Wargaming traf mit seinen Panzerschlachten definitiv einen Nerv: Seit Jahren erfreuen sich Millionen von Spielern an den schnellen, aber taktischen Schlachten, entdecken, dass da sehr viel Spieltiefe in etwas banal Klingendem steckt und natürlich wird kontinuierlich weiter an der Perfektion der rollenden Ungetüme seitens Wargamings geschraubt. Aber es war halt für die längste Zeit reines und ausschließliches PvP. Ausgehend von wenigen Karten mit 5v5-Schlachten entwickelte es sich immer weiter, die Schlachten und Karten wurden größer, aber das Basis-Konzept blieb erhalten. Einzelspieler... ja, so eine Runde gegen Bots gefällig? War bislang nie der Fokus des Spiels.

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Das ist er auch mit War Stories auf den Konsolen PS4 und Xbox nicht. Das Herz von World of Tanks wird wohl immer das PvP-Geschäft bleiben, aber das heißt nicht, dass man ja nicht auch ein wenig experimentieren kann und seinen Spielern etwas Neues bieten sollte.

Was sind die War Stories?

Im Prinzip sind es Mini-Solo-/Koopspieler-Kampagnen, die es in der Form exklusiv für die Konsolen gibt (Xbox 360, Xbox One, Xbox One S, Xbox One X, PlayStation 4 und PlayStation 4 Pro). Wo aber ein kleiner Entwickler einfach eine Mini-Schlacht gegen Bots hingesetzt hätte, ein kurzes Tutorial eben halt, geht World of Tanks in die Vollen. Nun, fast, so sonderlich lang sind die Schlachten nicht, jede der "Kriegsgeschichten" geht über ein bis drei Stunden und setzt sich aus einer Reihe von Kämpfen zusammen, die mit einer durchgehenden Geschichte verbunden sind. Und bisher bieten alle Story-Linien durchaus interessante Ansätze. Mal erkundet ihr eine Nebenepisode der realen Historie, mal erlebt ihr fiktive Handlungsstränge in alternativen Historien. Lieblos wirkt davon nichts, selbst wenn ihr jetzt keine aufwändigen Zwischenszenen im Sinne eine Call of Duty erwarten dürft. Es sind animierte Comics, gezeichnet von Andi Ewington, Autor von "BlueSpear", "Overrun", "Exmortis" und weiteren. Er ist auch tätig für eine Reihe von Spielefranchises, unter anderem Dark Souls oder Just Cause 3. Seine Bilder halten alles mit einem eigenen Charme zusammen und erzählen euch die eigentlichen Geschichten in vertontem Wort und Bild. Für die Musik ist niemand Geringeres als Inon Zur verantwortlich, einer der großen Game-Komponisten - Dragon Age: Origins & 2, Fallout 3 & 4, Crysis und viele, viele mehr - und er war sogar ehemaliger Panzerkommandant in der israelischen Armee, was hier natürlich zu der Thematik passt.

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Wie schon das Grundspiel kosten auch die War Stories nichts. Sie sind Teil des "Free" im Free-to-play. Was World of Tanks angeht, könnt ihr später natürlich In-Game-Währung für alles Mögliche und auch sogenannte Premium Panzer kaufen - die allerdings nie die besten aus ihrem Tier-Bereich sind, also Vorsicht, wenn ihr glaubt, euch mit einem schicken Panzerkauf an die Spitze ballern zu können. Aber wie gesagt, für War Stories spielt das alles keine Rolle.

Damit ist der Modus auch gut für Leute geeignet, die bisher nichts mit World of Tanks am Hut hatten und kein Interesse für das Phänomen aufbringen konnten. Es ist viel näher an einem "klassichen Videospiel" dran, das auch jemanden begeistern könnte, der zwar schon Lust auf Panzerfahren hat, sich aber (noch) nicht in endlosen PvP-Schlachten gegen echte menschliche Gegner ergehen möchte.

Wie spielen sich die Wars Stories?

Die einfachste Variante wäre es natürlich gewesen, ganz simpel ein paar Comics zu zeichnen und sich dazwischen auf den Reiz eines üblichen World-of-Tanks-Bot-Gefechts zu verlassen. Stattdessen verläuft das Gameplay zwar immer noch auf Karten der Größe normaler World-of-Tanks-Kampfgebiete und auch die Zahl von maximal 30 Panzern auf dem Feld ist die Gleiche, wobei diese Zahl nicht immer gleich ist. Die War Stories lassen die Gegner auch in stärker werdenden Wellen anrücken oder stellen bestimmte Ziele auf der Karte auf, womit die Missionen sich sehr abwechslungsreich spielen. Es gibt missionsbasierte Ziele, wie Punkte erobern und halten, Korridore feindfrei halten oder auch mal Eskortmissionen fahren. Neu sind auch Checkpoints, damit ihr die längeren Missionen nicht komplett von vorn spielen müsst, solltet ihr mal Pech haben oder schlicht nicht gut genug zielen. Der Frust hält sich also in Grenzen, schließlich müsst ihr nicht alles doppelt machen, wenn es euch in einer späten Phase der teilweise alles andere als leichten Missionen erwischt.

