BioShock: Challenge Rooms

Schwestern in Not

Download-Content ist eine Geschichte für sich. Der eine mag es, der andere nicht. Für beide Seiten gibt es gute Argumente. Und die treffen auch auf die Challenge Rooms für die PS3-Version von BioShock zu, von denen aber vermutlich die wenigsten Spieler – mich eingeschlossen – erwartet hätten, dass sie noch nach einer zusätzlichen Investition verlangen. Immerhin kam die Umsetzung des bereits ein Jahr alten Spiels annähernd zum Vollpreis in die Läden. Nun soll man also wieder 7,99 Euro blechen – und erhält im Gegenzug zumindest kurzweilige Unterhaltung.

Die drei Herausforderungen stehen grob zusammengefasst unter dem Motto „Save the Little Sister, save the world“. Oder so ähnlich. Die Hauptaufgabe besteht jedenfalls immer darin, eine der kleinen Adam-Sammlerinnen zu retten. Und um diese Mission zu vollenden, wollen jeweils unterschiedliche Ziele erfüllt werden.

Den Einstieg markiert „Das 'Ich' im Team“ mit dem Auftrag, einen Big Daddy zu beseitigen. Ansonsten kann die Little Sister nicht befreit werden. Nun wäre der Beschützer mit einem gut gewählten Waffenarsenal leicht zu knacken, doch es stehen weder Schießeisen noch irgendwelche schädigenden Plasmide zur Verfügung.

Es kommt also ganz auf die Ausnutzung der Umgebung an. Eine Stelle lässt sich beispielsweise nicht passieren, ohne dass man von den vielen Geschütztürmen mit Blei durchsiebt oder von Raketen in die Luft gejagt wird. Die Lösung ist relativ simpel.

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Rettet die Little Sister. Und den Teddy.

Mit Hilfe des zuvor gefundenen „Ziel-Dummy“-Plasmids platziert man einen Lockvogel nacheinander vor jedem der MG-Geschütztürme, woraufhin die Raketenwerfer auf der gegenüberliegenden Seite auf eben diese feuern und sie in ihre Einzelteile zerlegen. Abschließend nochmals eine Ablenkung platzieren, schnell rüberhuschen und den Raum verlassen.

In den ersten beiden Herausforderungen sind vor allem die grauen Zellen gefragt. Challenge Nummer 2 besteht aus dem schon im Vorfeld öfter angesprochenen Riesenrad. Eine Little Sister sitzt darauf fest und der Schalter zur Aktivierung hat einen Kurzschluss. Man muss ihn sechsmal mit Strom versorgen und betätigen, bevor die Hilfesuchende wieder den Boden erreicht. Und das geschieht auf verschiedenste Art und Weise, etwa durch ionische Munition.

Wer lieber ballert, kommt mit Raum 3 voll auf seine Kosten. Dieser ist ganz auf Action ausgelegt. Eine Little Sister ist in einem Gefängnis eingesperrt, dessen Schlösser sich nur öffnen lassen, indem man mehrere Arenen erfolgreich absolviert. In den jeweils unterschiedlich gestalteten Räumen warten wiederum verschiedene Feinde. Ein Abschnitt steckt zum Beispiel hauptsächlich voller Geschütztürme, die nächste Passage fährt ausschließlich Houdini Splicer auf und eine weitere Arena schickt mehrere Arten von Big Daddys vors Fadenkreuz.

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Auch mit Big Daddys legt man sich an.

Sofern man eine dieser Prüfungen erfolgreich beendet, öffnet sich nicht nur das jeweilige Schloss am Gefängnis. Man erhält zudem Geld und Adam, was sich an den Verkaufsautomaten im Ausgangsraum in zusätzliche Munition, neue Plasmide oder EVE-Spritzen investieren lässt. In jeder Arena findet man zudem eine Station für Waffen-Upgrades.

Die wichtigste Frage lautet aber natürlich, wie viel Spielzeit man für die 7,99 Euro bekommt. Dank des vorhandenen Timers, der in jeder Herausforderung mitläuft, lässt sich das ganz einfach beantworten. Der erste Durchgang war nach knapp anderthalb Stunden vorbei. Genauer gesagt: 16 Minuten für Nummer 1, 36 Minuten für Nummer 2 und 37 Minuten für Nummer 3. Sofern man sich alle Trophäen für die Challenge Rooms verdienen möchte, ist man vielleicht zwei bis drei Stunden beschäftigt.

Optisch, architektonisch und stimmungsmäßig passt der Download-Content indes wunderbar in die Welt von BioShock. Jeder der Level könnte glatt aus der Hauptstory stammen, obwohl sie damit natürlich rein gar nichts zu tun haben, wie man vor dem Start nochmals ausdrücklich betont.

Sind zwei bis drei Stunden Unterhaltung rund acht Euro wert? Diese Frage beschäftigte mich, während ich diesen Artikel schrieb, die ganze Zeit über. An und für sich sind die Herausforderungen gut gelungen und bieten in zwei Fällen eine willkommene Abwechslung zum üblichen BioShock-Alltag an, da man hier sein Köpfchen gezwungermaßen anstrengen muss. Darauf kann man gerne aufbauen. Andererseits sind es auch „nur“ drei Challenges, die auch wieder recht schnell vorbei sind. In diesem Zeitraum wird man aber trotz nicht vorhandener neuer Gegnertypen oder Waffen durchaus Spaß haben. Dennoch hätte man die Challenge Rooms meiner Meinung nach eher als kostenlose Dreingabe zur Fast-Vollpreis-Umsetzung anbieten sollen.

6 / 10

Die Challenge Rooms sind für 7,99 Euro im PlayStation Store erhältlich.

Unsere Wertungsphilosophie BioShock: Challenge Rooms Benjamin Jakobs Schwestern in Not 2008-11-27T12:05:00+01:00 6 10

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