Pro Evolution Soccer 2008

Rückkehr der Spielfreude

Meine erste Begegnung mit der finalen Testversion von Pro Evolution Soccer 2008 war sonderbar. Mein zukünftiger Schwager war zu Besuch. „Ich hab PES 2008.“ Keine Antwort, nur ein Grinsen. Frauen in die Küche, Männer an die Joypads. So muss das sein. Eine halbe Stunde später war die gute Laune jedoch verfolgen. „FIFA?“ „FIFA.“

Was war passiert? Wie konnte das geschehen? Zugegeben, mir gefällt FIFA wirklich sehr gut dieses Jahr, aber Pro Evolution Soccer ist quasi meine Jugendliebe. Von keinem anderen Spiel musste ich jemals eine Auszeit nehmen, weil meine Daumen zerschunden waren. Kein Witz.

Das durfte also nicht alles sein. Pro Evolution Soccer 08 musste gut sein. Und das ist es auch, wie ich Tags darauf feststellen konnte.

Im Nachhinein betrachtet lag es wohl am fehlenden Eye-Candy, das den Funken nicht sofort überspringen ließ. Komisch, ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde. Aber im Jahr 2007 isst das Auge wahrscheinlich auch mit. Oder man wird älter. Was weiß ich.

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Man kann jetzt die Mauer selbst aufstellen – aber man macht's nach einer Weile nicht mehr.

Pro Evolution Soccer 2008 ist und bleibt in Bezug auf die allgemeine Präsentation einfach ein hässliches Entlein. Die Menüs sind quietschbunt und könnten geradewegs einem Spielautomaten der 90er entsprungen sein. Irgendwie ist das alles nicht, was man im Jahr 2007 von einem Spiel erwartet, das mehr Simulation als Arcade sein soll. Und die Musik kommt auch nicht wirklich über Fahrstuhl-Niveau hinaus.

Um das Bashing nun aber auch abzuschließen: Ja, die Zuschauer sind einfach Pappfiguren. Ja, die Kicker sehen in den Einblendungen nach Fouls oder Toren jetzt zwar deutlich besser aus, aber irgendwie ist das immer noch nicht Next-Gen. Aus meiner Sicht zu farblos und nicht mit ausreichend Details bedacht, um wirklich lebendig zu wirken. Aber, wie ich nach Diskussionen mit den werten Kollegen feststellen musste, ist das vielleicht auch einfach eine Sache des Geschmacks.

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Die Meisterliga wurde überarbeitet.

Auf dem Platz sieht's gänzlich anders aus. Schon immer wurde mehr Wert auf Bewegungs- als auf Fotorealismus gelegt. Doch Pro Evolution Soccer 2008 geht jetzt einen Schritt weiter und gibt dem Kind auch einen Namen: Inverse Kinetic. Hört sich super an. So wie Director of Execution Summary. Auf der anderen Seite gibt es auch keinen Namen für das, was sich Konami hat einfallen lassen. Und so sei es ihnen gestattet. Was es macht? Es schafft vorgefertigte Schussanimationen ab.

Fuß und Bein unterliegen jetzt einer eigenen Routine, d. h. sie werden abhängig von der Entfernung zum Ball berechnet und entsprechend animiert. Das Ergebnis sind noch realistischere Bewegungsabläufe und ein stimmigeres Gesamtbild, weil der Ball genau getroffen wird und nicht ihm und der Figur vermittelt werden muss, um das Gameplay nicht zu beeinträchtigen.

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