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Mario Party 8

Glückwunsch!

Was ist der größte Unterschied zwischen Brettspielen und Videospielen? Nun, die einen sind virtuell, die anderen eben nicht, sicher. Manch ein Jugendlicher oder junger Erwachsener mag auf diese Frage auch antworten: Brettspiele sind für Oma, Videospiele für uns. Darüber kann man schon eher geteilter Meinung sein. Aber wenn wir mal über die Offensichtlichkeiten hinweg blicken, dann ist der wichtigste Unterschied doch, dass bei fast jedem Brettspiel der Faktor Glück von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Es gibt Ausnahmen, klar, aber überall, wo man würfelt, überall, wo man verdeckte Karten zieht, nimmt der Zufall Einfluss.

Von Videospielen hingegen wird verlangt, dass allein das Können über Sieg oder Niederlage, über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Vielleicht ist das der Grund, weshalb so viele "normale" Videospieler mit Mario Party nichts anfangen können. Und das - lasst mich soviel vorweg nehmen - wird sich auch mit dem neuesten Teil nicht ändern.

Mehr Abwechslung

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Auch in Zügen kann man dieses Mal wilde Partys feiern.

Mario Party 8, die erste Ausgabe für Nintendos Wii, setzt nämlich auf den altbwährten Ablauf der Vorgänger. Vier Spieler jagen auf einer brettspielartigen Karte kostbaren Sternen nach, absolvieren zwischendurch verschiedenste Mini-Games und am Ende gewinnt irgendwer - aber nicht zwangsläufig der Spieler mit dem besten Geschick oder der schnellsten Reaktionen. Das klingt zunächst einmal abschreckend, aber genau das macht gerade den Reiz der Reihe aus. Ob alt, ob jung, ob groß, ob klein, ob Profi, ob Anfänger; jeder hat eine Chance auf den Sieg, wenn ihm das Glück ein williger Begleiter ist.

Das Spielprinzip ist weiterhin so simpel wie genial: Jeder Spieler wählt einen von zahlreichen Nintendo-Charakteren (darunter Mario, Yoshi, Toad, Peach und viele andere) als sein Alter Ego aus und findet sich kurz darauf auf besagter Brettspielkarte wieder. Mit Hilfe eines Würfels wird zunächst festgelegt, wann welcher Spieler an der Reihe ist. Wenn Ihr dann Euren Zug machen dürft, würfelt Ihr erneut und bewegt Euch so viele Felder vorwärts, wie der Würfel anzeigt. Logisch, oder? Ziel ist es, Münzen und Sterne zu ergattern, was sich dieses Mal als etwas komplexere Angelegenheit herausstellt.

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Sämtliche Umgebungen haben mehr Tiefe als die der Vorgänger.

Denn für den achten Teil hat sich Entwickler Hudson wirklich Gedanken gemacht hat, wie man Kenner der Serie noch überraschen kann - was ihnen bei den insgesamt sechs verschiedenen Spielbrettern wirklich gelungen ist. So besucht Ihr beispielsweise eine kleine Stadt, in der mehrere Hotels stehen. Kommt Ihr an einem dieser Hotels vorbei, dürft Ihr Münzen investieren, um es zu erwerben, was Euch anfangs einen Stern einbringt.

Der Haken: Andere Spieler können ein Hotel übernehmen, wenn sie auch nur eine einzige Münze mehr zahlen als der aktuelle Besitzer. Überschreitet die gesamte Investitionssumme zudem die Marke von 20 bzw. 50 Münzen, wird das Hotel aufgewertet und schreibt seinem Besitzer zwei oder sogar drei Sterne gut. Häufige Wechsel in der Rangfolge sind also garantiert.

Ebenfalls sehr interessant ist ein Geisterhaus, in dem Buu Huu sein Unwesen treibt. Hier müsst Ihr den Weg zum Stern erst finden, denn hinter vielen Türen verbergen sich Fallen, die Euch zurück zum Eingang katapultieren.

Hat ein Spieler schließlich den Stern entdeckt, werden sämtliche Charaktere vor die Tür gesetzt, während Buu Huu die Anordnung der Räume verändert, so dass beim nächsten Anlauf eine neue Herausforderung auf Euch wartet.

Ähnlich gelungen sind zwei Umgebungen, die mit dem Insel-Flair von Super Mario Sunshine und einem Zug im Stile von Paper Mario 2 aufwarten. In beiden gibt es nur einen geradlinigen Weg zum Ziel, so dass das Würfelglück eine noch größere Rolle spielt - könnte man annehmen. In Wirklichkeit ist es jedoch so, dass Ihr Euch Abkürzungen mit Hilfe von Münzen erkaufen müsst, die letztendlich der Schlüssel zum Erfolg sind.

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