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Blacklight: Tango Down

Legales Cheaten

Die Entwickler von Blacklight haben vor dem Release den Mund ganz schön voll genommen. Von einem Triple-A-Produkt zum Download-Preis war da die Rede. Ein Shooter mit umfangreichem Single- und Multiplayer-Modus, Top-Grafik (Unreal Engine 3), einem Dutzend Karten und einem persistenten Ranking-System. Eine Art Modern Warfare für 1.200 Microsoft Punkte beziehungsweise 14 Euro. Billiger als ein Map Pack für Call of Duty. Umfangreicher als das kongeniale Battlefield 1943, das die Herzen der Multiplayer-Fans im Sturm eroberte. Kurz: „The real shit“.

Doch zumindest beim Singleplayer-Modus bleibt es bei diesem Lippenbekenntnis. Ja, es gibt eine Geschichte rund um eine abtrünnige Sowjetrepublik in naher Zukunft, Terroristen und einen Supervirus, doch im Spiel bekommt ihr davon wenig mit. Die angedeutete umfangreiche Kampagne wurde auf vier Black-Ops-Koop-Missionen ohne Zwischensequenzen reduziert. Wer sich die Story nicht aus den Pressemitteilungen oder der Webseite zusammenfriemelt, tappt trotz High-Tech-Ausrüstung samt Nachtsichtgerät im Dunklen.

Auch spielerisch sind die Mini-Aufträge nicht viel mehr als eine simple Schießbuden-Ballerei. Ihr müsst von A nach B, dort irgendwelche Maschinen aktivieren, Abwehrgeschütze in die Luft jagen oder Tore aktivieren. Dazwischen warten Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Klon-Feinde, die sich nahezu ohne Künstliche Intelligenz auf euch stürzen. Kein Deckungssystem, keine Flankenangriffe oder irgendwelche anderen, spannenden Spielmechaniken – sieht man mal vom Visor an, doch dazu später mehr. Immerhin sammelt ihr auch hier mit jedem Abschuss Erfahrungspunkte, die euch im Multiplayer-Modus gutgeschrieben werden.

Natürlich macht selbst diese rudimentäre Erfahrung mit einem Freund etwas mehr Spaß, doch ohne Koop-Matchmaking-System müsst ihr erst einmal jemanden finden, der sich mit euch in die Schlacht wagt. Und selbst wenn ihr einen Spieler davon überzeugt habt, ballert sich dieser relativ sinnentleert neben euch durch die hübsch anzusehende Level-Geometrie. Aber: Zumindest optisch kann Blacklight über weite Strecken seine Versprechungen halten. Bis auf die etwas steifen Animationen bieten Karten, Gegner und Effekte jede Menge ansehnliche Details. Das Design passt, wirkt eigenständig und sorgt mit seinem düsteren Zukunfts-Look für eine dichte Atmosphäre.

Bei den Waffen setzen die Zombie Studios dagegen auf das übliche Ego-Shooter-Arsenal: Maschinenpistole, Sturmgewehr, Scharfschützenwaffe, Schrotflinte und Leichtes MG. Zusätzlich gibt es ein paar unterschiedliche Granaten und ihr schaltet verschiedene Rüstungen und Aufrüstteile frei. Die Tiefe und Komplexität der Konkurrenz wird nicht ganz erreicht, aber über weite Strecken funktioniert die Jagd nach besseren Waffen und frischen Anbauteilen. Auch hier wenig Eigenständiges, aber genug Inhalt, um euch bei der Stange zu halten.

Etwas eigenartig wirkt dagegen das Waffen-Handling. Zu langsam, wenn ihr über Kimme und Korn zielt, zu ungenau in der Bewegung. Auch Rückstoß, Trefferfeedback und Sound erreichen nicht ganz die großen Vorbilder Modern Warfare und Bad Company. Immerhin passt das Balancing über weite Strecken. Ja, das Scharfschützengewehr dürfte angesichts des extrem zielgenauen Sturmgewehrs etwas stärker ausfallen und die Maschinenpistolen wirken im ersten Moment etwas zu durchschlagskräftig, doch nach einer Weile bekommt man die subtilen Unterschiede mit und versteht, welche Waffe man wie einsetzen muss.

Die restlichen Gameplay-Elemente kennt man von anderen Shootern. Bis zur Hälfte regenerierende Lebensenergie, kurze Sprints, kein Hinlegen, dafür aber waffen- und panzerungsspezifische Geschwindigkeit und die Möglichkeit, eure Figur individuell anzupassen. Wenn die Munition knapp wird oder ihr konditionell aus dem letzten Loch pfeift, könnt ihr euch an speziellen Energiespendern Nachschub holen.

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