Fracture

Action³

Es gibt diverse Spiele, die mir so viel Spaß machen, dass ich über etwaige Schwächen getrost hinwegsehen kann. Halo 3 zum Beispiel. Fast perfektes Gameplay, aber dafür grafisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Und die deutsche Synchronisation wurde diesem Blockbuster kaum gerecht. Gears of War wäre ein weiterer Kandidat. Erstklassige Nutzung des Deckungssystems, doch im Gegenzug enttäuscht die Story. Beide haben noch etwas gemeinsam. Sie konzentrieren sich auf eines oder mehrere Elemente, die wahrlich aus der Masse herausstechen und Makel überdecken. Halo 3 hat sein hervorragendes Shooter-Gameplay und sucht im Genre in Sachen Fahrgefühl seinesgleichen, Gears die schon angesprochene Deckung und die brachialen Kämpfe.

Und Fracture kommt nun ebenso mit einem solchen Feature daher, das mich die durchaus vorhandenen Kritikpunkte in den Hintergrund rücken lässt. Geländeverformung heißt das Zauberwort. Die Möglichkeit, das Terrain fast gänzlich nach Belieben zu verformen, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel. Mit dem Standardwerkzeug, dem Verformer, gibt man über die beiden Schulterbuttons einen Schuss ab und erhöht den Grund beziehungsweise senkt ihn ab. Natürlich nur in einem vorgegebenen Rahmen. Einen neuen Mount Everest wird man daher kaum aus dem Boden stampfen können.

Trailer

Ganz auf diese Funktion ausgerichtet sind die vier Sprengstofftypen. Stachelgranaten erzeugen eine große Säule aus geschmolzenem Fels, die einen nicht nur praktisch auf eine höhere Ebene befördern. Sie dienen weiterhin zur Lösung verschiedener Rätsel, legen etwa versperrte Luken frei und machen Brücken wieder passierbar, indem man das gute Stück unter den eingestürzten Teil wirft. Die Säule bahnt sich daraufhin ihren Weg nach oben und drückt den Übergang in die richtige Position. Ultraschall- und Tekton-Granaten verfügen indes über ähnliche Eigenschaften wie der Verformer. Sie heben die Erde an oder erzeugen eine Senke. Gleichzeitig beschädigen sie nahe Feinde im Umkreis und schleudern sie weg. Optisch eindrucksvoll und tödlich zugleich ist das letzte Exemplar im Arsenal: Die Vortex-Granate. Das unscheinbare Stück Technik erzeugt einen magnetischen Wirbel, der umstehende Feinde und Objekte ansaugt, wild durcheinander wirbelt und schlussendlich mit einer großen Explosion ordentlich Schaden anrichtet.

Und nun stellt Euch vor, das passiert ständig und überall. Die Terrain-Deformation sorgt in den Gefechten stets für eine dynamische Veränderung des Schlachtfelds. Ein tödliche MG-Stellung stellt ein Hindernis dar? Einfach schnell per Verformer ein paar Hügel erzeugen und über die Flanke umgehen. Überhaupt kracht und knallt es in Fracture an allen Ecken. Ruhepausen gibt es in diesen zukünftigen, völlig veränderten Vereinigten Staaten von Amerika kaum.

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Der Sherman zählt zu den widerstandsfähigsten Gegnern.

Verantwortlich dafür ist unser guter Freund namens „Globale Erwärmung“. Die Polkappen schmelzen. Der Meeresspielgel seigt. Ganze Landstriche werden überflutet. Mit Hilfe der Technologie zur Geländeverformung kann man Ost- und Westküste retten, allerdings haben die mittleren Staaten kein solch großes Glück und trennen fortan beide Landesteile voneinander. Auch andere Klimaveränderungen sind die Folge. Die Golden Gate Bridge in San Francisco führt beispielsweise nicht mehr über das Wasser, sondern über bewaldete Landstriche. Von diesem Moment an gehen beide Parteien unterschiedliche Wege. Die Pazifikaner experimentieren in ihren Laboren fröhlich mit der menschlichen DNS herum und wenden sich schließlich von Amerika ab. Auf der anderen Seite steht die Atlantische Allianz, die mit ihrer Kybernetik ein passendes Gegenstück entwickelt und die Zivilbevölkerung vor der Bedrohung durch die ehemaligen Mitbürger schützen will.

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