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In diesem Zusammenhang: Es wird zumindest bei der ersten War Story schnell klar, dass dies wirklich nicht (nur) als Tutorial gedacht ist. Die späteren Geschichten hingegen weisen einen Schwierigkeitsgrad auf, der hoch genug ist, um Neulinge wie auch Gelegenheitsspieler gut zu fordern und auch erfahrene Panzerfahrer sollten dank der Änderungen im Gameplay auf ein paar Überraschungen stoßen.

Diese erfahrenen Profis können die War Stories auch nutzen, um bisher noch nicht World-of-Tanks-nahen Freunden ihr Spiel näherzubringen. Es gibt einen durchgehenden Koop-Modus für die kompletten War Stories, in dem ihr alle Schlachten Seite an Seite bestehen könnt. Das kann ein Sprungbrett zu den anderen PvE-Inhalten oder auch ins PvE mit einem Freund an der Seite sein oder auch nicht. Die War Stories sind auf jeden Fall ein idealer Startpunkt.

World of Tanks Konsole feiert seinen vierten Geburtstag!

Wargaming ist stolz darauf, den vierten Geburtstag von World of Tanks auf den Konsolen mit ihren über 14 Millionen Spielern zu feiern. Während der Feierlichkeiten gibt es einen Wettbewerb, bei dem die Kommandanten verschiedene Kunstdrucke von unterschiedlichen Künstlern aus der ganzen Welt gewinnen können, einen kostenlosen Panzer im Spiel und eine Geburtstagsfeier, bei der die Spieler mit Erfahrungsmultiplikatoren belohnt werden.

Um den vierten Geburtstag gebührend zu feiern gibt es für alle Spieler, die im Februar ein Match gewinnen, den japanischen Tier II Panzer Ashigaru Te-Ke. Zusätzlich gibt es ein besonderes Event vom 09. bis zum 12. Februar, 5x Erfahrung am 09. Februar, Vergünstigungen auf Premiumspielzeit und Erfahrungs-Booster vom 09. Bis zum 13. Februar und verschiedene Pakete sowie Silber-Boosts über den gesamten Februar.

Auf dem offiziellen Facebook-Kanal wird Wargaming mehrere seltene Kunstdrucke, basierend auf der Konsolenversion von World of Tanks, an die Teilnehmer herausgeben. Die stark limitiert gedruckten Kunstwerke wurden von Künstlern auf der ganzen Welt gestaltet. Dazu gehören Georgios Skodras, interner Wargaming-Artist, bekannt für seine Arbeit am Halloween-Event und an den War Stories, der in Sydney beheimatete Art Director Matt Heath (Streets of Warcraft), der russische Zeichner Aleksey Rico (Stalker), der brasilianische Pop-Kultur-Künstler Butcher Billy (Black Mirror) und der an der US-Ostküste beheimatete Künstler Brett Parson (Tank Girl). Jeder Künstler hat sich dem Thema World of Tanks auf seine ganz eigene Art und Weise genähert und die Bilder reichen vom nuklearen Schrecken aus der War Story „Kennedy's War“ bis zu einer Retro-Wiedergeburt der Heldin Marianne Durieux aus der War Story „Runaway Tiger“.

Mehr über diesen Geburtstag und die Gewinnspiele erfahrt ihr hier.

Die War Stories sind zu kurz? Versucht es mal im Challenge-Modus!

