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DJ Hero

You spin me round

Nach ein paar Tagen mit DJ Hero kann ich zumindest sagen, dass ich einen ganz neu gefundenen Respekt für Live-DJs empfinde, was vorher nicht unbedingt der Fall war. Früher hatte ich nicht mal unbedingt eine Ahnung, was genau diese Leute da eigentlich so mit ihren Plattentellern treiben. Und ehrlich gesagt käme man dem nur vom Spielen mit DJ Hero her immer noch nicht viel näher. Wie auch Guitar Hero nicht so wahnsinnig viel mit echtem Gitarrenspiel zu tun hat, bleibt auch der Neuzugang weit von der wahren Kunst entfernt. Das heißt aber nicht, dass es keinen Spaß machen würde. Ganz im Gegenteil. Doch dazu später mehr.

Für alle, die wie ich aus der Musikecke kommen, in denen der DJ den nächsten Song bestimmt und dazwischen am Bier nippt oder mit den Schönheiten des Abends schäkert, sei gesagt, dass es auch andere DJs gibt. Solche, die mit zwei, in der Königsklasse sogar drei Plattentellern, Mixreglern, Fadern und Samplern aus bekannter Musik live und on the fly ganz neue Musik machen. Dazu werden je nach Laune und Musikgespür in der Regel zwei Songs als Crossover gemixt, einzelne Samples passend mit eingespielt und so bei jedem Auftritt ein neuer Klangteppich produziert. Teilweise wild, teilweise schräg, aber vor allem tanzbar. Ich nannte das Kunst und auf den zweiten Blick ist es das auch. Nicht nur Geschick, auch ein wahnsinnig gutes Einfühlungsvermögen in die Musik und das eigene Publikum zeichnen einen erfolgreichen DJ aus. Und was ein solch kreativer Geist von DJ Hero hält, werdet ihr später auch lesen, wir haben nämlich DJ Knigge aus Berlin das Spiel in die Hand gedrückt und seine Meinung eingeholt.

DJ Hero - Needle Trailer

Aber erst einmal ist ein wenig Aufklärung nötig, wie hier was funktioniert und was genau ihr eigentlich mit dem Paket in die Hand bekommt. Um es ganz kurz zusammenzufassen, sollt ihr abgemixte Tracks von DJs wie Grandmaster Flash, DJ Yoda oder Daft Punk möglichst fehlerfrei nachmixen. Keine wilden Experimente, keine überbordende Kreativität und schon gar keine eigenen Musikspuren. Das Ganze funktioniert nicht großartig anders als bei den bisherigen Plastikinstrumenten, da es aber auf den ersten Blick komplett anders aussieht, gibt es zunächst ein paar Erklärungen, wie das hier alles abläuft.

In der mal wieder etwas größeren Packung findet sich etwas, was einem Plattenspieler ähnelt und sich auch komplett drehen lässt. Nur die drei Knöpfe auf den schwarzen Rillen stören den authentischen Eindruck. Am Plattenteller angepappt ist ein für Linkshänder drehbares Mini-Mischpult mit genau einem Schiebe- und einem Drehregler. Dazu kommen noch ein einsamer Knopf und die Grundsteuerungsfunktionen der Konsole. Steuerkreuz, Tasten, Start - was man halt so braucht. Die Verarbeitung ist wie gewohnt Plastik, aber das von der hochwertigen Sorte. Activision und FreeStyle Games – bestehend aus Ex-Leuten von Rare und Codemasters – wissen mittlerweile, wie man Fake-Instrumente baut. Und dieses Miniatur-Mischstudio beweist es.

Im Tutorial nimmt sich Grandmaster Flash eurer an und erklärt wirklich haarklein – gut so –, wie hier alles läuft. Am Grundschema hat sich nicht viel geändert. Zieht man alles andere ab, sind es immer noch drei Linien mit bunten Punkten. Und wenn der Punkt da ist, drückt ihr einen Knopf. Die Punkte sind hier jedoch keine Noten, sondern Scratch-Phasen, und die Linien die beiden gemixten Songs mit einer Sample-Spur in der Mitte.

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