Team Bondis Hieronymous: Ex-Mitarbeiter wollen Studio 'zerstören'

Schießen übers Ziel hinaus

Nach den jügnsten Meldungen über die Arbeitsbedingungen und den Berichten darüber, dass Rockstar Team Bondis nächsten Titel nicht vertreiben wird, hat sich nun L.A. Noires Lead Programmer in einem Blogeintrag auf Gamasutra zu dem Thema geäußert.

Darin spricht Dave Hieronymous davon, dass ehemalige Mitarbeiter das Studio "zerstören" wollen.

"Was ist die Motivation hinter diesen Angriffen auf Team Bondi?", fragt er. "Wenn dadurch die Arbeitsbedingungen bei Team Bondi verbessert werden sollen, bin ich absolut dafür."

"Nichtsdestotrotz schießen einige dieser Kommentare in jüngsten Berichten weit darüber hinaus. Einige Ex-Mitarbeiter, die das Unternehmen vor Jahren verlassen haben, wollen Team Bondi zerstört sehen. Sie wollen sehen, wie 35 Spieleentwickler ihren Job verlieren. Das scheint eine weniger lobenswerte Motivation zu sein."

Hieronymous selbst war einer der ersten lokalen Mitarbeiter des Teams und spricht von vernünftigen Arbeitszeiten in den "Anfangsjahren" der Entwicklung des Spiels mit lediglich gelegentlichen Arbeiten bis spät in die Nacht.

Je weiter man vorankam, desto "unvermeidlicher" wurden Wochenendarbeit, aber das Unternehmen habe ein Programm ins Leben gerufen, um Mitarbeiter für ihre Zeit "großzügig" zu entlohnen. Außerdem habe man die Leute für ihre Arbeit an Abenden unter der Woche innerhalb der letzten sechs Monate bezahlt, sobald das Spiel veröffentlicht wurde. Ebenso gewährte man dem Großteil seines Teams zusätzliche vier Wochen Urlaub.

Hieronymous schätzt, dass in der letzten Phase der Entwicklung durchschnittlich rund 65 Stunden pro Woche gearbeitet wurden, er selbst sei aber niemals an die 100 Stunden herangekommen, von denen einige Ex-Mitarbeiter berichteten.

"Ich kann nicht sagen, dass niemand jemals 100 Stunden pro Woche gearbeitet hat, aber niemand wurde zu solch einer Stundenzahl aufgefordert. Tatsächlich hätte ich mein Bestes gegeben, um jemanden aus meinem Team zu stoppen, wenn er so hart gearbeitet hätte."

"Ich habe niemals (und meiner Erfahrung nach auch niemand der anderen Manager) etwas von jemandem in meinem Team erwartet, was ich nicht auch von mir selbst erwartet hätte", so Hieronymous weiter. "Das Management-Team von Team Bondi hat sich nicht in einem Elfenbeinturm versteckt und normal gearbeitet, während alle anderen sich aufrieben."

"Niemand bei Team Bondi glaubt, dass das eine gute Arbeitsmethode ist und wir arbeiten aktiv daran, aus unseren Fehlern für das nächste Projekt zu lernen. Es ist großartig, mit den Leuten bei Team Bondi zu arbeiten und ich bin zuversichtlich, dass wir aus Team Bondi ein führendes Entwicklerstudio auf internationaler Ebene machen können."

Kommentare (11) Latest comment vor 10 Monaten

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

  • S-Markt #1 vor 10 Monaten

    ok, nehmen wir doch für einen hypothetischen moment mal an, daß bei team bondi tatsächlich die katastrophalen zustände geherrscht hätten, wie groß wäre dann die chance, das der typ das zugeben würde???

    ja, genau!!!
  • p1ng001n #2 vor 10 Monaten

    Aber andererseits stehen wir doch genau vor dem Problem, dass eben auch der Typ die Wahrheit sagen könnte. Denn über Bezahlung (der Überstunden) wurde z.B. in den anderen Artikeln (afaik) bisher nicht geschrieben.
  • ZeeT #3 vor 10 Monaten

    Ich denk gegen Ende der Entwicklung brennt bei jedem Spiel die Luft und es wird von jedem Mitarbeiter erwartet das er noch einmal alles gibt. Wem das nicht passt, soll sich nen Job bei Daimler oder Bosch suchen und ist einfach bei einem Spieleentwickler fehl am Platz.
  • m_coaster #4 vor 10 Monaten

    Trotzdem gibt es auch da GRENZEN! Und der Ton der Manager macht die Art und Weise aus wie solche Überstunden angegangen werden. Und wer an der Grenze des machbaren arbeitet, trotzdem Einläufe bekommt, dem nützt auch eine Bezahlung nichts. Ich weiß nicht wieviel ihr arbeitet, aber bei 100 Stunden pro Woche sind das 14 Stunden pro tag ohne Wochenende, das ist unmenschlich und egal was da das Managment nun sagt, einfach eine Fehlplanung in Sachen Mitarbeiteranzahl. Selbst bei 65 Stunden pro Woche über mehrere Monate ist das einfach eine Fehlplanung auf kosten der Mitarbeiter!