Es stimmt, dass die War Stories kurz sind, drei bis vier Schlachten - sprich Missionen - pro Episode sind nicht die Welt, aber im Gegensatz zu manchen kostenpflichtigen Add-Ons oder DLCs anderer Spielserien sind diese bei Wargaming nun einmal kostenlos, was man als Spieler doch gern annimmt. Aber wenn ihr sie mit den initialen Parametern, sprich den vorgegebenen Panzern auf eurer und gegnerischer Seite, beendet habt, dann könnt ihr es noch mal mit einem anderen Panzer eurer Wahl probieren. Der Haken dabei ist, dass die Gegner auch die Fahrzeuge wechseln und zwar abhängig davon, was ihr nehmt. Kommt ihr mit den dicken Tier-8-Panzern an, seid ihr plötzlich zwar gut gepanzert, habt aber vielleicht nur wenig Munition. Je nach Panzer können Reparaturpunkte plötzlich viel wichtiger werden und ihr müsst die Karten neu lernen zu nutzen. Auch jagen euch plötzlich schnelle, wenige Gegner, denen mit eurem Riesen nur schwer beizukommen ist. Probiert verschiedene Panzer und Taktiken aus und seht, dass in jeder Geschichte durchaus ein paar Durchgänge extra drinstecken können. Am Ende werdet ihr bei den aktuellen fünf Mini-Kampagnen auf ungefähr ein Dutzend Stunden kommen und der Challenge-Modus schlägt dann noch einmal ordentlich was drauf. Alles gratis und ohne nötige Free-2-Play-Elemente wohlgemerkt.

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Dies sind die War Stories

Es gibt schon eine ganze Reihe von Kriegsgeschichten und in Abständen von ein paar Monaten sollen immer neue hinzukommen. Selbst wenn dieser Rhythmus etwas abflauen sollte, gibt es jetzt schon mehr als genug, um mal mindestens einen interessierten Blick zu wagen - kostest bis auf einen Download schließlich nix:

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Brothers in Armor

Der zweite Weltkrieg hat viele Geschichten geschrieben - wenige schön - und auch viele unwahrscheinliche. Wie zum Beispiel die, dass die USA zehntausende Sherman Panzer an ihre Alliierten gaben. Sie verschenkten sie nicht, sondern sie wurden geleast. Dafür und für ihre vor Ort manchmal speziellen Anwendungsgebiete wurden sie dann auch ein wenig modifiziert und so gab es auch russische Sherman M4 Panzer, wie zum Beispiel ein Bataillon, das in Rumänien gegen die Nazis kämpfte.

Da man für einen Panzer nicht einfach einen Leasing-Vertrag unterschreibt und dann damit aus der Garage fährt, gab es bei größeren Einsätzen auch noch einen fachkundigen Offizier statt einem Handbuch dazu. Das ist dann auch die Rolle, in die ihr mehr oder weniger hier schlüpft: Ein fachkundiger und ortsfremder Amerikaner wirft sich mit einer Gruppe hochmotivierter und mit der Technik nicht ganz vertrauter Russen zusammen, um es den Nazis zu zeigen. Schlacht für Schlacht kämpft ihr euch so durch ein kleines Randkapitel neben dem großen Krieg und bekommt so einen guten Eindruck, worum es in den War Stories, geht, die ihrem Namen hier alle Ehre machen: Kriegsgeschichten. Nicht unbedingt die Geschichte des Krieges.

Flashpoint Berlin

"This cold war just got hot!" ist das Motto dieser Mission und es ist wohl ganz gut, dass dies eine alternative Historie ist: In Flashpoint Berlin klappt die Luftbrücke nicht ganz so gut wie in der Realität - die Russen schließen den Flughafen Tempelhof, wollen die Stadt aushungern und so zur Aufgabe zwingen. Die West-Alliierten sind aber noch nicht bereit, Berlin aufzugeben. Also wird ein Konvoi zusammengestellt, der den ganzen Weg nach Osten bis in das eingeschlossene West-Berlin hinter sich bringen muss.

Einen solchen Plan gab es zumindest, soweit bekannt ist, in der Realität nie, der Gegenvorschlag zur Luftbrücke war es - vonseiten des britischen Militärgouverneurs - West-Berlin aufzugeben, im Gegenzug für gesamtdeutsche Wahlen. Wie das ausgegangen wäre, ist genauso unklar wie ein Panzerkonvoi durch effektiv russisches Gebiet zu Beginn des Kalten Krieges, aber in einer Reihe von Missionen dürft ihr es nun herausfinden.

Sealion

Die Deutschen sind in dieser alternativen Geschichtsschreibung weiter vorgerückt, als es in der Realität der Fall war, diesmal bis an die englische Küste. Ihr schlagt sie in drei Kämpfen an der Küste, auf einem Militärflugplatz im Hinterland und in London selbst zurück. Diese Aneinanderreihung dürfte aus der berühmten Rede Churchills vom 4. Juni 1940 entsprungen sein: "Wir werden an den Stränden kämpfen, wir werden an den Landungsplätzen kämpfen, wir werden auf den Feldern und auf den Straßen kämpfen, wir werden in den Hügeln kämpfen. Wir werden uns nie ergeben."

