Nintendos E3-Pressekonferenz 2011 - Zusammenfassung

Wii Me, Wii U!

Trotz PlayStation Vita und Microsoft... hmmm... tja, was eigentlich... war Nintendos neue Hardware für die meisten das wichtigste Thema dieser E3. Und tatsächlich, der japanische Gigant enttäuschte nicht, stellte das neue System vor und beantwortete ein paar der drängendsten Fragen, aber natürlich nicht, ohne dabei viele weitere aufzuwerfen. Bevor wir zu den Details der Pressekonferenz kommen, es gab ja auch zahlreiche 3DS-Titel und interessante Neuigkeiten zum Thema The Legend of Zelda, wollen wir uns also ganz der neuen Hardware widmen.

Die heißt nun weder Project Café noch Nintendo Stream, es heißt nicht einfach nur Nintendo, wie zuvor kolportiert, und auch der von vielen Fans erhoffte Name NESCafé ist es nicht geworden. Die neue Hardware hört auf den Namen Wii U und ist eindeutig als erweiterter Nachfolger der Wii positioniert. Das neue System ist abwärtskompatibel zu Soft- und Hardware, setzt aber im Gegensatz zum weltweit erfolgreichen, aber unter der Core-Kundschaft umstrittenen Wii nun auch auf moderne Technik mitsamt HD und allem was dazu gehört.

Eines von Nintendos erklärten Zielen besteht wohl wieder darin, die heutzutage primär auf PS3 und Xbox360 aktiven Third Party-Entwickler wieder an Bord zu holen und ihn eine Plattform zu bieten, auf der Massenphänomene wie Assassins Creed oder Battlefield nicht nur problemlos laufen, sondern im Idealfall sogar noch etwas besser aussehen als auf den bisherigen HD-Systemen. Doch bis das den Besuchern der Pressekonferenz und den Zuschauern am Livestream klar wurde, sorgte Nintendo erst einmal für ordentlich Verwirrung.

Bei der feierlichen Enthüllung des neuen Controllers dachte manch einer zunächst noch, es handele sich lediglich um ein Add-On für die bereits bekannte Wii, doch schnell wurde dann Klarheit geschaffen. Was hat es mit dem Controller nun auf sich?

Nintendo Wii U - Tech-Demo

Er wirkt sehr groß und klobig, quasi ein Hybrid aus Touchscreen-Tablet klassischem Konsolen-Pad mit zwei Analogscheiben (ähnlich der fantastischen Scheibe des 3DS), einem Steuerkreuz, vier Buttons auf der Vorderseite, zwei Schultertasten und zwei analogen Triggern hinten. Außerdem beinhaltet das System ein Mikrofon, eine Kamera und die üblichen gyroskopischen Eigenschaften. Aber was tut er jetzt?

Die Wii U ist definitiv kein Konsolen-Handheld-Hybrid, mit dem man einfach mal seine Runde Mario unterbringt und dann irgendwo in der Bahn einfach auf dem mitgenommenen Controller weiterspielt. Ja, die Hardware streamt direkt ein Bild in den Controller. Das kann die Spielgrafik sein, das kann das Inventar oder auch etwas ganz anderes sein. Nintendo verspricht unzählige kreative Möglichkeiten, den neuen Controller einzusetzen, ein paar werden direkt nach der Pressekonferenz in der Anspielsession gezeigt – darüber erzählen euch demnächst unsere Männer vor Ort genaueres.

Alten Nintendo-Hasen könnte dieses Prinzip durchaus bekannt vorkommen: Da gab es vor ein paar Jahren doch einmal ein gescheitertes GameCube-Experiment namens Connectivity! Da verband man einen oder mehrere GameBoy-Advance-Geräte mit dem Spielewürfel und nutzte die dann sowohl als zweiten Bildschirm als auch als Steuereinheit. Dank Kabelsalat und Hardware-Hunger setzte sich das Prinzip nie durch, brachte aber mindestens drei herausragend gute Spiele mit sich: Wer einmal das Vergnügen hatte, Final Fantasy: Crystal Chronicles, The Legend of Zelda: Four Swords und natürlich das famose Pac-Man VS. im vollen Connectivity-Modus zu spielen, der weiß selbst, dass an dieser Idee damals etwas dran war, aber Zeit und Technik einfach noch nicht reif dafür waren. Das sollte sich in gut einem Jahr dann sicherlich ändern.

Nintendo Wii U - Präsentation

Überraschend wenig Aufhebens machte Nintendo um die Konsole an sich. Ja, das Gehäuse wurde gezeigt, aber zu seinem Innenleben oder gar zu Feinheiten wie Anschlüssen schwieg sich Nintendo mehr oder weniger völlig aus – die Bühne gehörte alleine dem neuen Controller. Trotzdem sind mittlerweile ein paar Informationen durchgesickert oder offensichtlich. Optisch orientiert sich die Wii U-Hardware eindeutig an ihrem Vorgänger. Beide Systeme sind weiß, beide Systeme sind sehr klein (was spätestens der Blick auf das Größenverhältnis Hardware-Disc-Slot offenbart), dafür erinnert die Wii U mit ihren abgerundeten Ecken fast schon ein wenig an eine kleine Xbox360 – altes Modell versteht sich.

Die Gedanken hinter diesem Design sind klar: Die Wii U soll eindeutig als Nachfolger der Wii positioniert werden – da sämtliche Wii-Hard- und -Software kompatibel zur neuen Plattform sind, reicht es gerade für manchen Light-User einfach, den zentralen Kasten auszutauschen, eventuell noch das definitiv unterstützte HDMI-Kabel in den Fernseher zu stecken und schon geht erstmal alles weiter wie gehabt – nur eben schöner und mehr davon. Beim neuen Gehäuse kam die gleiche Philosophie bei bei der Wii zum Einsatz – das Gerät muss Mutter-kompatibel sein. Das heißt: Nicht zu groß, nicht zu laut, kein zu großer Stromfresser, eben ein kleines, feines, unaufdringliches Stück Hardware, kein das Wohnzimmer dominierender Klotz wie Sonys gerade damals in der ersten Inkarnation doch gewaltig große PlayStation 3.

Und was steckt nun unter der Hülle und im ungewöhnlichen Controller? IBM selbst gab ein paar Informtionen über das Innenleben des Systems heraus: „Das Herz der Konsole ist ein Custom- 45nm-Chip mit eingebettetem DRAM, der in der Lage ist, dem Multi-Kern-Prozessor große Datenmengen für eine flüssige Unterhaltungserfahrung zu liefern". Aha. Is klar, ne? Nun, demnächst werden sicher unsere lieben Kollegen bei Digital Foundry die Hardware gründlich zerpflücken, bis das soweit ist, kann man wohl aber mit Sicherheit sagen, dass die Wii U tatsächlich gut mit der PS360 mithalten und sie in mancher Hinsicht wohl auch gut übertreffen wird. Nintendos PR-Gorilla Reggie Fils-Aime verspricht 1080p-Grafik, und das ist etwas, woran die Konkurrenz-Systeme momentan noch schwer zu knabbern haben. Diverse Entwickler wie beispielsweise Ubisofts Michel Ancel bestätigten diesen Eindruck und lobten das neue Konzept.

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