J! - Demon's Souls

Death is not the end

In unserer neuen Rubrik „J!" stellen wir Euch ab sofort Importe aus dem Land der unbegrenzten Videospielmöglichkeiten vor. Neben dem normalen Test prüfen wir, ob Ihr als sprachunkundiger Durchschnittseuropäer überhaupt eine Chance habt, den getesteten Titel zu spielen und was Euch vielleicht dabei helfen könnte.

In der Welt der Spiele findet eine Schlacht statt, ein episches Armageddon um den wahren Glauben. Der Champion der leichten Seite ist ein wohlbekannter Held in strahlender Rüstung. Peter Molyneux, Ritter vom vergebenden Stamm der Unsterblichen. Er mag es nicht, zu Boden zu gehen, sucht lieber nach der perfekten Geschichte und ist sooo nett zu Euch. Niemals würde er zulassen, dass Euch und Euren Helden etwas zustößt. Und mit Fable 2 legte er einen wichtigen Stein zum Sieg des ewigen Lebens von Spielehelden.

Nun aber schlägt die dunkle Seite zurück und führt mit From Softwares Demon's Souls einen mächtigen Streiter ins Feld. Einen, der Euch schon im Tutorial abmurkst, nur um Euch zu zeigen, dass der Tod ein wichtiges Konzept im Leben des Abenteurers sein muss und dass es ein Leben nach dem letzten Energiepixel gibt. Und dann killt es Euch noch mal. Und noch mal. Und viele weitere Male. Und es bestraft Euer Ungeschick auch noch auf grausige Weise. Es wischt den Fußboden mit Euch, Fable 2 und Molyneuxs Angst vor dem Tod des Charakters noch dazu. Und trotzdem werdet Ihr nicht davon lassen können.

Wenn ich sage, dass Ihr in Demon's Souls sterben werdet, egal wie vorsichtig Ihr seid, mache ich keine leeren Versprechen. Dies ist ein Spiel, das sich vornahm, Euch bei jeder bietenden Gelegenheit zurück in die Zwischenwelt des Nexus zu schicken.

Demon's Souls - Trailer

Ich persönlich kenne kein Action-Rollenspiel, überhaupt kaum ein Spiel der letzten Jahre, das hiermit vergleichbar wäre. Vielleicht Ninja Gaiden. Nur um irgendeinen Vergleich anzuführen. Jeder Zombie in diesem Action-Rolli kann Euch gefährlich werden und das erste, was Ihr lernen werdet, ist das Timing des Kampfes zu respektieren. Nun, vielleicht das zweite. Die erste Lektion heißt Sterben.

From Software machte sich ein paar Gedanken zum Thema bewaffnete Auseinandersetzung und kam zu dem Schluss, dass Automatiken nur etwas für Versager sind. Mit den Schultertasten kontrolliert Ihr Eure rechte und linke Hand, in die Ihr beliebige Kombinationen von Waffen und Schilden legen könnt. Die übliche Variante besteht in der Kombi aus Einhandwaffe und Schild. Es spricht aber auch nichts dagegen, eine Hellebarde mit zwei Händen für mehr Effizienz zu führen oder auf echten beidhändigen Kampf zu satteln.

Für Fantasyfans dürfte damit ein kleiner Traum in Erfüllung gehen. Mit genau dem notwendigen Timing und wirklicher Fingerfertigkeit erreicht Ihr nach Stunden des Übens den Zen des Kampfes mit zwei harmonierenden Waffen, pariert elegant und setzt mit der anderen Hand nach, alles ohne dass Euch die KI unter die Arme greift oder es an irgendeinem Punkt in billiges Buttonsmashing verfallen würde.

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High Time to Die.

Dieses dürft Ihr Euch nicht mal bei dem simpelsten Feinden leisten. Der Reiz liegt darin, das richtige Gefühl für die Geschwindigkeit und das Trägheitsmoment einer Waffe zu finden, die kurze Zeitverzögerung zu lernen, die es dauert, um den Schild zu heben oder die Distanz zu suchen, die Euch die nötige Edge gegen einen bestimmten Feind gibt.

Und jeder Feind verhält sich anders. Für jeden müsst Ihr eine kleine Anpassung der Strategie bereithalten. Insbesondere viele der Bosse dürft Ihr nicht mal auf eine mittelschwere, geschweige denn die leichte Schulter nehmen. Ohne Taktik und Überlegung gibt es weder Blumentöpfe noch Seelen zu gewinnen. Die Third-Person-Sicht stellt interessanterweise kein Hindernis dar, sondern macht das richtige Timing bei dieser detailgetreuen Umsetzung von Hieb- und Stichwaffen erst möglich.

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