So macht ihr das dann auch und arbeitet die genannten Plätze einen nach dem anderen ab, ergeben werdet ihr euch in eurem Cromwell Resistance-Panzer eh nie. Der Name Sealion, Seelöwe, ist dabei nicht erfunden. So hieß der Plan der Wehrmacht für eine Landinvasion in England. Da der Krieg aber anders verlief als geplant, die Briten keinem Friedensvertrag zustimmten und es ihnen gelang, die Lufthoheit weitestgehend über dem Kanal zu bewahren, musste Seelöwe immer wieder verschoben werden, das letzte Mal im September 1940 auf unbestimmte Zeit.

Kennedy's War

In dieser Episode des kalten Krieges Ende der 60er spielt ihr die Handlung eines waschechten 80s-Action-Films, in dem alles, sogar das Ende der Welt mit ein paar gut gezielten Panzergranaten gelöst werden kann. In dieser alternativen Realität, die tendenziell mit dem atomaren Winter enden dürfte, entscheidet sich Kennedy bei der Kuba-Krise nicht für ein diplomatisches Ballett inklusive Seeblockade, sondern dafür, von Guantanamo aus ein Panzerbataillon zu entsenden, um die sowjetischen Atomraketen zu erreichen, bevor sie startbereit sind.

Das Szenario dieser drei Missionen ist wahrscheinlicher, als man meinen und hoffen sollte, denn weit mehr als Kennedys eigentlicher Widersacher Chruschtschow war der Armee-Stabsleiter der USA ein großer Fan einer Invasion in Kuba. Das Militär damals (wie heute?) glaubte, dass ein Atom-Krieg ein Szenario sei, bei dem man gewinnen kann und so war eine solche Panzermission zusammen mit einem Bombardement eine Option, die in den Tagen der Krise mehr als einmal auf dem Tisch lag.

Durchgebrannter Tiger

In der aktuellsten Episode geht es zurück in den zweiten Weltkrieg, diesmal nach Nordafrika, auch ist es nach den großen Geschichten der vorigen Kapitel wieder einmal eine kleine Geschichte am Rande. Diese ist zwar frei erfunden und mit einer französischen Résistance-Kämpferin in der Hauptrolle auch nicht direkt verbrieft, aber so unwahrscheinlich ist das Ganze nicht: Die Deutschen haben einige neue Tiger Panzer VI stationiert, das neueste und gefürchtetste Modell mit viel frischer Technik. Um diese besser kennenzulernen, soll einer der Tigers gestohlen und nach El Alamein gebracht werden. Das passiert natürlich wie immer in drei Kapiteln.

An der Geschichte ist eigentlich nur der dramatische Klau eines Tigers erfunden, der Rest ist historisch verbrieft. Der Tiger VI wurde in Nordafrika eingesetzt und war dort praktisch unbesiegbar, da weder die M3 noch M4 Panzer der Alliierten durch die Panzerung kamen. Dass die Alliierten trotzdem relativ schnell nach einer Schlacht zu zwei Tigern kamen, lag hauptsächlich daran, dass die Hightech-Panzer wartungsintensiv und fehleranfällig waren. Weit mehr Tiger blieben liegen als zerstört zu werden. Die Realität, wie die Alliierten den Tiger VI letztlich genau studieren konnten, ist also etwas weniger spektakulär als hier, aber das wäre dann keine spannende War Story gewesen.

Roll Out!

Mit den War Stories ist es den Entwicklern von Wargaming West (Ehemals Day One Studios) aus Chicago gelungen einen interessante zusätzlichen Anreiz zum Spiel zu geben. Vor allem für Neulinge, aber auch Veteranen mit wenig Lust auf PvP-Gefechte sind die Geschichten aus alternativen Szenarien oder kleinen Randnotizen der damaligen Zeit durchaus reizvoll. Zwar bieten die Geschichten per se nur wenige Stunden zusätzlichen Inhaltes, aber immerhin sind diese komplett kostenlos. World of Tanks erhält somit auf den Konsolen einen Kampagnenmodus, der sowohl im Single- als auch im Koop-Modus zu zweit gegen Bots gespielt werden kann. Dass dabei die KI der Bots mitunter etwas weniger fordernd ist, wie potentielle menschliche Gegner ist vor allem für Neulinge ein Segen, dürfte echten Veteranen aber eher als kleiner Happen für zwischendurch gereichen. Aber einem geschenkten Panzer, schaut man nicht unter die Motorhaube und hat so mit durchaus interessanten Geschichten zusätzlichen Spaß.

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