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Assassin's Creed: Altair's Chronicles

Assassin of Persia

Wäre Assassin's Creed ein Film gewesen, dann wäre Assassin's Creed: Altair's Chronicles die Umsetzung als Spiel. Es hat nicht viel mit dem Original zu tun und es bietet Euch generische Jump´n´Run – Kost aus der Retorte.

Stellenweise gar nicht mal so schlechte Kost, muss man der Fairness halber dazu sagen. Aber was bitte hat die offene Welt von Assassin's Creed mit einer von rechts nach links scrollenden kleinen Hüpfspielwelt, komplett inklusive grünen, roten und blauen Kugeln zum Einsammeln, gemein.

Hier werdet Ihr auf dem Weg in ein Dorf den Pfad von aus dem Boden hervor schießenden spitzen Pfählen verstellt finden. Sollen damit illegale Getreideimporte gestoppt werden? Einfallende Armeen? Und warum sind die Lücken darin genau so groß gelassen, dass ein böswilliger Eindringling durch passt?

Fragen über Fragen und nur eine mögliche Antwort: Das hier ist kein Spiel, das sich um ein realistisches Setting in einer mittelalterlichen Stadt schert, sondern schlicht und ergreifend ein Prince of Persia–Ripoff. Statt eines Prinzen habt Ihr jetzt einen Assassinen, der, trüge er nicht einen mittlerweile berühmten Namen, noch persönlichkeitsfreier meucheln würde.

Die Geschichte von Assassin's Creed begann mit einem arroganten, selbstgefälligen Mörder, der sich langsam entwickelte. Altair's Chronicles muss dummerweise damit enden, dass Ihr im Abspann einen arroganten, selbstgefälligen Mörder seht, sonst ließe sich ja schlecht die Geschichte mit dem Beginn der nächsten Reise verknüpfen.

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Altair macht Sprüche über komische Kleidung? Ahja!

Auch der Rest der Reiseerläuterungen liest sich nicht gerade wie Tausend und eine Nacht. Chef-Assassine braucht aus finsteren Gründen ein heiliges Relikt und wer wäre besser geeignet, als sein treuer Angestellter des Monats: Altair.

Die Reise führt Euch durch bekanntes Terrain, darunter Jerusalem, Damaskus und Masyaf, nur hält sich der Wiedererkennungwert in Grenzen. Mal davon abgesehen, dass der Weg nun komplett linear und ohne einen Hauch der Sandkasten-Idee des Vorgängers – oder muss es Nachfolgers heißen? Diese Prequel-Idee verwirrt – abläuft, blieb auch nichts von der beeindruckenden optischen Darbietung.

Nicht, dass der DS generell zum Herunterklappen von Kinnladen einladen würde, aber die permanenten Einbrüche der Framerate zeigen deutlich, dass komplexe 3D-Welten jetzt nicht gerade die Hausdomäne von Nintendos Kleinstem sind.

Spielbar bleibt Altair's Chronicles dabei aber doch und, sofern man die Messlatte nicht zu hoch anlegt, macht es sogar Spaß. Zumindest solange Ihr hüpfen, klettern und hangeln dürft.

Diese Sequenzen glänzen zwar nicht mit Innovation und lassen Euch zu oft blind springen – nicht denken, einfach dem grünen Pfeil folgen –, bieten Euch aber solides 90er-Jahre Action-Adventuren im Stil eines Flashback oder Darkstone. Ohne die knackige Spielbarkeit ganz zu erreichen oder Euch mit interessanten Rätseln zu bremsen, aber immerhin.

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