von Shank gesehen habe, war ich sofort begeistert. Allen voran der Zeichenstil, der mich auf den ersten Blick ein wenig an den von Mike Krahulik (Penny Arcade) erinnerte, in Verbindung mit der übertriebenen Comic-Gewalt ließen mein Hype-Barometer in die Höhe schnellen. Was konnte schon großartig schief gehen bei so einem Titel? Erst recht, wenn der Hauptcharakter stets eine Kettensäge bei sich trägt.

Wie ich bereits nach der ersten Stunde mit dem fertigen Produkt merkte, so einiges. Doch bevor ich meine Probleme darstelle, möchte ich zuerst die guten Aspekte des Spiels erläutern, die Shank trotz seiner Schwächen nicht im Mittelmaß versinken lassen.

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Stilvoll, dafür erkennt ihr die Angriffe eurer Feinde schlechter.

Fangen wir direkt mit dem auffälligsten Markenzeichen an, das ich bereits angesprochen habe: Dem Grafikstil. Wenn es sich um das Aussehen eines Spiels dreht, lässt sich vieles kritisieren. Aber nicht bei solch einer Massage für den Sehnerv. Die Animationen sind flüssig, die Hintergründe mit vielen Details versehen und das Charakterdesign erstklassig. Wenn es jemals eine Fernsehserie zum Spiel gibt, werde ich die garantiert anschauen.

Wo ich gerade beim Design bin, muss ich natürlich ebenfalls auf die Gewalt im Spiel eingehen, die auf mich immer sehr anziehend wirkt, wenn sie so übertrieben ist, dass es fast schon lustig wirkt. Bis auf die Blutfontänen nach jedem Treffer bleiben euch abgetrennte Körperteile oder dergleichen jedoch erspart. Geschmacklos ist die Darstellung auf keinen Fall und wahrscheinlich auch das Argument, mit dem EA das Spiel durch die USK-Kontrolle schleuste.

Shank aufgrund der Aufmachung als stupiden Button-Masher zu bezeichnen, wäre ein fataler Fehler, ist das Kampfsystem doch der stärkste Teil des Gameplays. Level für Level lauft, springt und klettert ihr von links nach rechts, um den Ausgang beziehungsweise den Boss des Areals zu finden. Schließlich seid ihr auf einem Rachefeldzug gegen euren früheren Mentor sowie seine Gruppe von Auftragskillern, die vor einigen Jahren eure Freundin vor euren Augen getötet haben und dachten, euch selbst niemals lebend wieder zu sehen. Ja, es ist ein totales Klischee und auch die „Twists“ in der Geschichte verursachen nur ein verschämtes Augenrollen. Doch interessiert das bei Actiontitel dieser Art überhaupt? Ich denke nicht.

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Solche Szenen erinnern mich immer an Stirb Langsam.

Daher wieder zurück zum Kampfsystem. Ihr bewegt euch ausschließlich zur Seite. Tiefe existiert in der Welt von Shank nicht. Zur Bekämpfung der Feindesschaaren bietet euch der Titel mehrere Möglichkeiten. Ihr habt einen normalen, leichten Angriff, eine Waffe für starke Attacken sowie eine Bleispritze, um aus der Entfernung zu schießen. Schuss- sowie schwere Nahkampfwaffen sind austauschbar und ihr erhaltet im späteren Spiel weitere Variationen.

Dazu gesellen sich die Granaten, die einer Smart Bomb ähneln und euch in brenzligen Situationen den Hintern retten. Den Abschluss bilden der Wurf und der Sprungangriff, die beide nur bei normalen Bösewichtern funktionieren. Die wohl nützlichste Fähigkeit ist das Blocken. In Verbindung mit dem Analog-Stick hechtet ihr dann zur Seite und weicht so verheerenden Angriffen aus.

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