    "Ich kann nicht sagen, dass niemand jemals 100 Stunden pro Woche gearbeitet hat, aber niemand wurde zu solch einer Stundenzahl aufgefordert. Tatsächlich hätte ich mein Bestes gegeben, um jemanden aus meinem Team zu stoppen, wenn er so hart gearbeitet hätte."

    Das sagt doch alles! Indirekt gibt er zu das Leute 100 Stunden gearbeitet haben. Und gerade hochranige Manager wissen doch oft gar nicht was da wer arbeitet, die üben einfach Druck auf Untergebene aus und die hauen das dann dem normalen Mitarbeiter um die Ohren. Dem Typen ist es doch scheißegal wieviel da einer arbeitet, hauptsache das Spiel bringt Cash. Und alleine keiner wurde aufgefordert 100 Stunden zu arbeiten - da reicht doch nen Satz wie, leute wenn das Spiel nicht fertig wird, werden Köpfe rollen.
    Editiert von m_coaster um 15/07/11 @ 08:59
  • S-Markt #5 vor 10 Monaten

    @pingooin
    und wenn alles korrekt abgelaufen ist, warum sollten sich die leute dann beschweren?

    @zeet
    das ist unsinn. es gibt verträge in denen die arbeitzeiten geregelt werden. wenn dann zu endtermin das spiel noch nicht fertig ist, dann soll der hersteller gefälligst mehr leute einstellen und seine fehlplanung nicht auf dem rücken der mitarbeiter austragen. deine einstellung sorgt nur dafür, daß ausbeutung tür und tor geöffnet werden. und das sollte jeder mit etwas anstand in der seele zu verhindern suchen.
  • KleinerMrDerb #6 vor 10 Monaten

    "es gibt verträge in denen die arbeitzeiten geregelt werden"

    Ja aber die sind so schwammig wie alles andere was im Gesetzt steht...
    Bei mir steht auch 40Std. pro Woche und in Ausnahmefällen wenn es wirklich nötig wird eine angemessene Anzahl an Überstunden...

    Und das schöne Wort "ANGEMESSEN" ist seeeehr dehnbar
  • m_coaster #7 vor 10 Monaten

    und vor allem sind Ausnahmefälle oft die Regel... oder?! ;) :D
  • S-Markt #8 vor 10 Monaten

    @derb
    nö. angemessen ist überhaupt nicht dehnbar.
    es gibt gesetzliche regelungen für mehrarbeit. 2 stunden pro tag sind im rechtlichen rahmen, aber auch nur für spitzen. wenn regelmäßig mehrarbeit anfällt, ist kein arbeitnehmer verpflichtet diese zu leisten.

    wobei ich zugeben muß daß ich auch schon länger gearbeitet habe und z.t. auch am wochenende, aber nie mehr, als eine woche.
    Editiert von S-Markt um 15/07/11 @ 11:25
  • KleinerMrDerb #9 vor 10 Monaten

    Ja is ja alles schön und gut...

    Würdest du gegen deinen Chef angehen???
    Wenn dir dein job lieb ist sicherlich nicht sonst biste schneller vor der Tür als dir lieb is...

    Irgend einen Grund wird man schon finden.... immerhin gab es schon Fristlose Kündigungen in DE weil Mitarbeiter Firmenbrötchen gegessen haben die eigentich auf den Müll sollten... Diebstahl
  • m_coaster #10 vor 10 Monaten

    Genau deswegen ist die Aussage von dem Typen ne Farce mit er habe keine 100 Stunden angeordnet!
  • S-Markt #11 vor 10 Monaten

    @derb
    du vergißt dabei, daß spieleprogrammieren projektgeschäft ist. und wenn du einigermaßen gute arbeit ablieferst und die arbeit für 100 stunden in der woche haben, können sie dich kaum rausschmeißen. zumal man einen neuen erst einnorden müßte, damit er so effektiv wie du arbeitet.

    gut möglicherweise wirst du für das nächste projekt nicht mehr gebucht, aber wenn der laden so mies mit deiner gesundheit umgeht, wirst du da sowieso kein interesse daran haben.